Die Sprache der Mediationsschulen
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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.
Die Terminologische Zuordnung
Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.
Die Examensdatenbank wird ständig erweitert. Sie können helfen. Sollten Sie einen Begriff vermissen oder anders definieren, geben Sie bitte einen Hinweis, wenn Sie die Änderung nicht selbst einbringen.
| Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|
| Verfahrenskosten | Gesamtheit der Kosten, die bei der Inanspruchnahme oder Durchführung eines Verfahrens anfallen. |
| Honorarstreitigkeiten | Streit über die Abrechnung und den Anfall des Mediatorenhonorars. |
| Mediationskosten | Kosten, die im Falle einer Mediation anfallen. Die Kosten der Mediation setzen sich im Wesentlichen aus den Honorarkosten der Mediatoren, den Auslagen und den Nebenkosten zusammen. |
| Vergütung | Siehe Honorar |
| Honorar | Bezahlung für Angehörige der freien Berufe als Vergütung ihrer Tätigkeit. Hier ist damit die Vergütung der Dienstleistung des Mediators gemeint. |
| Kostenteilung | In der Mediation werden die Kosten grundsätzlich nach Kopfteilen verteilt. Ausgangspunkt dieser Überlegung ist, dass die Parteien auf gleicher Augenhöhe verhandeln und ein WIN-WIN-Ergebnis anstreben. Abweichungen von den Grundsatz sind aber möglich. Die Parteien können durchaus auch andere Vereinbarungen über die Kosten treffen. |
| Kostenunterwerfung | Im streitigen Gerichtsverfahren muss die unterlegene Partei die Kosten der Gegenseite in dem Umfang erstatten, in dem sie unterliegt. In der Mediation werden die Kosten unabhängig vom Obsiegen oder Verlieren getragen. Das Gerichtsverfahren schaut auf die Verursachung, die Mediation schaut auf den Weg als kostenauslösenden Faktor. Eine Kostenunterwerfung kann auch in der Mediation vereinbart werden, wobei allerdings fraglich ist welchem Umstand die Unterwerfung gezollt wird, wenn die Parteien auf gleicher Augenhöhe verhandeln und ein Win-win-Ergebnis zustande kommt. |
| Kostenstreit | Im Gerichtsverfahren kann ein Streit über die Kostenentscheidung nur zusammen mit dem Rechtsmittel gegen die Sachentscheidung eingelegt werden. In der Mediation ist ein Kostenstreit unter den Parteien über die Frage, wer welche Kosten oder Kostenanteile zu übernehmen hat nur im Vorfeld oder zu Beginn der Mediation denkbar. Der Kostenstreit ist von einem Streit über die Honorierung des Mediators zu unterscheiden. |
| Kostenvergleich | Bei einem Kostenvergleich werden oft die Verfahrenskosten des einen Verfahrens mit denen des anderen verglichen. |
| biopsychosoziales Modell | Das biopsychosoziale Modell der Schmerzentstehung setzt sich mit der Entstehung und der Behandlung von
|
| Schmerzen | Der Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer drohenden oder erlebten (Gewebe-)Schädigung einhergeht. Schmerzen haben eine Warnfunktion. Sie sollen den Menschen schützen. Der chronische Schmerz kann diese Funktion verlieren und sich zu einer eigenständigen Krankheit entwickeln. Körperliche Schmerzen können Symptome für psychische Beeinträchtigungen sein. |
| Alleinstellungsmerkmal der Mediation | Mit dem Begriff Alleinstellungsmerkmal werden im Marketing die Eigenschaften eines Produktes bezeichnet, die das Produkt einzigartig machen und von anderen unterscheiden. |
