Loading...
 
###LINK1###

Die Mediation in der Praxis###LINK35###

###LINK36### Fachbuch Mediation → 9. Abschnitt Praxis
Dieser Buchabschnitt widmet sich daher dem Einfluss der praktischen Anwendung auf die Mediation und zeigt, wie Theorie und Realität miteinander in Einklang gebracht werden können.

###LINK37###

Diese Seite gehört zum Fachbuch Mediation
Wikiabteilung: ###LINK38### → Rubrik: ###LINK39###
Buchabschnitt: ###LINK40###
Dieser Beitrag ist das Deckblatt des 9. Buchabschnitts.
###LINK41### ⇒ Weiter: ###LINK42###

###LINK43### ###LINK44### ###LINK45### ###LINK46### ###LINK47### ###LINK48### ###LINK49###
Die Themen
  • ###LINK50###
  • ###LINK51###
  • ###LINK52###
  • ###LINK53###
  • ###LINK54###
  • ###LINK55###
  • ###LINK56###
  • ###LINK57###
  • ###LINK58###

###LINK59######LINK60###


###LINK61### Wenn Sie den erweiterten ###LINK62### zugrunde legen und die Schlussfolgerungen im ###LINK63### teilen, wird deutlich, dass die Möglichkeiten zur Verwendung der Mediation weit über die beruflichen Aspekte hinausgehen. Praxis wird als die Art und Weise definiert, etwas zu tun. Das was getan wird, kann von dem abweichen, was getan werden soll und wie es getan werden sollte. Die theoretische Auseinandersetzung mit der Mediation ist das Eine. Ihre praktische Verwendung ist das Andere. Idealerweise korrespondieren Theorie und Praxis miteinander, sodass sich die Theorie nicht nur mit Überlegungen, sondern auch mit den Begebenheiten auseinandersetzen kann. Die Praxis ist herausgefordert.

Anforderungen der Praxis###LINK64###

Es gehört zur Kunst der Mediation, den Prozess flexibel an die Bedürfnisse der Praxis anzupassen. Diese Flexibilität ist zugleich Chance und Herausforderung:

  1. Herausforderung: Die Herausforderung liegt in der erforderlichen Kompetenz. Mediator:innen müssen genau wissen, wo die Grenzen des Verfahrens verlaufen und wie der Prozess so gestaltet wird, dass am Ende tatsächlich eine Mediation entsteht.
  2. Chance: Die Chance liegt in der hohen Anpassungsfähigkeit und der daraus resultierenden Produktvielfalt. Wer die mediative Kompetenz voll ausschöpft, erkennt, dass sich weit mehr Möglichkeiten ergeben als nur die Durchführung eines klassischen Mediationsverfahrens.

Diese Erkenntnis ist Ausgangspunkt für alle weiterführenden Überlegungen:

Es geht nicht nur um die Ausgestaltung der Dienstleistung, sondern auch um die Frage, was das eigentliche Produkt der Mediation ist, welche Varianten denkbar sind, wie sich Angebot und Nachfrage gestalten, welche Fälle es gibt, wie sie zu bearbeiten sind und welche neuen Anwendungsmöglichkeiten entstehen können. Weil dieses Thema weit über einen einzelnen Buchabschnitt hinausgeht und eigenes Wissen generieren soll, stellt der Thinktank Mediation hierfür eine eigene Abteilung ###LINK65### bereit, die Sie im Hauptmenü finden.

###LINK66###

Der auf Wissen ausgerichtete Teil des Fachbuchs konzentriert sich daher weniger auf konkrete Praxisprobleme, sondern auf die Frage, welche Anforderungen an die Auseinandersetzung mit der Praxis zu stellen sind – und wie diese in die Weiterentwicklung der Mediation einfließen können.

