Die Sprache der Mediationsschulen

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Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
Professor
Trainer
Unternehmensberater
Ausbilder
Dozent
Richter
Gutachter
Architekt
Psychologe
Therapeut
Coach
FehleranalyseDas Verfahren zur Ermittlung von Fehlern in der Mediation
FehlersucheMediationsfehler ergeben sich aus Regelverstößen oder bei einer den Zweck verfehlenden Verwendung einer Technik. Die Ausführungen im Kapitel Haftung oder die Fehlerdatenbank helfen, Fehler aufzuspüren oder zu vermeiden.
WasserfallmethodeEine Vorgehensweise, die einer Form des Projektmanagements nachgebildet ist. Das Wasserfallmodell betrachtet Projekte (Projektteile) als linear aneinandergereihte Einheiten, wo das Ergebnis des einen Teils (Projektes) den Ausgangspunkt des nächsten ergibt.
Walt Disney MethodeGedanklich wird die Partei durch 3 Denkräume geführt, woraus sich 3 Phasen ableiten lassen: die Analysephase, die Kreativphase und die Bewertungsphase
KontrollfrageEine gute Frage, die es dem Mediator erlaubt, in seine Rolle zurückzufinden, den Verfahrensablauf oder die Verfahrensrelevanz von Informationen und Verhalten zu erkennen lautet: "Was würde die Mediation dazu sagen?". Die Frage wird als eine sinnhafte Intervention innerhalb der Mediation gesehen, die das Verstehen des Geschehens dadurch befördern kann, dass sie versucht, die Verstehensverstehenskapazität zu erhöhen.
PsychodramaPsychotherapeutische Methode, bei der die Patienten ihre Konfliktsituationen schauspielerisch darstellen
Raum gebenDas lineare Denken verführt dazu, sofort auf Argumente einzugehen und sie weiterzudenken. Manchmal verliert sich ein Gespräch bei der linearen Kommunikation in die Streitthemen, sodass daraus eine zirkuläre Kommunikation wird. Um dies zu verhindern, müssen Argumente (Informationen, Motive usw.) aufgegriffen werden, ohne sie sofort abzuarbeiten. Stattdessen wird ein Gesprächsraum angeboten, wo der Gedanke ausführlich besprochen wird.
IgnorierenBei einem bewussten Ignorieren zeigt der Mediator, dass ein Verhalten der Partei oder ihre Aussage keine Aufmerksamkeit bekommt und keine Reaktion bei ihm auslöst.
KinobesucherUm den Kontext nicht aus dem Blick zu verlieren, sollte der Mediator auch (und zwar zusätzlich!) die Perspektive eines Kinobesuchers einnehmen. Er hört der Partei nicht nur zu. Er beobachtet auch den Anlass, die Art des Vorbringens, das Verhalten und die Interaktion mit dem Gegner, um das Gesagte in diesen Kontext einzubeziehen. Ein Kinobesucher achtet weniger auf wörtlichen Zitate und die inhaltlichen Aussagen als auf den Gesamtzusammenhang, die Geschichte, die Eindrücke, die Rollen der Akteure und die Spannung, die das Schauspiel ihm vermittelt.
BrainwalkBrainwalk ist eine Kreativtechnik, die bei Moderationen verwendet wird. Die Gedanken werden. sozusagen im Gehen entwickelt und in Gruppen auf einem Flipchart notiert.
Anker setzenBeim Ankern oder Anker setzen werden externe Reize (etwa mit dem Finger in die Fläche der anderen Hand stoßen) mit einer bestehenden Erinnerung bewusst verknüpft. Der Anker kann selbst oder von jemandem anderes gesetzt werden.
Counter SpeechDie Gegenrede wird als ein mögliches aber nicht unumstrittenes Mittel im Kampf gegen Hasspredigten verwendet. Es geht darum, dem Hass etwas entgegenzusetzen. Die Methode ist spannend genug, sich damit auseinanderzusetzen. Die Hassrede kann zumindest theoretisch Gegenstand einer Mediation sein (z.B. Cybermobbing) oder bei Hasszitaten direkt vorkommen. Gegenrede bedeutet einfach nur Gegenwind und zeigen, dass der Hass nicht unkommentiert stehen bleibt. In der Mediation, wo davon auszugehen ist, dass die Parteien Kommunikationspartner des Mediators sind, gibt es sicher wirkungsvollere Methoden. Fraglich ist abe, ob die Methoden der Mediation auf Hassreden in der Öffentlichkeit anzuwenden sind.
Gesprächsregeln einführenDas sind Regeln wie sich die Parteien im Gespräch zu verhalten haben. Die Gesprächsregeln sollten nicht mit den Grundsätzen der Mediation oder den Grundsätzen der Gesprächsführung verwechselt werden. Sie können eingeführt werden, wenn das Gespräch anderenfalls zu entgleisen oder auszuufern droht.
RealitätskontrolleIm Gegensatz zum Realitätscheck bewirkt die Realitätskontrolle eine Überprüfung der Fakten, auf der die Lösung basiert und um eine Aussage darüber treffen zu können, ob die gefundene Lösung zukunftsfähig ist.
bevollmächtigenGrundsätzlich ist es möglich, eine Partei oder einen Kollegen (Co-Mediator) zu bevollmächtigen. Gegebenenfalls hat der Mediator auch dazu beizutragen, dass die Handlungsfähigkeit einer Partei durch eine Bevollmächtigung sichergestellt werden kann.
Konfliktmotoridentifikation