| low interest product | Die Mediation ist ein sogenanntes low interest product. Das sind Produkte. für deren Nachfrage ein Bedarf nicht ohne weiteres geweckt werden kann. Die Einschätzung ist wichtig für ein produktkonformes Marketing der Mediation. |
| Customer Journey | Siehe Nachfrageprozess |
| Nachfrageprozess | Der Nachfrageprozess bezeichnet in der hier verwendeten Terminologie den Vorgang vom Aufkommen des Bedürfnisses, über das Entstehen des Bedarfs, der Nachfrage bis hin zum Erwerb (wie der Beauftragung eines Dienstleiters). Bei der Nachfrage nach der Mediation kommen Stolpersteine auf, die es erfordern, sich den Prozess etwas näher anzuschauen. |
| Umdenken | Das Umdenken ist vom Querdenken zu unterscheiden. Es besagt lediglich, dass eine neue Denkweise angenommen wird, ohne die Denkweise zu spezifizieren. |
| laterales Denken | Der von Edward de Bono eingeführte Begriff leitet sich von dem lateinischen latus ab, das Seite bedeutet. Laterales Denken wird (weil von der Seite kommend) auch Querdenken genannt. Das laterale Denken ist eine Denkmethode, die im Rahmen der Anwendung von Kreativitätstechniken und zur Problemlösung eingesetzt wird. |
| Mediationsportal | Gemeint sind Webportale. Darunter wird eine Web-Plattform verstanden, die Informationen aus verschiedenen Quellen innerhalb einer Benutzeroberfläche zum Thema Mediation sammeln und dem Nutzer übersichtlich zugänglich machen. |
| Erkenntnisprozess | Die Mediation stellt insofern einen Erkenntnisprozess dar, als sie den Parteien zu Erkenntnissen verhelfen soll, die sie befähigen, selbst eine (andere) Lösung zu finden. |
| Übertragung | Es handelt sich um ein von Freud aufgedecktes und so bezeichnetes Phänomen, das bei Kontakten zwischen Menschen auftreten kann. Die Übertragung reaktiviert alte, meist frühkindliche Erfahrungen in zwischenmenschlichen Beziehungen und Bindungen, mit der alte Gefühle, Erwartungen, Fantasien, Wünsche und Ängste in aktuellen Beziehungen wiedererlebt werden. |
| Balint-Gruppen | Die Balint-Gruppen sind eine Form der kollegialen Beratung und vielleicht auch ihr Ursprung. Die Methode wurde nach Michael Balint benannt. Sie war für Ärzte und Mediziner entwickelt worden. Der Austausch unter Kollegen in der Psychiatrie sollte insbesondere helfen, so genannte Übertragungsphänomene zu erkennen und zu untersuchen. |
| kollegiale Beratung | Die kollegiale Beratung wird auch Intervision genannt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass eine Gruppe (von Kollegen) die beruflichen Probleme gemeinsam bespricht und reflektiert. Im Mittelpunkt steht eine strukturierte und aufeinander abgestimmte Herangehensweise, wobei die beratenden Elemente seitens der Kollegen reihum moderiert werden. |
| Mediationsstatistik | Eine Statistik über die Mediation ist sowohl für das Qualitätsmanagement des Mediators wie für Fragen zur Implementierung und Vermarktung der Mediation von Bedeutung. Deshalb werden individuelle und ökonomische Statistiken geführt. Zumindest die ökonomischen Statistiken haben nur eine bedingte Aussagekraft. |
| Mediationsmanagement | Mit dem Begriff Mediationsmanagement werden der Bedarf und die Möglichkeit für ein zielgerichtetes und nach ökonomischen Prinzipien ausgerichtetes menschliches Handeln sowie der Bedarf nach Organisation und Planung ausgedrückt und beschrieben. |
| Themenportale | Die Themenportale im Thinktank Mediation entsprechen den Kapiteln des Mediationshandbuchs. Die über die Entwicklungsjahre gewachsene Gliederung des Handbuchs bildet die Thematik der Mediation vollständig ab. Deshalb liegt es nahe, die Kapitel der Buchabschnitte auch als Landingpages für die Thematik der Mediation generell zu nutzten und die gesamten Inhalte des Portals auf diese Gliederung abzustimmen. |