Die notwendige Unterscheidung###LINK67###

Auch bei der Auseinandersetzung mit der Praxis der Mediation kommt die Frage auf, was Mediation überhaupt ist. Die Forschung belegt, dass 86 Prozent der Bevölkerung bereits von der Mediation gehört haben.###LINK68### Ist sicher, dass sie das Wort nicht mit Meditation verwechseln und dass sie nicht nur davon gehört, sondern auch verstanden haben was das ist? Zweifel ergeben sich, weil die vermeintliche Bekanntheit der Mediation so weit von der Nachfrage abweicht. Konsumenten, wirklich verstanden haben, was Mediation ist, müssten in ihr eine alternativlose Herangehensweise bei der Konfliktbeilegung erkennen. Was stimmt also nicht, wenn die Mediation trotz der vermeintlich großen Bekanntheit nicht dementsprechend nachgefragt wird? Möglicherweise ist die Mediation zwar bekannt, aber wird nicht verstanden. Dazu einige Eindrücke aus der Praxis:

###LINK69### - Eine Frau ruft den Mediator an. Sie fragt: "Sie machen doch Mediation, richtig?" Der Mediator antwortet mit Ja. Die Frau fährt fort: "Ist das nicht so etwas, wo mein Mann nachher genau versteht worauf es mir ankommt?". Der Mediator ist begeistert und sagt: "Dann wissen Sie schon einiges über die Mediation. Am Ende werden Sie aber auch verstehen, worauf es dem Mann ankommt". Bevor der Mediator den Gedanken ausführen konnte, bedankte sich die Frau und legte den Hörer auf.

###LINK70### - Ein Arbeitgeber fragt eine Mediation nach. Er habe den Begriff schon mal irgendwo gelesen und meint, dass eine Mediation für seine Zwecke geeignet sei. Im Vorgespräch mit dem Mediator stellt sich schließlich heraus, dass er nur eine Moderation haben will.

###LINK71### - Parteien wenden sich an den Mediator. Warum sie die Mediation nachfragen begründen sie damit, dass Anwälte den Fall doch nur in die Eskalation treiben. Sie hätten gehört, dass dies bei der Mediation nicht der Fall wäre. Was sie brauchen ist eigentlich nur eine Rechtsberatung.


Auch die Evaluierung zum Mediationsgesetz belegt, dass 91% der befragten Mediatoren vom formellen oder schulmäßigen Mediationsverfahren situationsbezogen abweichen und gegebenenfalls die Mediation sogar "in einem vollständigen Systemwechsel bis hin zur Schlichtung" umwandeln.###LINK72### Ohne an dieser Stelle näher auf die Beobachtungen einzugehen, wird deutlich, dass es einen Handlungsbedarf gibt, wenn die Mediation besser nachgefragt werden soll. Um diesem Bedarf auf den Grund zu gehen, soll zunächt zwischen dem Angebot der Mediation als eine zum Mediationsgesetz passende Dienstleistung unterschieden werden und dem Bedarf nach Mediation, der darüber hinausgeht. Das Angebot der Mediation kommt in der Mediation als Dienstleistung zum Tragen.

Mediation als Dienstleistung###LINK73###

Es ist kaum verwunderlich, dass sich alle Irritationen auf die Dienstleistung auswirken. Deshalb steht auch hier die Frage im Vordergrund, was die Dienstleistung des Mediators genau ist und worin sie besteht. Die nächste Frage ist, ob sich die Sicht des Dienstleisters mit der des Kunden deckt. Ist beiden klar, dass die Mediation nur eine ###LINK74### ist? Wie geht der Mediator damit um? Er wird plötzlich nicht nur mit rechtlichen, sondern auch mit wirtschaftlichen Fragen konfrontiert. Spätestens jetzt bemerkt er, dass es einen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis gibt. Er sollte die Grenzen und Möglichkeiten genau kennen, um seine Dienstleistung korrekt und rechtssicher durchführen zu können.

###LINK75### - In einem Gespräch mit einem zertifizierten Mediator über die Anforderungen seiner Dienstleistung kam das Thema der Haftung auf. "Ich bin Mediator. Ich hafte nicht", lautete seine Auffassung. Er begründete sie mit dem Argument, dass die Parteien die Abschlussvereinbarung selbst treffen. Er sei für das Verfahren verantwortlich und die Parteien für das Ergebnis. Es ist ein gefährlicher Gedanke, weil es eine geteilte Verantwortung gibt und der Mediator durchaus bei Pflichtverletzungen haftet. Darüber hinaus wird sich der Kunde fragen, was der Mediator leistet, wenn er dafür nicht einsteht.