Mehrere Konflikte erhöhen die Unübersichtlichkeit. Es geht darum, den treibenden Konflikt zu identifizieren, um den best möglichen Angriffspunkt bei der Fallbearbeitung (Konfliktlösung) in der Mediation herauszufinden.

SandwichtechnikDie Sandwichtechnik, auch Sandwichtaktik oder Sandwichmethode genannt, beschreibt eine optimierte Form des Feedbacks und ist zugleich eine Feedbacktechnik)). Sie verpackt kritische Anmerkungen wie in einem Sandwich in ein, das der Kritik vorangestellt wird und ihr nachfolgt.
PositionierenDer Begriff wird hier synonym mit der Standortbestimmung in der Mediation verwendet. Die Positionierung erfolgt mit Hilfe der Mediationslandkarte
ThemenbildungThemen werden aus der Sachverhaltsdarstellung der Parteien gebildet. Die Themen neutralisieren die Position und die Gegenposition, indem beide Positionen im Thema vorkommen.
Emotional Freedom TechniquesEFT (Emotional Freedom Techniques oder Emotionale Befreiungstechnik) ist eine Klopftherapie (Klopf-Akupressur) die dazu beiträgt, die Körperenergien zu harmonisieren. Wer sich damit auskennt, kann diese Technik auch in der Mediation verwenden, damit die Partei emotional gestärkt (ausgeglichener) wird und besser an der Verhandlung teilnehmen kann.
MünzwurfKlingt auf den ersten Blick abwegig, weil die Entscheidung einem Zufall überlassen wird. Wirft man die Münze aber sehr hoch und hofft, dass die Zahlseite gezeigt wird, macht der Münzwurf die längt getroffene, unbewusste innere Entscheidung sichtbar.
Beispiele anbringenBeispiele stellen einen Bezug zu konkreten Lebenssachverhalten und Erfahrungen dar. Sie helfen wenn Informationen anschaulich darzustellen sind.
Wiederholen

Das Wiederholen ist die wörtliche Wiedergabe des Gesagten.

Auffüllung Die Auffüllung soll die durch Tilgungen entstandene Lücken Schließen. Bei der Tilgung handelt es sich um ein rhetorisches Stilmittel, das aus einer verknappenden Weglassung besteht. In der Mediation geht es darum, Vollinformiertheit herzustellen. Tilgungen müssen also aufgedeckt und gegebenenfalls gefüllt werden.
Vergebungstechnik

Es gibt Ritiale wie z.B. das Ho’oponopono das zur Vergebung führen soll. Im Prozess der Vergebung werden fünft Schritte unterschieden:

