Strategiekohärenz und Strategieinkohärenz
Die Mediation ist ein Prozess der mit anderen Prozessen zu koordinieren ist. Nicht immer wird die Notwendigkeit zur Herstellung einer Strategieinkohärenz gesehen.
Die Strategieinkohärenz ist ein Phänomen, dem wir in der Mediation oder genauer gesagt bei der Bearbeitung oder der Verfolgung von Konflikten oft begegnen. Sie fordert dazu auf, eine Strategiekohärenz herzustellen. Damit ist die innere Stimmigkeit und Widerspruchsfreiheit mehrerer Strategien gemeint, die bei der Konfliktarbeit aufeinandertreffen und sich gegenseitig behindern. Bei der Herstellung der Strategiekohärenz geht es um die Vereinheitlichung von unterschiedlichen Verfahrensstrategien mit der Konfliktstrategie und der Kommunikationsstrategie.
Die prozessualen Irritationen
Überall da, wo das Ziel zu kurz gesetzt oder zu unklar ist oder wo nur eine ungenügende Motivationslage die Parteien dazu anhält, das vorgegebene Ziel zu verfolgen, kommt es zu Irritationen, die sich auf das Verhalten auswirken. Die Ursache ist meist Unsicherheit.
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Neben den unterschiedlichen Motivlagen wird das strategische Problem bereits dadurch verursacht, dass die Parallelverfahren meist gar nicht bekannt sind. Wer weiß z.B. schon, dass eine Scheidung aus mindestens fünf eigenständig verlaufenden Prozessen besteht, die formalen Verfahren wie z.B. das Gerichtsverfahren und die zur Salamitaktig missbrauchten Einzelverfahren einer Scheidung gar nicht berücksichtigt. Wer weiß, dass jedes Verfahren ein unterschiedliches Ziel verfolgt und auch unterschiedliche Herangehensweisen. Sobald Sie sich das bewusst machen, ist völlig klar, dass es zu Irritationen kommt, die nur aus der Metasicht gelöst werden können.
Der Prozessabgleich
Um die Störungen auszuschalten, müssen sich der Mediator bzw. der Sachbearbeiter oder die Partei überhaupt erst einmal klar werden, welche Prozesse überhaupt anhängig sind und welche Strategien sie jeweils vorhalten. Damit werden auch verborgene Prozesse, wie z.B. die psychologische Streitbewältigung oder soziale Prozesse angesprochen.
Es macht Sinn, die Untersuchung an den Merkmalen und Staionen der Mediation zu messen. Dann ist für jeden Prozess zu prüfen, ob es eine Zielvereinbarung gibt und ob die Zielfestlegungen auf ein gemeinsames Ziel zusammengeführt werden können.
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Die Metastrategie
Die Prozesse laufen parallel, wenn sie auf ein übereinstimmendes Ziel ausgerichtet werden. Die Zusammenführung erfolgt auf der Metaebene. Deshalb könnte eine Strategie, die die Prozesse und die Prozessabschnitte aus einer Metaperspektive verfolgt und steuert, als eine Metastrategie oder als eine übergeordnete Strategie bezeichnet werden. Ihr Ziel wäre die Koordination der Konflikthandlungen und Prozesse, sodass sie sich nicht gegenseitig behindern. Den Begriff der Metastrategie gibt es tatsächlich. Aber was ist das gemeinsame Ziel?
Auch hier hilft die Mediation. Ihr Ziel ist das Finden einer Lösung, die für alle nützlich ist. Der Fokus, der hinter der Lösung liegt ist versöhnlich. Darauf kann man sich einlassen. Die jeweiligen Verfahren müssen sich lediglich darauf einstellen oder einlassen können. Die Herausforderung ist jetzt, dieses gemeinsame Ziel zu finden und zu vereinbaren. Das könnte mit einem vorgelagerten Verfahren geschehen.
Bedeutung für die Mediation
Der Vorgang ist ein Beispiel dafür, wie die Mediation den gedanklichen Prozess reguliert auch wenn die Parteien sich nicht in einer Mediation befinden. Sie finden die Orientierung dazu in einer sogenannten virtuellen Mediation. D.h. sie überlegen, welches Hindernis sie zu bewältigen hätten, wenn es sich bei dem Prozess um eine Mediation handelt. Die Lösungshindernisse geben Anhaltspunkte wo danach zu suchen ist.
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Aliase: Strategieinkohärenz
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