Die Sprache der Mediationsschulen

Schulen

Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:

Schulen Konzepte Thesen Begriffe Aufgaben Inhalte Beispiele Prüfung

Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
KommunikationsachsenDie Kommunikationsachsen beschreiben die Fixpunkte einer Kommunikation
KonfliktevolutionDas strategische Handeln im Konflikt entspricht einer evolutionären Entwicklung, wo die eine Strategie (Konfrontation) erst einsetzt, wenn sich die andere Strategie (Kooperation) als nicht zielführend erweist.
psychosoziale EntwicklungIn seiner Entwicklung ist der Mensch verschiedenen Krisensituationen (Auseinandersetzungen mit sich selbst) bewusst oder unbewusst ausgesetzt. Erik H. Erikson beschreibt in einem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung 8 Entwicklungsstufen.
KriseIm logischen Verständnis ist die Krise ein schmerzhafter seelischer Zustand, der einen inneren Konflikt darstellt.
KulturKultur ein Ausdruck von erlebter Gemeinsamkeit. Zwischen den Kulturen ist sie ein Ausdruck der Abgrenzung und ein Mittel der Identifizierung.
Geschichte der MediationAngeblich gibt es die Mediation schon seit mehr als 2000 Jahren. Gemeint ist aber die Streitvermittlung. Die Mediation wäre dazu ein Unterfall.
grenzüberschreitende Streitigkeit In Art. 2 der Richtlinie wird eine grenzüberschreitende Streitigkeit als gegeben definiert, wenn mindestens eine der Parteien zu einem auf den Beginn der Mediation fallenden Zeitpunkt ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem anderen Mitgliedstaat als dem einer der anderen Parteien hat. Wenn also die EU Richtlinie von grenzüberschreitenden Fällen spricht, dann ist damit in jedem Fall ein internationaler Bezug hergestellt.
FremdsprachenDie Verwendung von Fremdsprachen erschwert das Verstehen in der Mediation. Der Mediator muss Vorkehrungen treffen, um die Übersetzungsverluste gering zu halten. Anwendungsfälle ergeben sich in der internationalen Onlinemediation, bei der CrossBordeMediation und der interkulturellen Mediation
EmotionEmotionen komplexe, in weiten Teilen genetisch präformierte Verhaltensmuster, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben, um bestimmte Anpassungsprobleme zu lösen und dem Individuum ein schnelles und der Situation adäquates Handeln zu ermöglichen.
ZeitverständnisNeben dem Zeitmanagement spielt die Zeit bei er gedanklichen Ausrichtung des Mediators eine Rolle. Die Mediation ist zukunftsorientiert, heisst es. Trotzdem knüpft sie an die Vergangenheit an - manchmal zumindest.
internationales RechtDas internationale Recht beantwortet die Frage des anwendbaren Rechts bei einem internationalen Bezug des Falles bzw. der Mediation
juristische KommunikationDie juristische Kommunikation ist eine formale Kommunikation, die am gesetzlichen Tatbeständen ausgerichtet wird (Subsumtion).
zirkuläre KommunikationDie zirkuläre Kommunikation erkennen Sie daran, dass sich das Gespräch im Kreis dreht. Die Gesprächspartner kommen immer wieder auf bestimmte Punkte zurück. Es ist ein Zeichen dafür, dass diese Punkte nicht abgearbeitet wurden.
SettingDas Setting (englisch für „Konfiguration“) bezeichnet die Gestaltung der Arbeitsbedingungen in der Mediation (von den Rahmenbedingungen zu unterschieden).
OS-PlattformEU-Portals zur Online-Streitschlichtung. Die Plattform wurde aufgrund der Verordnung ODR-Verordnung”) eingerichtet, um ein eine unabhängige, unparteiische, transparente, effektive, schnelle und faire außergerichtliche Online-Beilegung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmern zu ermöglichen.