| Rückfall | Mit einem Rückfall oder einem Rückschlag wird ein erneutes Auftreten einer scheinbar überstandenen Situation oder Lage beschrieben. In der Mediation sind zwei Fallgestaltungen zu unterscheiden: Es kommt zu einem Rückfall während der Mediation oder es kommt zu einem Rückfall nach der Mediation. |
| kollektiver Entscheidungsprozess | Von einem kollektiven Entscheidungsprozess ist die Rede, wenn an der Entscheidungsfindung mehrere Personen beteiligt werden und wenn die Entscheidung von allen gemeinsam getragen wird. . |
| Rückfallgefahr abwenden | Die Mediation ist ein verstandesorientierter Weg. Der Verstand kapiert schnell. Die Emotionen nicht. Die Gewohnheiten stehen im Wege. Es gibt also Rückfallgefahren in und nach der Mediation. In der Mediation, weil die Parteien wieder in die Konfrontation verfallen. Nach der Mediation, weil sie in alte Gewohnheiten zurückfallen. Es gibt Möglichkeiten in der Mediation, der Rückfallgefahr zu begegnen. |
| Werbeverhalten | Das Werbeverhalten beschreibt die Herangehensweise bei dem Angebot der Mediation als Dienstleistung. Es gibt markante Auffälligkeiten, die der Vermarktung der Mediation im Wege stehen. |
| Transdisziplinarität | Über die Interdisziplinarität hinausgehende Verknüpfung der Disziplinen. |
| Movierung | Das ist ein Begriff der Gendersprache. Er beschreibt aus grammatikalischer Sicht, wann und warum die männliche oder weibliche Form eines Begriffs zu verwenden ist. |
| Angelegenheit | Siehe Sache |
| Sache | Eine Sache ist ein Ding. Sie ist aber auch der Gegenstand auf den sich ein Vorgang bezieht. Bei nichtmateriellen Gegenständen ist der Begriff der Angelegenheit zutreffender. Trotzdem verwendet der Gesetzgeber den Begriff der Sache im §3 Mediationsgesetz. Es kommt die Assoziation einer Streitsache oder einer Rechtsangelegenheit auf. Das ist schon deshalb irreführend, weil es in der Mediation um einen Konflikt und nicht um eine Sache geht. |
| Bearbeitungsgegenstand | Ein Gegenstand ist einerseits ein Ding und andererseits ein Objekt des Bewusstseins. Mit dem Begriff Bearbeitungsgegenstand wird in der Mediation deutlich gemacht, worauf sich der Mediator zu konzentrieren hat. Der Bearbeitungsgegenstand ist vom Mediationsgegenstand zu unterscheiden. |
| Subsumtion | Eine juristische Methode zum Vergleich eines (realen) Sachverhaltes mit einer Norm (normierter Sachverhalt) |
| Dienstleistungsqualität | Die Dienstleistungsqualität ist ein Bestandteil der Mediationsqualität. Sie erweitert die Qualitätsmaßstäbe des Verfahrens um einen Maßstab zur Kontrolle und Optimierung der Dienstleistung, die das Verfahren anbietet. |
| Soft Skills | Der aus dem Englischen stammende Begriff spricht die "weichen Fähigkeiten" an. Damit werden die auf die Person, nicht auf das Fachwissen zurückzuführenden Fähigkeiten beschrieben. Angesprochen werden persönliche, soziale und methodische Kompetenzen. Soft Skills werden auch als überfachliche Qualifikation bezeichnet, wodurch sie sich zu den Hard Skills, also den fachlichen Fähigkeiten abgrenzen. |
| Mediationspuzzle | Die Mediation kann mit einem Puzzlespiel verglichen werden. Sie weist ähnliche Spieleigenschaften auf. Es gibt nur einen Gewinn und keine Gewinner, alle Informationen fügen sich wie Puzzlesteine zusammen, sodass die korrekte Einordnung zur Vervollständigung des Bildes führt und die Lösung erkennbar wird. |