  1. Die Bereitschaft und Entscheidung, vergeben zu wollen.
  2. Die Erkenntnis, was konkret die Schuld des Anderen ausgelöst hat und wie sie erlebt wurde.
  3. Der dritte Schritt ist die eigentliche Vergebung.
  4. Danach folgt das Loslassen
  5. Der letzte Schritt ist die Gewissheit über die innere Versöhntheit
KonfliktscreeningVerfahren (Test) zur Einschätzung des persönlichen Konfliktrisikos, der Bedrohung und Möglichkeiten.
KontrastbildungEine Denkhilfe die dazu führen soll, dass die Parteien sich ein positives Gefühl das zu einer positiven Lösung passt, vorstellen zu können. die Partei wird er in der Lage sein das negative Gefühl zu schildern, als daraus ein positives zu entwickeln. Das ist die Aufgabe des Mediators, die er mit der Kontrastbildung bewältigt. Er lässt sich das negative Gefühl schildern. Der Kontrast dazu ist das gewünschte positive, anzustrebende Gefühl.
SchützenDer Mediator muss Vorkehrungen treffen, dass die Parteien nicht in Gefahr geraten. Wie er Schutz gewährt hängt natürlich von der Gefahr oder der Bedrohung ab. ER kann auf die Parteien einreden, sie beraten, ermahnen, trennen usw. Der Schutz muss beide Parteien betreffen und darf keine Lösungszuführung sein.
eskalieren

Die Eskalation kann zu einer Konfliktlösung führen, wenn sie eine Verhaltensänderung bewirkt, die im nächsten Schritt zur Deeskalation führen kann. Beispiel: nicht reagierende gegnerische Partei

UmdefinierenEin Wort aus der Herleitung der Partei wird durch ein neues Wort mit ähnlicher Bedeutung aber unterschiedlichen Implikationen ersetzt. Das neue Wort lässt andere Folgerungen und Bewertungen zu.
Chunking

Chunking heißt zu deutsch „Ausbrüche“. To chunk bedeutet unter anderem „in Stücke schneiden“. Es geht um das Zerlegen von komplexen Informationseinheiten in einzelne Teile (Chunking down) bzw. um das Zusammenfas-sen von einzelnen Elementen zu größeren Einheiten (Chunking up)

  1. Chunking up: Frage nach den Meta-Zielen und positiven Absichten
  2. Chunking down: Frage nach Details über Wünsche und Bedingungen
unterbrechenDie Parteien oder der Mediator fühlen sich gerade überfordert. Der Mediator muss Abstand gewinnen. Dis Distanz ist verloren gegangen. In diesen Fällen hilft eine Pause oder Unterbrechung. Gegebenenfalls auch die Vereinbarung eines neuen Termins.
kündigenNicht nur die Parteien dürfen die Mediation abbrechen. Auch der Mediator darf kündigen, allerdings eingeschränkt (siehe Kündigung. Die Kündigung ist die ultima Ratio, wenn der Mediator nicht mehr die Metaebene abbilden kann.
Leading

Nachdem durch das Pacing die Vertrauensbeziehung hergestellt wurde, kann das Gespräch in eine Richtung geführt werden. Pacing und Leading sind im NLP Teil des Rapports.

PacingBeim Pacing werden Verhaltensweisen angeglichen, um Vertrauen aufzubauen. Begriff und Technik stammen aus dem NLP. Das Pacing dient ebenso wie das Leading dem Rapport)
RapportIn der Psychologie wird der Bergriff für eine gute Beziehung verwendet. Im NLP beschreibt der Begriff den (Gesprächs-)Beziehungsaufbau durch Pacing und Leading.
PausierenPausen können verschiedene Bedeutungen haben. Zum einen sind sie notwendig um Erschöpfung auszugleichen, wenn lange intensive Verhandlungen stattgefunden haben. Dann ist eine Kaffeepause oder eine Mittagspause einzurichten. Zum anderen sind sie notwendig, damit sich Gedanken setzen können. Dann ist nach dem Satz oder der Frage ein kurzer Moment innezuhalten, damit sich der Gedanke im Kopf der Parteien etablieren kann.
Mäeutik

Auch als Hebammenkunst bezeichnet. Es ist eine von Sokrates entwickelte Frageform, die dem Gesprächspartner zu einer Erkenntnis verhilft, indem er durch geeignete Fragen dazu veranlasst wird, den betreffenden Sachverhalt selbst herauszufinden.

assoziatives BefragenDie Frage soll herausfinden, was der Partei in den Sinn kommt, wenn sie bestimmte Trigger erhält (mit etwas konfrontiert wird). Beispiel: "Was fällt Ihnen ein, wenn Sie .... hören?"

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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