Die Sprache der Mediationsschulen

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
StaffingMit dem Begriff wird ein Mobbing ausgehend von den Untergebenen gegenüber dem Vorgesetzten beschrieben.
BullyingDer Begriff wird synonym zum Mobbing vedrwendet.
EmotionsradDas Emotionsrad wird auch Plutchiks Rad der Emotionen genannt. Die ringförmige Darstellung der Emotionen erlaubt es, die Intensität der Emotionen einerseits und die emotionale Nähe andererseits festzulegen. Gefühle, die sich ähnlich sind, stehen nah beieinander, so dass sich die unähnlichen Gefühle gegenüberstehen. Die dahinter liegende und in der Mediation zu verwertende Botschaft ergibt sich aus dem Kontrast. Der Kontrast zum negativen Gefühl zeigt das positive Gefühl, das es herzustellen gilt.
Cyber-MobbingDas Cyber-Mobbing bezeichnet Formen der Verleumdung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Unternehmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel. Das Cybermobbing ist vom Mobbing zu unterscheiden. Gemeinsam sind die dauerhafte Aggression und das Machtungleichgewicht. Das Cyber-Mobbing findet jedoch in einem anonymen Kontext statt und hat eine größere Reichweite.
CopingDer aus dem Englischen stammende Begriff Coping wird mit "bewältigen" übersetzt. Es geht darum, die Partei in ihrer Fähigkeit, das Problem zu bewältigen zu stärken.
SchmerzensgeldtabelleDas Schmerzensgeld soll den immateriellen Schaden abdecken, der aus einer unerlaubten Handlung entsteht. Es gibt inzwischen Schmerzensgeldtabellen, in der die Rechtsprechung bei Personenschäden und die dort festgesetzten Zahlbeträge auflistet. Die Tabellen geben eine Orientierung für den zu zahlenden Betrag.
AbschlussdokumentationNiederschrift der Abschlussvereinbarung zur Manifestation der in der Mediation gefundenen Lösung. Die schriftliche Dokumentation bedarf der Zustimmung der Parteien.
AbschlussvereinbarungDie Abschlussvereinbarung manifestiert das Ergebnis der Mediation. Sie ist der erste Schritt in die Umsetzung der gefundenen Lösung. Die Abschlussvereinbarung hat durchaus einen juristische Bedeutung, wenn sie einen Vertrag darstellt, der Rechte und Pflichten mit bindender Wirkung festschreibt. Weil nicht alle Verträge formfrei möglich sind, hängt ihre Wirksamkeit davon ab, dass die Formerfordernisse erfüllt werden.
EmpowermentDas Empowerment beschreibt eine Zusammenstellung von Techniken, die darauf abzielen, die Autonomie und Selbstbestimmung der Partei im Konfliktverhalten herzustellen oder zu fördern.
HandlungsoptionenDie Handlungsoptionen betreffen die Frage, was der Mediator als Nächstes tun kann, um die Mediation erfolgreich durchzuführen. Methodisch kann er sich der Entscheidung in 3 Schritten nähern. Zunächst ist eine Situationsanalyse durchzuführen, dann eine Mediationsanalyse danach ergeben sich Möglichkeiten, die nach dem Kriterium auszuwählen sind, was die Mediation am besten nach vorne bringt.
fiktive Partei

Die fiktive Partei ist keine natürliche Person. Sie ist die Personifizierung von Interessen, die sich aus einer Rolle oder einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe ergeben und gegen die persönlichen Interessen abzugrenzen sind.

reale ParteiDie reale Partei ist eine natürliche oder juristische Person. Sie grenzt sich von der fiktiven Partei ab, der eigene Interessen zugeschrieben werden können.
InformationslückenDie Mediation kennt den Grundsatz der Informiertheit. Informiertheit bedeutet das alle Informationen, die für die Entscheidungsfindung erforderlich sind vorliegen müssen. Wenn entscheidungsrelevante Informationen fehlen, liegen Informationslücken vor. Der Mediator muss darauf hinweisen, sodass die Informationslücken in der Mediation zu einer Information über fehlende Informationen wird. Es ist jedoch nicht die Aufgabe des Mediators die Informationen zu beschaffen.
