Auswahlhilfe
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Zum Thema » Bevor Sie sich für eine professionelle Konflikthilfe entscheiden können, muss zunächst in etwa klar sein, welches Verfahren und welche grundsätzliche Strategie für Ihren Konflikt geeignet sind. In früheren Zeiten hätte man dafür vielleicht den Pfarrer, die Großmutter oder eine andere erfahrene Person aus dem Umfeld gefragt – Menschen, die Lebenserfahrung haben und keinen Eigennutz am Ausgang des Konflikts oder am gewählten Vorgehen verfolgen. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Suche nach Unterstützung im Freundes- oder Familienkreis auch heute noch die naheliegendste und häufigste Strategie der Konfliktbewältigung ist.1
Das ist grundsätzlich sinnvoll. Noch hilfreicher ist es jedoch, sich bewusst zu machen, warum man gerade diese Person auswählt und welche Art von Unterstützung man von ihr erwartet.
Das Beispiel macht deutlich, dass bereits die Wahl des Ratgebers Einfluss auf den weiteren Verlauf der Konfliktbeilegung nimmt. Sie zeigt oft, welche Form der Unterstützung Ihnen vertraut ist und welche Art von Konfliktbeilegung sich für Sie stimmig anfühlt. Es erlkeichtert den Weg,m wenn Sie sich folgendes bewusst machen:
Leitsatz 17453 - Die Wahl der Unterstützung beeinflusst den Weg in die Konfliktbeilegung. Deshalb sollte man sich über die erforderliche Hilfe stets bewusst sein und prüfen, ob sie wirklich hilfreich und erforderlich ist.
Die beste Konfliktbewältigung ist immer die, die man selbst vornehmen kann. Weil Freunde, Verwandte oder andere Vertrauenspersonen dabei häufig eine wichtige Rolle spielen, gibt es im Wiki eigene Startseiten für eben diese Zielgruppe, damit Freunde, Beistände und andere Unterstützer sich erkundigen können, wie sie Ihnen am besten zur Seite stehen.
Der Weg in die professionelle Unterstützung
Die – oft unbewusst getroffene – Grundentscheidung im vorausgegangenen Beispiel setzt sich fort, wenn professionelle Beraterinnen und Berater hinzugezogen werden.
Verfahrenswahl als erster Entscheidungsschritt
Um überhaupt eine Idee zu bekommen, an welchen Dienstleister Sie sich wenden, müssen Sie eine Vorstellung von dem gebotenen Konfliktbeilgungsverfahren haben. Sie gehen nicht zu einem Therapüeuten, wenn sie ein Gerichtsverfahren als geboten ansehen.
Auch hier ist zu berücksichtigen, dass Konfliktdienstleister in der Regel die Verfahren empfehlen, mit denen sie selbst arbeiten und in denen sie ausgebildet sind. Zugleich hängt die Zuständigkeit stark vom gewählten Verfahren ab. Sie werden keinen Anwalt aufsuchen, wenn eine therapeutische Bearbeitung erforderlich ist, und keine Therapie beginnen, wenn es primär um eine rechtliche Klärung geht. Die Verfahrenswahl ist daher ein zentraler erster Schritt. Ein unabhängiges Clearingverfahren, das systematisch durch diese Entscheidung führt, existiert bislang nicht.
Die Bedeutung der Konfliktanalyse
Da ein solches Clearing fehlt, müssen angefragte Konfliktdienstleister ihre Zuständigkeit selbst prüfen. Dafür ist entscheidend, dass sie den Konflikt unbefangen und ohne Eigeninteresse betrachten können und in der Lage sind, eine Konfliktanalyse vorzunehmen. Diese dient dazu, den eigentlichen Konfliktmotor zu erkennen, Symptome von Ursachen zu unterscheiden, die relevanten Themen herauszuarbeiten und einzuschätzen, ob und in welchem Umfang diese im gewählten Verfahren bearbeitet werden können.
Bearbeitungstiefe und emotionale Dimension
Eine Konfliktanalyse zeigt nicht nur, worum es geht, sondern auch, wie tief der Konflikt bearbeitet werden muss. Starke emotionale Betroffenheit ist ein Hinweis darauf, dass eine rein sachliche Bearbeitung nicht ausreicht. Der Konflikthelfer muss dann in der Lage sein, Emotionen wahrzunehmen und zu berücksichtigen, ohne sie zu übernehmen oder selbst Teil des Konflikts zu werden.
