Die Sprache der Mediationsschulen

Schulen

Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
BekanntheitDie Bekanntheit beschreibt das Ausmaß des Kennens, nicht ohne Weiteres des Wissens über jemanden oder etwas. Die Bekanntheit der Mediation gibt Aufschluss über ihre Entwicklung. Es gibt Forschungsbeiträge über die Frage der Bekanntheit, weil der Bekanntheitsgrad der Mediation Hinweise auf die Effektivität von Werbemaßnahmen und den Bedarf zur Förderung der Mediation gibt.
Marketing FunnelFunnel heißt zu Deutsch Trichter. Der Marketing Funnel beschreibt, wie Aufmerksamkeit, Interesse und Kaufabschluss gesteuert werden. Im Vordergrund steht die Frage, wie der Kunde zu erreichen ist. Unterschieden wird zwischen dem Inbound- und Outbound Marketing. Das Outbound Marketing will so viele Menschen erreichen wie möglich. Das Inbound Marketing spricht die Zielgruppen unmittelbar an und setzt eher auf Qualität als auf Quantität. Die Auseinandersetzung mit dem Marketing ist für die Verbreitung der Mediation ganz wichtig.
PhasenablaufschemaDie Phasen beschreiben den Ablauf der Mediation. Sie geben dem Mediator den Arbeitsauftrag. Das Phasenablaufschema fasst die Einzelheiten, die sich aus der Ablaufbeschreibung der Mediation ergeben, zusammen.
AblaufDer Gesetzgeber spricht vom Ablauf der Mediation in § 2 Abs. 2 Mediationsgesetz. Gemeint sind die Phasen der Mediation.
AbbruchDer Abbruch der Mediation führt zu ihrer Beendigung. Der Grundsatz der Freiwilligkeit stellt sicher, dass die Mediation jederzeit abgebrochen werden kann. Juristisch handelt es sich um eine fristlose Kündigung des MV oder der MDV. Seitens der Parteien kann sie jederzeit und ohne Angabe von Gründen erfolgen.
Mediationsabbruch Der Abbruch der Mediation (wenn er denn gemeint ist) bedeutet die Kündigung des Mediationsvertrages. Der Mediator sollte sich gegebenenfalls vergewissern, dass die Kündigung gemeint ist, um Missverständnisse (auch bei der Gegenseite) zu vermeiden. Er sollte auch versuchen zu verhindern, dass der Abbruch als Grund für eine Eskalation verwendet wird.
TerminsabbruchDer Abbruch eines Mediationstermins sollte nicht mit dem Abbruch der Mediation gleichgesetzt werden. Wenn die Partei etwa aus emotionalen Gründen aus einem Termin wegläuft bedeutet das nicht, dass sie, wenn sie sich wieder beruhigt hat, die Mediation fortsetzen wird (und will). Ein situationsbedingter Abbruch des Gesprächs ist nicht zwingend gleichzusetzen mit einer Kündigung der Mediation.
KompromissEinigung durch gegenseitiges Nachgeben. Schwarz verwendet den Begriff in der Konfliktevolution als eine grundlegende Form der Konfliktbewältigung und unterscheidet den Kompromiss vom Konsens.
Flucht

Im Zusammenhang mit dem Konflikt wird das Ausweichen oder das Sichentziehen aus einer als unangenehm empfundenen oder nicht zu bewältigenden Situation beschrieben. Schwarz verwendet den Begriff in der Konfliktevolution als eine grundlegende Form der Konfliktbewältigung.

Unterwerfung

Die Unterwerfung beschreibt eine Verfügbarmachung. Schwarz verwendet den Begriff in der Konfliktevolution als eine grundlegende Form der Konfliktbewältigung.

