| Willenserklärung | Die Willenserklärung ist eine Äußerung, die unmittelbar auf die Herbeiführung eines bestimmten rechtsgeschäftlichen Erfolges gerichtet ist. Die Willenserklärung bezieht sich auf Rechtshandlungen. Sie umfasst in ihrem subjektiven Tatbestand verschiedene Bewusstseinsebenen, die im Handlungswillen, im Geschäftswillen und im Rechtsbindungswillen Ausdruck kommen. Die Prüfung von Willenserklärungen kommt in der Mediation im Zusammenhang von Bevollmächtigungen und bei der Abschlussvereinbarung in Betracht. |
| Abschlussstatement | Das Abschlussstatement oder die Abschlusserklärung ist von der Abschlussvereinbarung zu unterscheiden. Anders als die Abschlussvereinbarung, die den Abschluss der Mediation manifestiert, gibt es Fälle, wo der Abschluss festgehalten wird, auch wenn es zu keiner Abschlussvereinbarung gekommen war. Die Feststellung dass und gegebenenfalls mit welcher Bedeutung die Mediation beendet wurde kann für die Parteien und das weitere Vorgehen von Bedeutung sein. |
| Mediationsmeditation | Es geht um eine Mediation über eine fehlerhafte Mediation und einen Streit darüber. Die Mediationsmediation betrifft somit ein Anwendungsfeld der Mediation, das spezielle Kenntnisse über die Mediation verlangt. |
| Dissoziation | Die Dissoziation grenzt sich von der Assoziation ab. Während Assoziation die Verbindung von Ideen oder Reizen darstellt, beschreiben Dissoziationen die Trennung oder Entfremdung von mentalen Prozessen oder Aspekten des Bewusstseins. Dissoziationen werden im NLP als Submodalitäten zum differenzierten Umgang mit Sinneswahrnehmungen genutzt. |
| kritischer Realismus | Der Kritische Realismus geht davon aus, dass es eine objektive Realität gibt, die unabhängig von unserem Denken und Bewusstsein existiert. Er unterscheidet zwischen dem, was beobachtet werden kann (Empirie) und den zugrunde liegenden Ursachen und Mechanismen (Ontologie). Es wird angenommen, dass unser Wissen über die Realität begrenzt ist und dass unser Verständnis durch unsere Erfahrungen und die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, geprägt wird. Das Konzept wird in manchen Mediationen aufgegriffen. |
| Insight Mediation | Der Begriff könnte mit Einsichtsmediation übersetzt werden. Es geht darum, Konflikte zu transformieren, indem die Parteien Einblicke in sich selbst und andere gewinnen. Die Parteien werden dabei unterstützt, Gefühle der Bedrohung zu erforschen, die sie daran hindern, eigenständig Lösungen zu entwickeln. Durch Einsichten lösen sie sich von den Gefühlen der Bedrohung und dies eröffnet Wege für eine echte Neugier, die kooperativere und weniger bedrohliche Formen der Interaktion erkunden kann. |
| Fall | Das Wort Fall hat mehrere Bedeutungen. Hier wird es als eine sich in einer bestimmten Weise darstellende Angelegenheit oder Sache verstanden, für die eine Mediation das geeignete Mittel zur Klärung ist. |
| Kündigungsbegründung | Der Mediator kann die Mediation beenden, wenn er der Auffassung ist, dass eine eigenverantwortliche Kommunikation oder eine Einigung der Parteien nicht zu erwarten ist. Die Beendigung bedeutet gegebenenfalls die Kündigung des Mediationsvertrages. Es ist umstritten, ob und wie sie begründet werden muss. |
| Mediationsstreit | Ein Streit über die korrekte oder fehlerhafte Durchführung der Mediation. Meist mit der Konsequenz einer Haftung, wenn sich ein gegen den Mediator gerichteter Vorwurf bewahrheitet. |
| Beschwerde | Die Beschwerde im engeren Sinne ist ein juristischer Terminus. Er fällt unter die Kategorie der Rechtsbehelfe. Ein Rechtsbehelf bezeichnet die Möglichkeit für eine Partei, gegen eine (hoheitliche) Entscheidung vorzugehen. Diese Möglichkeit scheidet in der Mediation schon deshalb aus, weil der Mediator keine Entscheidung trifft. Hier wird der Begriff der Beschwerde also weiter gefasst und im volkstümlichen Sinn als Äußerung über ein Fehlverhalten verstanden. Die Mediation bzw. der Mediator muss auch damit umgehen können. |
| Mediationsmediation | Dieser Begriff beschreibt eine Mediation über Streitigkeiten, die über eine Mediation entstanden sind. Das ist z.B. der Fall, wenn das Ergebnis fehlerhaft ist und wenn eine Partei den Mediator dafür verantwortlich macht, dieser aber seine Verantwortung bestreitet, sodass es zum Streit kommt. Die Mediationsmediation sucht nach Möglichkeiten, den Streit mediativ beizulegen. |
| Sprachbarrieren | Sprachbarrieren sind Hindernisse, die entstehen, wenn Menschen aufgrund von unterschiedlichen Sprachen oder Sprachkompetenzen Schwierigkeiten haben, effektiv miteinander zu kommunizieren. Diese Barrieren können verschiedene Formen annehmen und den Informationsaustausch erschweren oder verhindern. |
| Terminologie | Die Terminologie bezieht sich auf die Fachsprache oder den spezifischen Sprachgebrauch in einem bestimmten Fachgebiet oder einer bestimmten Domäne. Sie umfasst die systematische Erfassung, Benennung und Beschreibung von Fachbegriffen, die für ein bestimmtes Wissensgebiet oder eine bestimmte Fachdisziplin relevant sind. Die Terminologie dient dazu, eine einheitliche und präzise Kommunikation in einem Fachbereich sicherzustellen. Auch die Mediation verwendet eine Fachsprache. Sie ist aber noch nicht abgestimmt. Viele Begriffe werden zwar identisch verwendet aber unterschiedlich konnotiert.
Terminologie spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen Bereichen, darunter Wissenschaft, Technik, Medizin, Recht, Wirtschaft und Übersetzung. |
| Linguistik | Linguistik ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erforschung von Sprache befasst. Sie untersucht die Struktur, den Aufbau und die Funktionsweise von Sprache sowie die Art und Weise, wie sie erworben, verwendet und verstanden wird. Linguistik analysiert verschiedene Aspekte von Sprache, darunter Phonetik (Lautsysteme), Phonologie (Lautmuster), Morphologie (Wortbildung und -struktur), Syntax (Satzstruktur), Semantik (Bedeutung), Pragmatik (Sprachgebrauch im Kontext) und Sprachgeschichte. Der Umgang mit der Sprache spielt in der ;Mediation eine wichtige Rolle. Die Kenntnisse der Linguistik verhelfen zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge. |
| Wissenswerbung | Der Begriff wurde eingeführt, um auf ein spezifisches Problem der Werbung im Bereich der Mediation hinzuweisen und einen Ausweg anzubieten. Üblicherweise wird diese Form der Werbung als "informative Werbung", "edukative Werbung" oder "Bildungswerbung" bezeichnet. In allen Fällen geht es um den Ansatz, dass Werbung genutzt wird, um Informationen zu vermitteln, Kunden aufzuklären oder Bildungsinhalte anzubieten. Es geht auch umgekehrt, dass Informationen genutzt werden um Werbung zu ermöglichen. Dieser Ansatz findet sich im Wiki wieder. |
| Erwartungen abfragen | Erwartungen sind Annahmen, was andere tun würden oder sollten. Die Psychologie sieht in ihnen eine geistige Repräsentation zukünftiger Ereignisse. Im Sprachgebrauch wird die Erwartung auch für die positive oder negative Einstellung für das Eintreffen einer Person oder das Eintreten eines Ereignisses angesehen. In allen Fällen handelt es sich um Vorstellungen oder Annahmen darüber, wie etwas in der Zukunft sein wird oder wie sich jemand verhalten wird oder sollte. Erwartungen spielen in der Mediation in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle. |
| Ich-Zentriertheit | Die Ich-Zentriertheit oder die Ich-Zentrierung bezieht sich auf eine starke Fokussierung auf das eigene Selbst, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen. Sie kann zu einer Selbstbezogenheit führen, bei der die eigene Person und das eigene Wohlbefinden im Vordergrund stehen. Allerdings kann die Ich-Zentriertheit auch auf eine gesunde Selbstreflexion und Selbstfürsorge hinweisen, wenn sie mit einem angemessenen Bewusstsein für andere Menschen verbunden ist. Die Mediation unterstreicht die Selbstreflexion und fordert die Selbstfürsorge ein. |
| Selbstbild | Das Selbstbild ist von der Selbstsicht zu unterscheiden. Der Begriff wird synonym mit dem Selbstkonzept verwendet. |
| Selbstkonzept | Das dem humanistischen Menschenbild entsprechende Konzept der Selbstverwirklichung. Nach Rogers entwickelt der Mensch ein Selbstkonzept, das aus dem Spannungsverhältnis zwischen dem Ideal-Selbst, das den Erwartungen der Umwelt entspricht, und dem Real-Selbst, das dem Selbstzutrauen entspricht. |
| Vertrauensgrundsatz | Vertrauen spielt eine wichtige Rolle in der Mediation. Es ist auf mehreren Ebenen herzustellen. Die Partei muss dem Verfahren, dem Mediator, in gewisser Weise der Gegenseite und hauptsächlich sich selbst vertrauen. Der Vertrauensgrundsatz erinnert daran, alles zu unterlassen, was das Vertrauen gefährdet. Der Grundsatz ergibt somit Verhaltensanweisungen an den Mediator. |