4-Lösungsfeldermodell Die Methode wird im Coaching verwendet und als ein Konfliktnavigator beschrieben. Sie soll eine systematische Konfliktanalyse ermöglichen und zur Entwicklung von Lösungsschritten beitragen. Im Mittelpunkt der Methode stehen die vier Lösungsfelder. Siehe Konfliktnavigator
Modell der vier Lösungsfelder Die Methode wird im Coaching verwendet und als ein Konfliktnavigator beschrieben. Sie soll eine systematische Konfliktanalyse ermöglichen und zur Entwicklung von Lösungsschritten beitragen. Im Mittelpunkt der Methode stehen die vier Lösungsfelder. Siehe Konfliktnavigator
ZweipersonenkonfliktDer Begriff dient zur Abgrenzung zu Mehrparteienkonflikten, wofür die Mehrparteienmediation zuständig sein soll. In allen Fällen handelt es sich um soziale Konflikte.
VorstellungsrundeDie Vorstellungsrunde ist eine Herangehensweise zur Initialisierung der Mediation bei mehreren Beteiligten. Es gibt verschiedene Arten, wie die Vorstellung gestaltet werden kann. Die Vorgehensweise hängt von der Konfliktlage und der Zahl der Teilnehmer ab.
PartnerinerviewDas Partner wie Interview ist eine Möglichkeit zur Durchführung der Vorstellungsprozedur in der Mediation. Das Besondere daran ist dass sich die Teilnehmer wechselseitig vorstellen und nicht sich selbst.
SupervisionSupervision ist eine Form der Beratung, die Einzelne, Teams, Gruppen und Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres privaten, beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns begleitet. Sie wird verwendet, um die eigenen Ressourcen des Supervidenten aufzudecken. Sie kann auch zur Unterstützung verwendet werden, wenn der Mediator oder die Mediatorin in einer Mediation einmal nicht weiter wissen.
LösungspentagrammDas Lösungspentagramm beschreibt den inneren Zusammenhang von Mangel, Bedürfnis, Motiv, Interesse, Lösung, Nutzen in einem Pentragramm.
mediationsanaloge SupervisionDie mediationsanaloge Supervision soll dazu beitragen, das eigene berufliche Handeln zu hinterfragen und zu optimieren. Die Vorgehensweise ist an die Mediation angelehnt. Es geht darum, fallbezogen und ohne Bewertung, neue Lösungsmöglichkeiten für schwierige Situationen zu erarbeiten, indem der Supervisor Hypothesen und Lösungsansätze beisteuert.
Binding MediationMediation mit verpflichtendem Ausgang. Es ist zu prüfen, ob die Bindungen mit dem Grundsatz der Freiwilligkeit einhergehen und ob es sich überhaupt noch um eine Mediation handelt.
MediationsverfahrenGemeint ist eine Mediation i.S.d. Mediationsgesetzes. Obwohl der Begriff ein Pleonasmus ist, hat er sich in der Fachwelt etabliert und wird wie ein Fachbegriff verwendet.
gerichtsintegrierte MediationDas ist der Ursprung der integrierten Mediation. Techniken und Methoden der Mediation werden innerhalb eines Gerichtsverfahrens verwendet. Die gerichtsintegrierte Mediation ist wie die verfahrensintegrierte Mediation ein Anwendungsformat der integrierten Mediation.
Co-MediationDie Mediation wird von zwei Mediatoren durchgeführt. Der Co-Mediator soll das Gesichtsfeld des Mediators oder den Wissenshintergrund erweitern. Sinnvoll sind Kombinationen männlicher und weiblicher Mediator, Jurist und Psychologe, Laie und Experte usw. Die Co-Mediation wird auch als Trainingsmodell verwendet, wenn ein Anfänger mit einem erfahrenen Mediator zusammenarbeitet. Welche Rolle der Cop-Mediator einnimmt, bedarf der Vereinbarung. Das gleiche gilt für deren Rechtsbeziehung.
GüterichterverhandlungVerhandlung vor dem Güterichter, möglicherweise unter Anwendung der Methode(n) der Mediation. Die Ermächtigung erfolgt aus § 278 ZPO.