Das Beispeil zeigt, dass nicht nur das Gelernte zu hinterfragen ist. Zusammen mit den zuvor erwähnten Beispielen wird auch deutlich, dass es nicht genügt, nur über ein unvollständiges theoretisches Wissen über die Mediation zu verfügen. Ein kompetenter Mediator kann das Gelernte kreativ in der Praxis umsetzen, ohne sich angreifbar zu machen, ohne den Kunden zu irritieren und ohne das ###LINK76### zu beeinträchtigen. Wiki to Yes stellt zu diesem Thema einen eigenen Bereich zur Verfügung, der mit dem Beitrag über die Dienstleistung seinen Einstieg findet.

###LINK77######LINK78###


###LINK79###

Um zu erkennen, ob und wie sich die Mediation in den Dienstleistungsangeboten verbirgt, bedarf es der Auseinandersetzung mit der Frage, was eine ###LINK80### überhaupt ausmacht und wie sie die Mediation in sich aufnehmen kann. Sie werden sehen, dass die Mediation nur einen Teil der Bedarfe entlang einer Konfliktbeilegung abdeckt, was wiederum Auswirkungen auf das Angebot hat.

Das Produkt###LINK81###

Sobald die Mediation als eine Dienstleistung verstanden wird, wird die Mediation zu einem Produkt. Ein Produkt ist ein Wirtschaftsgut, das von einem Kunden erworben werden kann. Zu den Produkten zählen auch die Dienstleistungen. Was erwirbt der Kunde, wenn er eine Mediation nachfragt? Vordergründig ist es die Fähigkeit zur Durchführung eines Mediationsverfahrens. Was das ist und wie das Verfahren durchzuführen ist, hängt wieder von dem zugrundeliegenden ###LINK82### ab. Unabhängig davon ist die Mediation ein erklärungsbedürftiges low interest product. Anders formuliert gibt es keine Verpackung auf der steht, was der Kunde erwirbt. Hinzu kommt, dass die Mediation anders ist. Daraus ergeben sich Konsequenzen für das Angebot und die Nachfrage und letztlich auch für die Vermarktungspolitik. Am Anfang steht die Aufklärung. Wiki to Yes bietet einen Einstieg an, der die Mediation kurz und bündig für Laien erkläutert und weiterverlinkt werden kann.

###LINK83######LINK84###


###LINK85###

Die Aufklärung beginnt mit einer zusammenfassenden ###LINK86###. Sie haben die Gelegenheit, ###LINK87### zu stellen oder ###LINK88### nachzulesen. Auch finden Sie ###LINK89### und ###LINK90###, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln.

Angebot und Nachfrage###LINK91###

Je besser der Kunde weiß, was er bekommt, umso besser kann er seine Nachfrage darauf einrichten. Im Idealfall lässt sich das Angebot auf den Bedarf des Kunden ein. Was aber genau ist sein Bedarf, wenn es um die Beilegung eines Konfliktes geht? Versetzen Sie sich in die Lage des Kunden und schauen Sie sich die Erklärungsvideos an. Wissen Sie jetzt, welchen Bedarf Sie haben und wie die Mediation diesen Bedarf als einziges Verfahren decken kann? Um dem Kunden zu zeigen, wie komplex eine Konfliktbeilegung ist und welche Anforderungen an ein Verfahren zu stellen sind, wird eine Tour durch die Konflikbeilegung angeboten, um den Kunden zu sensibilisieren.

###LINK92######LINK93###


###LINK94###

Die Aufklärung beginnt mit einer zusammenfassenden ###LINK95###. Sie haben die Gelegenheit, ###LINK96### zu stellen oder ###LINK97### nachzulesen. Auch finden Sie ###LINK98### und ###LINK99###, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln.


