Konfliktkonsistenz
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Weil die Mediation eine Konfliktbeilegung erreichen will, muss sie sich intensiv mit dem Konflikt auseinandersetzen.
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In der Konfliktarbeit reicht es nicht aus, einzelne Methoden oder Schritte isoliert anzuwenden. Entscheidend ist, ob der gesamte Prozess in sich stimmig auf den zugrunde liegenden Konflikt bezogen bleibt. Konfliktkonsistenz beschreibt diese durchgehende Ausrichtung und ermöglicht es, die Qualität und Wirksamkeit eines Konfliktbearbeitungsprozesses zu beurteilen.
Definition
Konfliktkonsistenz bezeichnet die innere Stimmigkeit und Durchgängigkeit eines Konfliktbearbeitungsprozesses im Hinblick auf den zugrunde liegenden Konflikt.
Ein Verfahren ist konfliktkonsistent, wenn alle Phasen, Schritte und Interventionen erkennbar auf die Konfliktstruktur bezogen sind und in einer logischen Beziehung zueinander stehen.
Kerngedanke
Konfliktbearbeitung ist nur dann wirksam, wenn sie sich am tatsächlichen Konflikt orientiert und nicht an dessen Symptomen oder Nebenerscheinungen. Konfliktkonsistenz bedeutet daher, dass der Prozess einer nachvollziehbaren Konfliktlogik folgt, dass jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut und dass die Interventionen am Konfliktkern ausgerichtet bleiben. Fehlt diese Konsistenz, entstehen Brüche im Verfahren, die die Wirksamkeit der Konfliktbearbeitung erheblich reduzieren können.
Funktion in der Konfliktarbeit
Das Institut der Konfliktkonsistenz dient als Prüf- und Steuerungsgröße innerhalb der Konfliktarbeit. Sie ermöglicht die Überprüfung, ob der Prozess konfliktnah geführt wird, die Identifikation von Abweichungen oder Brüchen und die gezielte Nachsteuerung im Verfahren Sie beantwortet die zentrale Frage, ob der Konflikt tatsächlich bearbeitet – oder wird an ihm vorbeigearbeitet? wird.
Anwendung in der Mediation
Die Konfliktkonsistenz orientiert sich an der Phasenlogik. Die Phasenlogik gewährleistet einen in sich stimmigen und logischen Ablauf der Mediation. Das gilt zumindest dann, wenn die Mediation im Sinne der kognitiven Mediationstheorie durchgeführt wurde. Weil die Mediation eine Arbeit am Konflikt ist, stellt die Konflikthypothese den Ausgangspunkt dar. Von Phase zu Phase kann jetzt überprüft werden ob und wie konfliktnah die Mediation abgewickelt wurde und inwieweit das Ergebnis den Konflikt tatsächlich beilegen kann. Die nachfolgende Skizze deckt den Zusammenhang auf.
Die Themen müssen der Konfliktanalyse entsprechen, die Motive und Interessen dem Thema, die Lösungen wiederum sollten den Motiven entsprechen und von den Positionen abweichen (weil sich sonst nichts verändert hat). Das Schema deckt sich mit der Mediationslandkarte, mit der sie veranschaulichen können, welche Schritte im Verfahren zurückgelegt wurden.
Bedeutung für die Mediation
Eine hohe Konfliktkonsistenz erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Konflikt in seiner Struktur erfasst wird, die Bearbeitung zielgerichtet verläuft und das Ergebnis nachhaltig wirksam ist. Die fehlende Konfliktkonsistenz führt dagegen häufig zu Scheinlösungen, Rückfällen in den Konflikt oder ineffektiven und widersprüchlichen Interventionen. Kurz gesagt gewährleistet die Konfliktkonsistenz die Sicherstellung, dass in jeder Phase tatsächlich am Konflikt gearbeitet wird.
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