GerichtsmediationDie Gerichtsmediation ist der Oberbergriff für alle Formen der Mediation im Umfeld des Gerichts. Zu unterscheiden sind die gerichtsnahe Mediation, die gerichtsinterne Mediation, die gerichtsintegrierte Mediation und seit dem Inkrafttreten des Mediationsgesetzes auch die Güterichterverhandlung.
Cochemer PraxisEin parallel zum Altenkirchener Modell entwickeltes Verfahrenskonzept für die Lösung von Familienkonflikten. Den Schwerpunkt bilden Arbeitskreise, die eine interprofessionelle Zusammenarbeit von Gerichten, Beratungsstellen und Jugendämtern ermöglichten.
StoffsammlungDer Begriff wird in der Ausbildungsverordnung erwähnt. Er bezieht sich wohl auf die Themensammlung, die nicht separat erwähnt wurde, wohl aber die Sammlung von Optionen. Der Begriff bedeutet im Allgemeinen die Durchdringung des Themas, der Aspekte und Fragestellungen einschließlich der den Fragestellungen zugeordneten Materialsammlung. In der Mediation wird entweder eine Bestandsaufnahme oder eine Themensammlung durchgeführt, was einem bottom uo oder Top down Zugang zur Themenfindung darstellt. .
obligatorische Streitschlichtung15 a EGZPO ermächtigt die Länder eine einvernehmliche Streitbeilegung vor Inanspruchnahme des Gerichts vorzuschreiben. Der Hauptanwendungsfall ist in Nachbarschaftsstreitigkeiten und Ehrensachen. Die vorgeschriebene Streitbeilegung wird in der Literatur als obligatorische Streitschlichtung bezeichnet, die von einer Gütestelle ausgeführt werden muss. Der Einigungsversuch ist eine Prozessvoraussetzung. Eine Klage, die ohne den zuvorigen Einigungsversuch eingereicht wird, ist wegen Unzulässigkeit zurückzuweisen.
Conflict mediationSiehe Konfliktmediation.
SchiedsverfahrenVerfahren der Schiedsperson. Im Kern handelt es sich um eine obligatorische Schlichtung. Eine Mediation ist möglich. Das Schiedsverfahren ist vom. Schiedsgerichtsverfahren zu unterscheiden.
MedArbSequenzielle Kombination von Mediation und Schiedsgericht bzw. Schlichtung. Die Parteien vereinbaren bereits im Vorfeld mit einem anderen Verfahren (Arbitration) fortzusetzen, wenn die Mediation scheitert. MedArb ist also eigentlich kein Verfahren sondern ein Verfahrensabwicklungskonstrukt,
TatsachenklärungErmittlung streitiger Tatsachen, die für die Lösungsfindung relevant sind. Die Tatsachenklärung ist das Pendant zur Beweiserhebung im Gerichtsverfahren. Anders als dort geht es allerdings nicht um die Frage, ob die eine oder andere Partei in ihrem Vortrag recht hat oder nicht, sondern darum von welchen Fakten auszugehen ist damit die Lösung möglich und umsetzbar ist.
WegvereinbarungDie Wegvereinbarung korrespondiert mit der Zielvereinbarung. Wenn das Ziel feststeht ist der Weg dorthin erkennbar. Allerdings führen mehrere Wege nach Rom. Damit die Parteien einen gemeinsamen Weg gehen können, müssen sie sich darüber verständigen, welcher Weg das sein soll. In der Mediation erfolgt die Vereinbarung des Weges mit der Abstimmung der Grundsätze und des Ablaufs der Mediation in Phase 1.
ZielvereinbarungWer nicht ein gemeinsames Ziel verfolgt, kann keinen gemeinsamen Weg gehen. Die Zielvereinbarung legt die Verhandlungsziele fest. In der Mediation erfolgt sie in der 1.Phase. Es gibt allerdings auch andere Formen der Zielvereinbarung. Bei der Mediation ist die grobe Zielvereinbarung von der Themenvereinbarung zu unterscheiden.
KonfliktkontextWenn sich Konflikte häufen, gibt es meistens einen Konflikt, der den Konfliktkontext abbildet. Meistens handelt es sich um den zu Grunde liegenden Beziehungskonflikt. Wenn der Beziehungskonflikt geklärt wird, lassen sich die anderen Sachkonflikte meist leicht regeln. Die Aufdeckung des Konfliktkontextes ist bei der Frage der Themenpriorisierung.