ImplementierungDie Implementierung beschreibt die Einbindung von Prozess­abläufen wie der Mediation in einem System wie der Gesellschaft.
PersonalvertretungOrganisiert als Personalrat, Bezirkspersonalrat, Hauptpersonalrat oder Gesamtpersonalrat ist die Vertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, vergleichbar mit dem Betriebsrat im privaten Unternehmen.
KonfliktkompetenzDie Fähigkeit mit Konflikten umzugehen und sich im Konflikt zu bewegen.
ScheidungszyklusIm Zusammenhang mit der Scheidung (Trennung) werden drei Phasen durchschritten, die die Parteien oft unterschiedlich erleben. Die Phasen heißen: Vorscheidungsphase (Ambivalenzphase), Scheidungsphase, Nachscheidungsphase.
VerwirrungDie Verwirrung beschreibt eine Dissonanz im Denken der Partei. Je nach Thema und Tiefe führt nur eine Neuorientierung denken zu einer attraktiven Lösung. Die Verwirrung ist also nicht etwas das der Mediator vermeiden wollte. Sie ist ein Teil des Spiels. Der Mediator sollte aber helfen die Verwirrung zu überwinden, sodass die Parteien damit zurechtkommen können. Siehe auch Widerspruch.
WegweiserDie Mediation ist ein Wegweiser in einem informellen Verfahren. Der Nutzen ist der Wegweiser für die Lösung. Der Umgang mit den Intelligenzzentren und ein korrektes Verständnis des Konfliktes gibt dem Mediator (und den Parteien) die notwendige Orientierung.
WaffenstillstandIn einem hoch eskalierten Konflikt hindern die ständigen Angriffe und Einflüsse von außen daran, ein vernünftiges Gespräch zu führen und Regelungen zu treffen, an denen sich die Parteien halten können. Die Vereinbarung eines Waffenstillstandes ist eine Möglichkeit, die Mediation abzusichern. Ein Waffenstillstand beendet keine Konfrontation. Er bietet allerdings eine Verschnaufpause, in der die Kooperation eine Chance bekommt. Der Waffenstillstand kann durch eine Waffenstillstandsvereinbarung sichergestellt werden.
KillerphrasenKillerphrasen sind Aussagen, die darauf angelegt sind, ein Gespräch schnell und ohne Ergebnis zu beenden. Killerphrasen verfügen über keinen wirklichen Informationsgehalt. Meistens beinhalten sie eine Abwertung.
EntscheidungsprozessDer übliche Entscheidungsprozess verläuft laut Gabler Wirtschaftslexikon in fünf Phasen: Problemformulierung, Präzisierung des Zielsystems, Erforschung von Alternativen, Auswahl einer Alternative, Entscheidungen in der Realisationsphase. Ziel ist das Herbeiführen einer Entscheidung.
Du-BotschaftenDu-Botschaften enthalten gemachte oder gedachte Aussagen über den anderen. Sie beruhen oft auf fehlerhaften Attributionen und erschweren eine konstruktive Problemlösung.
Grundsätze der MediationGrundlegende Regeln für die Durchführung der Mediation. Der Mediator kennt diese Regeln als die Prinzipiengebot der Mediation.
Prinzipien der MediationGrundlegende Regeln für die Durchführung der Mediation. Das Mediationsgesetz spricht von Grundsätzen der Mediation.
ArgumenteEin Argument ist im allgemeinen Sprachgebrauch eine Begründung oder ein Begründungszusammenhang. In der Mediation soll das Argument eine Position oder Lösung verhärten. Das Argumentieren könnte ein Indiz sein, dass die Mediation nicht verstanden wurde.
VerhandlungsfähigkeitDie Verhandlungsfähigkeit grenzt sich von der Mediationsfähigkeit ab und betrifft die Frage, ob es der Partei möglich ist auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln.
konträres DenkenDas Denken wird auf ein gegensätzliches Ziel ausgerichtet, so dass alle Teilnehmer in unterschiedliche Richtungen denken. Das konträre Denken grenzt sich vom parallelen Denken ab, das von de Bono beschrieben wurde.