Die Anbieterseite muss dem Bedarf ein dazu passendes Produkt gegenüberstellen. Das ist schwierig, wenn ein völlig neues, andersartiges Produkt eingeführt werden soll. Wie kann ich die Mediation mit nur einem Schlagwort verkaufen, dass der Kunde versteht? Das Alleinstellungsmerkmal der Mediation bildet den Schlüssel dafür. Es kommt darauf an, den eigenen Wert des Produktes herauszustellen. Die Beziehung Mediation ist dafür unzureichend, ebenso Vergleich mit anderen Verfahren. Es ist ein Vergleich von Äpfel mit Birnen. Alle Fragen, die das Angebot und die dazu passende Nachfrage betreffen, werden im Kapitel Nachfrage abgebildet.

###LINK100######LINK101###


###LINK102###

Die Auseinandersetzung mit der Nachfrage soll dazu beitragen, ein zum ###LINK103### passendes ###LINK104### zu unterbreiten, damit daraus eine ###LINK105### entsteht. Damit das Angebot korrekt mit dem Kunden kommuniziert werden kann, gibt es Hinweise zu einem mediationsgerechten ###LINK106### und zu den Einflüssen des ###LINK107###.

Markteinflüsse###LINK108###

Selbst wenn das Verhältnis zwischen dem Anbieter und dem Kunden geklärt ist, gibt es noch die Frage der Konkurrenz und des Wettbewerbs.

###LINK109######LINK110###


###LINK111###

Der Wettbewerb beeinflusst das Marktverhalten. Auf welchem Markt bewegt sich die Mediation? Dann geht es nicht nur darum, das Produkt, sondern auch den Anbieter herauszustellen. Wie passt ein Konkurrenzverhalten zu einem kooperativen Verfahren?

Der Kostenfaktor###LINK112###

Ein Produkt will bezahlt sein.

###LINK113######LINK114###


###LINK115###

Das alles muss sich ein Kunde natürlich leisten können. Deshalb runden Fragen zur ###LINK116### das Dienstleistungsthema ab. Hier finden Sie Erläuterungen zu den ###LINK117###, den ###LINK118### und ###LINK119### sowie zur ###LINK120### und zur ###LINK121###. Auch zur Frage der Mediations- bzw. ###LINK122### finden Sie Hinweise.

Mediation als Kompetenz###LINK123###

Wenn die Mediation nicht lediglich als ein Produkt, sondern auch als eine Kompetenz verstanden wird, ergeben sich weitere Anwendungsmöglichkeiten von wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. Die Mediation ist nicht nur eine unvollständige Dienstleistung. Sie ist oder kann auch als eine indirekte Dienstleistung angeboten werden. Im letzteren Fall kommt ihre Kompetenz im erweiterten ###LINK124### zur Anwendung. Wenn die Mediation in anderen Containern (Verfahren oder Vorgängen) oder in anderen Dienstleistungen angewendet wird, ergibt sich durchaus auch ein merkantiler Aspekt für den Anbieter. Er wird kaum wahrgenommen und genutzt. Das kann und sollte sich ändern.

Bedeutung für die Mediation###LINK125###

Meistens wird die Mediation als eine Dienstleitung ###LINK126### unterscheidet deshalb die Abteilungen Erfahrung und Praxis, wobei die Praxis eher auf die Anwendung und Rahmenbedingungen eingeht. Wieder kommt die Frage auf, was Mediation überhaupt ist.

###LINK127###
Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die ###LINK128### - und ###LINK129###.
Bearbeitungsstand: 2026-03-28 18:12 / Version .

Siehe auch: ###LINK130###, ###LINK131###, ###LINK132###, ###LINK133###
Diskussion: ###LINK134###
Geprüft:

###LINK135###
###LINK136###
###LINK137###
###LINK138###
###LINK139###
###LINK140###
###LINK141###
###LINK142### Siehe ###LINK143###
###LINK144### Siehe ###LINK145### dort unter "Praxis der Mediation"
###LINK146###
###LINK148###