MediationsergebnisvereinbarungDer Begriff wird synonym zur Abschlussvereinbarung verwendet.
SWOT-AnalyseDas Akronym steht für: Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats-Analyse. Die SWOT-Analyse ist also eine Stärken-, Schwächen-, Chancen- und Gefahreneinschätzung. Die Untersuchung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken betreffen im Falle der Mediation die Lösung.
DenkenDas Denken beschreibt die menschliche Fähigkeit des Erkennens und Urteilens.
MediationsarchitekturDer Begriff wird analog zu dem Begriff der Informationsarchitektur verwendet und geht darüber hinaus. Während sich die Informationsarchitektur mit der Organisation und der Strukturierung von Inhalten befasst, befasst sich die Mediationsarchitektur mit der Frage, wie die Informationen einerseits zu organisieren und zu strukturieren sind, damit sie einerseits die gewünschten Erkenntnisse herbeiführen können. Andererseits befasst sie sich aber auch mit der Frage, wie die Informationen im Sinne der Mediation im Zusammenspiel mit den Elementen und Bausteinen der Mediation verarbeitet werden. Mithin beschreibt die Mediationsarchitektur das gesamte Konstrukt hinter der erkenntnisbasierten Informationsverarbeitung in der Mediation.
ModerationstechnikGesprächsführung unter Einsatz technischer Hilfsmittel wie Flipcharts, Metaplanwände, Moderationstafel, Kärtchen usw.
ModeratorDas Wort stammt vom lateinischen moderare ab und bedeutet mäßigen, lenken, steuern. Ein Moderator oder eine Moderatorin sind Personen, die ein Gespräch steuern und zu einem guten Ergebnis führen können.
soziale LügeSoziale Lügen sind falsche Aussagen oder Handlungen, die dazu dienen, eine soziale Interaktion zu beeinflussen. Sie werden oft verwendet, um den sozialen Status einer Person zu erhöhen oder um sich vor einer sozialen Ablehnung oder Bestrafung zu schützen. Nicht immer ist es schlau, sie aufzudecken.
AchtsamkeitsfokusDer Achtsamkeitsfokus stellt heraus, sich auf bestimmte Bereiche des gegenwärtigen Augenblicks zu konzentrieren. Achtsamkeit bedeutet nicht, dass man auf alles achten muss, sondern vielmehr, dass man sich bewusst auf bestimmte Aspekte konzentriert und diese wahrnimmt, ohne sich von Ablenkungen ablenken zu lassen. Ein achtsamer Mediator sollte wissen, worauf er zu achten hat, um nicht selbst überlastet zu werden.
Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit bezieht sich auf die Fähigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren, es zu beobachten und wahrzunehmen. Sie kann bewusst oder unbewusst sein und kann von äußeren Reizen oder inneren Gedanken und Emotionen beeinflusst werden. Sie ist in der Mediation von der Achtsamkeit zu unterscheiden.

MediationsfälleFälle (Probleme und Sachverhalte) für die eine Mediation das geeignete Verfahren ist.
SelbstrespektSelbstrespekt bedeutet, seine eigenen Bedürfnisse, Werte und Grenzen zu respektieren und Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit den eigenen Werten und Überzeugungen stehen, anstatt sich von äußeren Erwartungen oder sozialen Normen beeinflussen zu lassen. Ein gesunder Selbstrespekt kann dazu beitragen, ein positives Selbstbild aufzubauen und ein starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Es kann auch dazu beitragen, Beziehungen zu anderen aufzubauen, die auf Respekt und Wertschätzung basieren, anstatt auf Macht oder Dominanz.
DissenDas Wort wird vom Englischen disrespect abgeleitet und bedeutet in der Jugendsprache so viel wie (jemanden) runtermachen oder schräg anmachen, respektlos behandeln, schmähen oder verächtlich machen.
Kommunikationsdefizite erkennenWenn es darum geht, die Kommunikation einzuschätzen, hilft es, von außen auf die Kommunikation zu schauen. Die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren, deckt die Defizite der Kommunikation auf. Der Mediator muss sie erkennen und überlegen, wie er seine Kompetenz und die der Mediation nutzen kann, um die Defizite auszugleichen.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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