Kooperationsprinzip
Datensatz-ID: 13622
Bezeichnung: Kooperationsprinzip
Verzeichnisse: Allgemein
Verwendung:
Fachbuch: Grundsätze
Siehe auch:
Beitragsthemen:
Die Prinzipien werden auch als Werkzeuge der Mediation erfasst, weil sie dazu beitragen, den Prozess zu steuern und in die richtige Richtung zu lenken.
Dieser Grundsatz folgt einer strategischen Anforderung. Die Mediation ist ein kooperatives Verfahren. Wenn die Parteien nicht kooperieren, wird die Mediation scheitern. Der Mediator muss also darauf achten, dass sich die Parteien auf eine Kooperation einlassen können.
Die Strategie ergibt sich aus der Zielsetzung: Wenn die Mediation als gemeinsame Suche nach einer Lösung definiert wird, ist die Kooperation die naheliegende und notwendige Strategie. Wird die Zielvereinbarung unterlassen, sollte der Mediator darauf hinweisen, dass die Parteien zu kooperieren haben – und er muss die Kooperation auch aktiv einfordern.
Das ist ein Grundsatz der Mediation
Mediationsgrundsätze sind grundsätzlich zu beachten. Dabei sind Regeln einzuhalten. Eine Verletzung der Grundsätze kann eine Pflichtverletzung begründen und zur Haftung führen.
Mediationsgrundsätze
Kooperationskontrolle
Mediation funktioniert nur, wenn die Parteien kooperieren. Sobald sie wieder in alte Muster der Konfrontation zurückfallen, gerät das Verfahren ins Stocken. Deshalb gehört die Kooperationskontrolle zu den wichtigsten Aufgaben des Mediators.
Woran wird erkennbar, dass die Kooperation abdriftet?
- Eine Partei unterbricht ständig → die andere Partei verliert die Geduld.
- Schuldzuweisungen („Das ist alles Ihre Schuld!“) ersetzen die sachliche Beschreibung.
- Es wird gegeneinander argumentiert, statt nach Gemeinsamkeiten zu suchen.
- Emotionen wie Wut oder Resignation überlagern die Gesprächsbereitschaft.
- Jemand verweigert aktiv die Mitarbeit („Ich sehe hier keinen Sinn mehr“).
Was kannst der Mediator tun?
- Spur halten: Erinnere an die Regeln („Bitte lassen Sie einander ausreden“).
- Meta-Ebene einführen: Sprich die Situation offen an („Mir fällt auf, dass wir gerade eher kämpfen als gemeinsam suchen. Wollen wir das kurz sortieren?“).
- Re-Framing: Formuliere Vorwürfe um in Interessen oder Bedürfnisse („Sie möchten gehört werden“ statt „Sie schreien immer dazwischen“).
- Regeln zurückholen: Verweise auf die zu Beginn getroffene Vereinbarung zur Kooperation.
- Druck rausnehmen: Kurze Pause, Atmung, ggf. Vertagung einer Runde, wenn die Emotionen zu hoch sind.
Kooperationskontrolle heißt: Die Spur der Zusammenarbeit sichern.
Wenn die Parteien wieder auf Konfrontation umschalten, bist du als Mediator derjenige, der sie sanft, aber bestimmt zurück in den Mediationsmodus führt.
Siehe auch:
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Die Grundsätze der Mediation geben Orientierung und helfen bei der korrekten Umsetzung der Mediation.
Es ist also wichtig, sie im Einzelnen zu kennen und korrekt umzusetzen.
Das hier besprochene Prinzip ist:
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Aliase: Kooperationsprinzip
Siehe auch: Ratgeber für Interventionen
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