| Menschenrechte | Rechte, die sich aus der Würde des Menschen herleiten und begründen lassen. Menschenrechte sind unveräußerlich, unteilbar und unverzichtbar. Sie stehen allen Menschen zu, unabhängig davon, wo sie leben und unabhängig davon, wie sie leben. |
| Menschenrechtsmediation | Das LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) sieht in §8 vor, dass über Menschenrechtsverletzungen ein Verfahren der einvernehmlichen Streitbeilegung durchgeführt werden kann. Es wird nicht genau gesagt, was das für ein Verfahren ist. Eine Mediation ist jedoch möglich. |
| Streitdimensionen | Damit sind die Dimensionen des Streitkontinuums gemeint, nämlich: Fakten / Emotionen und Beziehungen bzw. Positionen / Interessen und Bedürfnisse sowie gegebenenfalls die Zeit. Die Qualität der Verfahren zur Konfliktbeilegung kann daran gemessen werden, ob und wie sich die Verfahren auf die Streitdimensionen einlassen. Die Streitdimensionen finden sich in den Konfliktdimensionen wieder. |
| Verfahrensdienstleistung | Die originäre Dienstleistung des Mediators ist eine Verfahrensdienstleistung. Sie ist auf die Durchführung des Verfahrens der Mediation beschränkt. |
| mediative Verhandlung | Die Mediation lässt sich auf die Verhandlungstheorie zurückführen und geht darüber hinaus, wenn der Erkenntnisprozess in den Vordergrund gestellt wird. Um diese Abweichung herauszustellen, könnte und sollte die mediative Verhandlung als ein eigenwilliges Verhandlungskonzept beschrieben werden. |
| Technologie Mediation | Vermittlung zwischen Entwicklern und Nutzern im internationalen Transfer von Umwelttechnologien zur Steigerung der Effizienz bei der technischen Unterstützung. |
| Verfahrensstrukturvergleich | Die Leistungsfähigkeit wird in Erkenntnisschritte unterteilt, die sich an den Phasen der Mediation orientieren. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Mediation alle Erkenntnisschritte vorhält, die zu einer einvernehmlichen Lösung führen, bildet sie den Maßstab, an dem andere Verfahren zu messen sind. |
| Bauchgehirn | Das Gehirn, wie wir es heute kennen, ist im Laufe einer langen Evolution entstanden. Etwa 100 Millionen Zellen im menschlichen Gedärm sind denen im Gehirn verblüffend ähnlich und produzieren vergleichbare Substanzen. Sie bilden ein zweites Nervenzentrum, das wie ein kleines Hirn im Bauch weitgehend autonom funktioniert. Dieses Zentrum wird auch als Bauchgehirn (Bauchhirn) bezeichnet. Es ist für unser Bauchgefühl zumindest auch zuständig. |
| Bauchgefühl | Intuition als emotionale, nicht vom Verstand geprägte Einschätzung. |
| one-party-Mediation | Siehe Einzelmediation |
| Einzelmediation | Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. Er bezieht sich zum einen auf die Zahl der Mediatoren. Dann ist die Einzelmediation eine Mediation, die nur mit einem Mediator durchgeführt wird. Der Begriff wird aber auch verwendet, wenn die Mediation nur eine Partei betrifft. Sie ist von der Stellvertretermediation abzugrenzen. Es dürfte sich dabei jedoch nicht um eine Mediation i.S.d Mediationsgesetzes handeln. |
| Denkwelten | Die Denk- oder Gedankenwelten der Mediation beschreiben die unterschiedlichen gedanklichen Räume, die die Medianden während einer Mediation zu durchlaufen haben. Unterschieden werden die kaputte Welt, die heile Welt und die reale Welt. |
Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen