Loading...
 
Skip to main content

Mediationsvarianten & Co

Lexikon

Datensatz-ID: 14278
Bezeichnung: Mediationsvarianten
Verzeichnisse: Allgemein, Mediationen
Verwendung:
Fachbuch: Mediation-Systematik
Siehe auch:

Wissensmanagement » Abteilung Wissen → Archiv
Es geht um die Erkennbarkeit der Mediation und somit auch um die Frage, was Mediation überhaput ist oder sein könnte.

Um eine saubere Einordnung der Mediationen u.a. in das Mediationsverzeichnis zu ermöglichen, bedarf es der Erkennungsmerkmale. Es geht nicht darum, was eine Mediation zur Mediation macht, sondern darum, was der Anlass sein soll, sich im konkreten Fall mit der Frage zu befassen. Letztlich geht es darum, was alles in der Mediationsdatenbank zu erfassen ist und was nicht.

Einordnung in die Mediationssystematik
Die Mediationssystematik unterscheidet verschiedene Klassen, die in ihrer Kombination ein klares Bild über die Leistungsfähigkeit der Mediation ergeben. Das Mediationsverständnis bildet den Ausgangspunkt. Es gibt die Ausrichtung vor.

Mediationssystematik Mediationsverzeichnis

Erkennbarkeit

Bei jedem Eintrag in das Mediationsverzeichnis stellt sich die Frage, ob ein Verfahren als Mediation erkennbar und damit eintragungsfähig ist. Die sogenannte Zweifelregelung unterstützt die Datenerfassung, indem sie auch solche Verfahren erfasst, deren Einordnung noch nicht abschließend geklärt ist. Dies ist aus Gründen wissenschaftlicher Zurückhaltung geboten, da nur auf dieser Grundlage eine spätere Überprüfung, Präzisierung oder Korrektur der Zuordnung möglich wird.

Die Erfassung dient damit nicht der Vorfestlegung, sondern der Dokumentation und Analyse. Wo eine Zuordnung gelingt, trägt sie zur Systembildung bei; wo sie nicht gelingt, wird dies ebenfalls sichtbar. Verfahren, die sich trotz vorhandener Informationen nicht systematisch einordnen lassen, werden als Mediationswaisen bezeichnet. Dabei handelt es sich um Verfahren, die zwar den Begriff „Mediation“ verwenden oder mediationsnahe Elemente aufweisen, sich jedoch keiner belastbaren mediationssystematischen Kategorie zuordnen lassen.

Die Erkennbarkeit der Mediation bildet somit einen zentralen Maßstab für die Aufnahme in die Datenbank. Sie beantwortet die vorgelagerte Frage, ob überhaupt von Mediation gesprochen werden kann, ohne bereits eine qualitative Bewertung vorzunehmen.

In diesem Portal wird die Erkennbarkeit an folgenden Kriterien ausgerichtet:

  1. Benennung als Mediation (Siehe Mediationsbezeichnungen)
  2. Äußere Sichtbarkeit mediationsspezifischer Mechanismen (Siehe Erscheinungsformen)
  3. Systematische Zuordnungsfähigkeit (Siehe Mediationsvarianten)

Fachlicher Hinweis

Bitte beachten Sie, dass die Frage der Erkennbarkeit keine Qualitätsaussage ist und kein Anerkennungsurteil darstellt. Sie dient ausschließlich der transparenzschaffenden Erfassung und der Möglichkeit, Mediationen – oder mediationsnahe Verfahren – systematisch unterscheidbar zu machen. Auch ersetzt sie nicht die Prüfung der Zulässigkeit und Geeignetheit.

Voraussetzungen der Mediation

Mediationsbezeichnungen

Im Mediationsverzeichnis werden Sie den Eintrag "Gemeinwesenmediation" finden. Bei genauem Hinschauen stellt es sich heraus, dass es eher ein Marketingkonzept als um Variante handelt, die eine spezielle Mediation beschreibt oder erfordert. Mit dem Begriff der Mediationsbezeichnungen werden also Namen erfasst, die die Bezeichnung Mediation is sich tragen, ohne damit eine Aussage zu treffen, ob es sich tatsächlich um eine Mediation handelt oder nicht.

Erscheinungsformen

Mit den Erscheinungsformen ist die äußere Wahrnehmbarkeit der jeweiligen Mediation gemeint. Der Begriff soll zum Ausdruck bringen, dass die Mediation in irgendeiner Form in Erscheinung tritt. Ein Beispiel wäre die Ausübung der integrierten Mediation in einem Gerichtsverfahren. Auch wenn es sich nicht um das Mediationsverfahren handelt, kommt die Mediation - je nach Verwendung - zum Ausdruck. Ähnliches gilt für das Güterichterverfahren. Erscheinungsformen sind keine eigenständige mediative Kategorie, sondern eine kontextuelle Beschreibung. Sie können sowohl mit klassischen als auch mit abgewandelten oder hybriden Mediationsansätzen kombiniert sein.

Mediationsvarianten

Als Mediationsvarianten werden Ausprägungen der Mediation bezeichnet, die einer Mediationsklasse zugeordnet werden können. Eine Variante kann also z.B. das Mediationsverfahren nach dem Konzept der integrierten Mediation sein oder die Mediation nach dem Harvard Konzept. Die unterschiedlichen Mopdelle wie facilkitative, evaluative Mediation usw. stellen Varianten dar, ebenso Formate wie Co-, Team, Shuttle-Mediation usw. Auch die Fachmediationen und Stile sind Klassen, denen Mediationen zugeordnet werden können. Wo dies nicht möglich ist, wird von Mediationswaisen gesprochen.

Fachmediationen

Obwohl die Fachmediationen nur eine Mediationsvariante darstellen, die der Klasse Anwendungsfelder zugeordnet wird, ist eien Abgrenzung sinvoll, um Verwechselungen zu vermeiden. Dadurch, dass die Fachmediationen nur eine Klasse der Mediationssystematik abbilden, lassen sie sich mit Formaten, Modellen und Stilen kombinieren. Fachmediationen ergeben sich aus dem Anwendungsfeld und zwar nur dann wann und wo der Anwendungsbereich ein spezielles Wissen oder eine spezielle Kompetenz erfordern.

Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen.
Bearbeitungsstand: 2026-01-19 12:53 / Version .

Siehe auch:
Aliase: Mediationsvarianten
Prüfvermerk: -