Loading...
 
Skip to main content

Die 20-40-Methode in der Mediation

Zusammenstellung

Datensatz-ID: 1885
Bezeichnung: 20:40 Methode
Verzeichnisse: Werkzeuge
Verwendung:
Fachbuch: Mediation-Suche
Siehe auch:

Wissensmanagement » Abteilung Wissen → Archiv
Auch wenn von einer Methode die Rede ist, geht es um eine Technik. Genauer gesagt geht es um eine Kreativtechnik.

Die 20-40-Methode ist eine bewährte Technik der Mediation, die Parteien bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Sie gehört zu den Kreativtechniken und wird eingesetzt, um in kurzer Zeit eine große Zahl von Lösungsvorschlägen zu entwickeln.

Beschreibung und Definition

Die 20-40-Methode basiert auf der Annahme, dass Entscheidungen besser getroffen werden können, wenn möglichst viele Optionen zur Verfügung stehen.

Das Verfahren ist einfach: Die Parteien werden aufgefordert, 40 Lösungsoptionen in nur 20 Minuten zu sammeln. Diese paradoxe Aufgabenstellung steht im Gegensatz zur natürlichen Kreativität des Gehirns, die sich oft in Ruhephasen entfaltet. Gerade durch den Zeitdruck entsteht aber ein besonderer Effekt: Die Beteiligten müssen spontan und kreativ arbeiten, ohne ihre Vorschläge lange zu überdenken.

Ziel ist es, eine Vielzahl von Ideen zu produzieren – unabhängig davon, ob sie auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen oder nicht.

Anwendung in der Praxis

In der Mediation wird die 20-40-Methode vor allem in der Brainstorming-Phase (4. Phase) eingesetzt. Die Durchführung kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Kärtchen-Methode: Jede Partei erhält Kärtchen, auf die sie unabhängig voneinander Vorschläge schreibt. Nach 20 Minuten sammelt der Mediator die Kärtchen ein und heftet sie an eine Pinnwand.
  • Zuruf-Methode: Die Parteien nennen ihre Vorschläge laut, während der Mediator sie dokumentiert.
  • Gemeinsame Sammlung: Die Parteien erarbeiten die Liste mit 40 Vorschlägen gemeinsam in direkter Interaktion.

Die Methode funktioniert sowohl in Einzelarbeit als auch im Austausch, wobei jede Variante ihre Vor- und Nachteile hat.

Erwünschter Effekt

Das (Nach-)Denken soll verhindert werden. Würden die Parteien jeden Vorschlag den sie sich überlegen, bedenken und hinterfragen, könnten Sie das Ziel der Aufgabe nicht erreichen. Stattdessen sollen sie für sich Vorschläge überlegen, unabhängig davon ob sie sinnvoll sind oder nicht. Es geht darum, möglichst viele Vorschläge zu sammeln, die auch den Rahmen sprengen dürfen. Wie in der 4.Phase üblich, werden die Vorschläge in einem zweiten Schritt bewertet und hinterfragt.

Das entscheidende Ziel der 20-40-Methode ist die Masse statt Klasse: Die Qualität der Vorschläge ist im ersten Schritt nebensächlich. Die Bewertung erfolgt erst in einem separaten Arbeitsschritt. Folgende Vorteile stellen sich ein:

  • Hemmschwellen werden abgebaut, da auch „verrückte“ Ideen willkommen sind.
  • Diskussionen und Blockaden („Ja, aber …“) werden vermieden.
  • Am Ende liegt eine große Bandbreite von Vorschlägen vor, aus denen sich passende Lösungen entwickeln lassen.


Der bewusste Verzicht auf Nachdenken und Hinterfragen während der Übung steigert die Kreativität. Die Parteien sollen Ideen notieren, auch wenn sie ungewöhnlich oder unrealistisch wirken. Erst im Anschluss – wie in der 4. Phase der Mediation üblich – werden die Vorschläge bewertet und geordnet.

Verwandte Methoden

Die 20-40 Methode kann alternativ zum Brainstorming in der 4.Phase angewendet werden. Möglich sind auch:

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2025-10-01 16:41 / Version .

Siehe auch: Ratgeber für Interventionen
Prüfvermerk: -

~tc~The following parameters could not be converted to plugin list at this stage: