Mediationskonfiguration
Die Mediationskonfiguration stellt sicher, dass die Mediationsklassen korrekt miteinander kombiniert werden.
Die Mediationskonfiguration bezeichnet die systematische Abstimmung und Zusammenstellung der wesentlichen Merkmale einer Mediation. Sie beschreibt, wie unterschiedliche Klassen oder Dimensionen der Mediation so miteinander kombiniert werden, dass ein stimmiges und funktionsfähiges Gesamtverfahren entsteht.
Die Mediationsklassen
Zu den relevanten Dimensionen gehören insbesondere:
- das Mediationskonzept
- das Mediationsmodell (z. B. evaluativ, transformativ)
- das Mediationsformat (z. B. Präsenz, Online, Shuttle)
- das Anwendungsfeld (z. B. Familie, Wirtschaft, Organisation)
- der persönliche Stil
Der Zusammenhang
Alle Klassen stehen in einem logischen Zusammenhang zueinander. Das bedeutet, sie können nicht beliebig miteinander kombiniert werden. Geschieht dies dennoch, kann es im Verlauf der Mediation zu Irritationen, Inkonsistenzen oder Wirksamkeitsverlusten kommen.
Im Zusammenspiel der Klassen lässt sich prüfen, ob eine transformative Mediation (noch) zum Harvard-Konzept passt, ob die Online-Mediation ein dafür geeignetes Format darstellt und ob eine transformative Online-Mediation nach dem Harvard-Konzept für eine Familienmediation mit hoher Eskalation geeignet ist. Das Beispiel verdeutlicht, dass die Klassen nicht beliebig kombinierbar sind.
Die folgende Grafik soll zeigen, wie sich unterschiedliche Kombinationen auswirken:
Planung und Kontrolle
Die Mediationskonfiguration trägt dazu bei, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Mediation kein willkürliches Bauchgefühl ist, sondern systematisch geplant werden kann und sollte. Eine ungeeignete Kombination kann die Wirksamkeit der Mediation beeinträchtigen oder zu methodischen Widersprüchen führen.
Die zu Beginn und fortlaufend vorzunehmende Mediationskonfiguration dient dazu,
- die Passung der einzelnen Elemente sicherzustellen,
- die Mediation situationsgerecht auszurichten,
- und die methodische Konsistenz des Verfahrens zu gewährleisten.
Die Konfiguration ist während des gesamten Verfahrens zu überprüfen, da sich die Ausgangslage verändern kann. So kann es beispielsweise erforderlich werden, von einer transformativen zu einer evaluativen Mediation zu wechseln. Die Mediationskonfiguration sorgt in diesem Fall dafür, dass die übrigen Klassen entsprechend angepasst werden.
Die Mediationskonfiguration geht über eine bloße Klassifizierung hinaus, indem sie nicht nur einordnet, sondern die aktive Abstimmung und Kombination der Mediationsmerkmale beschreibt.
Eine gelungene Mediationskonfiguration ist damit eine zentrale Voraussetzung für die Qualität und den Erfolg eines Mediationsverfahrens.
Bedeutung für die Mediation
Die Mediationskonfiguration hat eine zentrale Bedeutung für die Praxis der Mediation. Sie ermöglicht es, das Verfahren bewusst zu gestalten, anstatt sich allein auf Erfahrung oder Intuition zu verlassen.
Sie hilft insbesondere,
- Fehlkombinationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden,
- die Erwartungen der Parteien besser zu steuern,
- die Vorgehensweise transparent zu machen,
- und die Qualität der Mediation nachvollziehbar zu sichern.
Darüber hinaus unterstützt sie die professionelle Reflexion der eigenen Arbeitsweise und erleichtert die Anpassung des Verfahrens an veränderte Bedingungen.
Damit wird die Mediationskonfiguration zu einem Instrument der Qualitätssicherung und der professionellen Verfahrenssteuerung.
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Siehe auch:
Prüfvermerk: -