SelbstregulierungSelbstregulierung bedeutet, dass der Prozess oder der Vorgang alle Mechanismen zur Verfügung stellt, um sich selbst zu verwirklichen. Die Mediation besitzt eine Kompetenz zur Selbstregulierung.
ProzesslogikDie Prozesslogik beschreibt den inneren logischen Zusammenhang des Prozesssystems bezogen auf die Mediation.
VerhandlungsanalyseZiel der Verhandlungsanalyse ist es, Verhandlung zu strukturieren und Entscheidungsoptionen sichtbar zu machen.
ExpertenFachleute, die bei Bedarf als Berater, Sachverständiger oder Gutachter zur Mediation hinzugezogen werden.
Eigenschaften der MediationDie Merkmale eines Verfahrens grenzen sich von den Bedingungen ab. Sie ergeben sich aus dem Verfahrenscharakter, dem Wesen.Die Bedingungen Prinzipiengebot orientieren sich an den Eigenschaften, diese wiederum ergeben sich aus dem Verfahrenscharakter.
WohlfahrtsanalyseEine volkswirtschaftliche Bewertung von staatlichen Eingriffen.
ErfolgskriterienDie Erfolgskriterien der Mediation sind mit den Lösungskriterien identisch, die in Phase drei erarbeitet werden.
MotivDer Begriff wird vom Lateinischen "Motos" abgeleitet, was so viel wie Antrieb bedeutet. Über das Motiv erschließt sich die Bedeutung des Handelns.
MotivationDie Gesamtheit aller Motive lassen eine Handlungsausrichtung erkennen oder in eine solche überführen.
WiderspruchDer Widerspruch bezeichnet zum einen die ablehnende Haltung gegenüber einer Aussage. Zum anderen bezeichnet der Widerspruch den Gegensatz. Die Mediation (die übrigens selbst ein scheinbarer Widerspruch ist) will dazu beitragen, den Widerspruch aufzulösen und in eine Lösung zu überführen.
SelbstoffenbarungBewusste oder unbewusste Selbstdarstellung oder Selbstenthüllung. Ist sie erfolgt und wechselseitig verstanden, kann die Phase drei abgeschlossen werden.
GedankenbausteineGedanken sind die Bausteine im Erkenntnisprozess der Mediation.
RechtsschutzversicherungVersicherung zur Übernahme der Kosten im Falle einer Rechtsverfolgung.
ProzesskostenhilfeUm die Rechtsverfolgung zu gewährleisten, erhalten bedürftige Parteien eine Finanzierungshilfe durch den Staat. Die Prozesskostenhilfe ist grundsätzlich ein Darlehen, das zurückzuzahlen ist, falls die Partei leistungsfähig wird.
WirksamkeitVereinbarungen kommen durch übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Ihre Rechtswirksamkeit erfordert mitunter eine Form- und Inhaltskontrolle.
GenderDer Begriff steht für das soziale Geschlecht und in Abgrenzung dazu für das biologische Geschlecht definiert. In der Mediation kann die unterschiedliche Geschlechtszugehörigkeit Einfluss auf das Verhandeln nehmen.
MediationsfachspracheDie Mediation verwendet Termini aus verschiedenen Disziplinen. Im Kontext der Mediation bekommen Sie eine andere Konnotation, sodass sich eine eigene Fachsprache der Mediation herausbildet.
funktionale EinheitDie funktionalen Einheiten stellen Verbindungen zwischen den Navigationspunkten der Mediation her, indem sie den inneren Zusammenhang des Mediierens oder dessen beschreiben, was eine Mediation ausmacht.
RatschlagEine meist unverbindliche Information als Hilfe zur Informationsverarbeitung, Entscheidungsfindung oder zum Verhalten. Mediatoren weisen gerne daraufhin, dass das Wort den Schlag beinhaltet, was darauf hindeutet, dass der Rat gegeben und nicht erarbeitet wird.
GütesiegelEine meist grafisch oder schriftlich sichtbare Qualitätsbekundung über eine Dienstleistung oder ein Produkt.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

Weitere Beiträge zu dem Thema mit gleichen Schlagworten
wiki page : Allgemein
wiki page : Glossar
wiki page : Lexikon
forum post : Mediationsverfahren