Kosten und erwarteter Nutzen
Sobald Sie eine Vorstellung davon haben, welche Art von Konfliktdienstleister grundsätzlich in Frage kommt, sollten Sie offen über Kosten und den zu erwartenden Nutzen sprechen. Beides muss in einem angemessenen Verhältnis stehen. Wichtig ist dabei, dass der Nutzen benannt werden kann. Er beschreibt nicht das konkrete Ergebnis, sondern den Mehrwert für Sie, etwa Klarheit, Entlastung, bessere Entscheidungsfähigkeit, rechtliche Orientierung oder eine verbesserte Kommunikation.
Verfahrensziele und Verfahrenszweck
Rollenverständnis des Konfliktdienstleisters
Ein zentrales Auswahlkriterium ist das Rollenverständnis. Nicht alle Anwälte, Therapeutinnen oder Mediatoren arbeiten mit demselben Selbstverständnis. Manche sehen ihre Aufgabe darin, die Interessen einer Partei konsequent durchzusetzen, andere begleiten Prozesse oder stellen eine neutrale Struktur bereit. Für Sie ist wichtig zu erkennen, welche Rolle der Dienstleister einnimmt und welche Verantwortung bei Ihnen verbleibt. Fragen Sie nach Arbeitsweise, Zuständigkeiten und Grenzen der Unterstützung.
Unabhängigkeit und Offenheit
Eng damit verbunden ist die Unabhängigkeit. Professionelle Konflikthilfe setzt voraus, dass der Dienstleister kein eigenes Interesse am Ausgang des Konflikts oder an der Dauer des Verfahrens hat. Achten Sie darauf, ob Ihnen verschiedene Optionen eröffnet werden oder ob frühzeitig auf ein bestimmtes Vorgehen festgelegt wird. Gute Konflikthilfe erweitert Ihren Handlungsspielraum. Ein Warnsignal kann es sein, wenn sehr schnell einfache Lösungen angeboten oder andere Verfahren pauschal abgewertet werden.
Erfahrung mit vergleichbaren Konflikten
Auch die Erfahrung mit ähnlichen Konfliktkonstellationen spielt eine Rolle. Unterschiedliche Konfliktfelder folgen unterschiedlichen Dynamiken. Fragen Sie nach, mit welchen Arten von Konflikten der Dienstleister üblicherweise arbeitet und wie er oder sie mit Eskalationen, Machtungleichgewichten oder starken Emotionen umgeht. Entscheidend ist dabei weniger die perfekte Antwort als Offenheit und Reflexionsfähigkeit.
Passung von Arbeitsweise und Kommunikation
Ebenso sollte die Arbeitsweise zu Ihnen passen. Manche Menschen benötigen klare Struktur und Führung, andere eher Raum zum Erzählen und Nachdenken. Ein erstes Gespräch dient daher nicht nur der inhaltlichen Klärung, sondern auch dazu zu prüfen, ob Vertrauen entstehen kann. Vertrauen bedeutet dabei nicht Zustimmung, sondern das Gefühl, ernst genommen und fair behandelt zu werden.
Kosten und Nutzenabwägung
Schließlich gehört eine realistische Kosten- und Nutzenabwägung zur Auswahlentscheidung. Seriöse Konfliktdienstleister können nicht garantieren, wie ein Konflikt endet, wohl aber erläutern, welchen Nutzen ihr Vorgehen haben kann und unter welchen Bedingungen ein Abbruch sinnvoll wäre. Zögern Sie nicht, Angebote zu vergleichen oder eine zweite Einschätzung einzuholen.
Auswahl als Teil der Konfliktbearbeitung
Die Auswahl eines Konfliktdienstleisters ist selbst bereits Teil der Konfliktbearbeitung. Mit ihr entscheiden Sie, welchen Weg Sie einschlagen, wie viel Eigenverantwortung Sie übernehmen und welche Art von Unterstützung Sie zulassen. Nehmen Sie sich dafür Zeit. Eine bewusste Auswahl erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das gewählte Verfahren und die beteiligten Personen tatsächlich zu Ihnen und Ihrem Anliegen passen.
Am Ende dieser Seite finden Sie eine Checkliste mit konkreten Fragen für das Erstgespräch, die Ihnen hilft, Ihre Eindrücke zu ordnen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Fragen an den Konfliktdienstleister
Bedeutung für die Mediation
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Was tun wenn ...
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- Weitere Empfehlungen im Fehlerverzeichnis oder im Ratgeber
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