VerfahrensstrategieDie Verfahrensstrategie beschreibt das Konzept, wie die Ziele des Verfahrens zu erreichen sind. Es geht immer um die Herbeiführung einer Lösung. Sie unterscheidet grundsätzlich die Durchsetzung oder die Suche nach einer Lösung.
StrategieDie Strategie beschreibt das Konzept, wie man von A nach B kommt. Sie ist immer zielorientiert. Im Konflikt müssen die Konfliktstrategie und die Verfahrensstrategie zusammengeführt werden.
KonfliktstrategieDer Begriff beschreibt die strategische Herangehensweise der Partei bei der Konfliktbewältigung. Die strategischen Grundformen sind die Kooperation und die Konfrontation. Die strategischen Herangehensweisen werden bei der Konfliktevolution im einzelnen beschrieben. Die Auseinandersetzung mit der Konfliktstrategie wirkt sich auf die Verfahrenswahl und die Verfahrensführung aus. Sie ist ein notwendiger Bestandteil der Konfliktarbeit.
Delegation

Allgemein wird der Begriff verwendet für eine Abordnung. Sie beinhaltet eine Übertragung von Aufgaben und Verantwortung in der Regel auf Untergebene. Schwarz verwendet den Begriff in der Konfliktevolution. Hier bedeutet die Delegation die Übertragung von Macht und Autorität an zentrale Stellen, um von dort den Schutz bei der Konfliktbewältigung durch die Kompetenz von „Spezialisten“ zu erhalten. Es kommt zu einer Machtverlagerung.

ArbitrationEnglische (und international verwendete) Bezeichnung für das Schiedsgerichtsverfahren.
AkkreditierungDie Akkreditierung bezeichnet einen Vorgang zur Begutachtung bestimmter Eigenschaften und zur Sicherstellung von Qualitätsmerkmalen.
KonfliktnavigatorMethode zur Unterstützung der Parteien bei der Suche nach der passenden Konfliktdienstleistung (Herangehensweise bei der Konfliktlösung).
BeraterEin Berater ist zunächst jemand, der Ratschläge erteilt. Er will bei der Problemlösung behilflich sein. Die Beratung kann professionell und disziplinübergreifend angeboten werden. Dann ist Berater eine Berufsbezeichnung.Auch wenn der Mediator beraten kann und gegebenenfalls sogar muss, ist er kein Berater, weil die Beratung nicht den Arbeitsschwerpunkt bildet in der Mediation.
AutorUrheber eines Schriftstückes. Autor wird auch als Berufsbezeichnung verwendet oder als Hinweis auf eine Vielzahl von Veröffentlichungen.
AnlaufstörungenEs gibt Störungen nicht nur im Ablauf der Mediation, sondern auch bei deren Zustandekommen, also in der Anlaufphase. Die Anlaufstörungen werden bei den Startproblemen besprochen.
Aber weg-TechnikMenschen neigen zu einem ja-aber Denken. Die aber Aberweg-Technik soll Ihnen das aber aus dem Kopf holen, um die Gedanken aus einem Nein in ein Ja zu überführen.
Konfliktnavigator (Coaching)Methode zur systematischen Konfliktanalyse und zur Entwicklung von Lösungsschritten im Coaching, das die Autonomie und die Selbstwirksamkeit der Betroffenen unterstützen soll.
aktives ZuhörenAktives Zuhören beschreibt ein intensives, verstehendes Zuhören. Der Zuhörer zeigt nicht nur, dass er aufmerksam zuhört, er bescheinigt das was er verstanden hat auch durch Rückmeldungen (Loop). Das aktive Zuhören wird in den Loops durch das Paraphrasieren oder das Verbalisieren erweitert.
StorytellingGeschichten erzählen (Beispiele, Gleichnisse)
AblaufschemaSiehe Phasenablaufschema. Das Phasenablaufschema fasst die Einzelheiten, die sich aus der Ablaufbeschreibung der Mediation ergeben, zusammen.
MediatorenfähigkeitDie Fähigkeit des Mediators mit dem vorliegenden Konflikt zurechtzukommen. Sie wird mit der subjektiven Geeignetheit geprüft.
digitale KommunikationSie wird im 4. Axiom der Kommunikation erwähnt. Demnach bedient sich die menschliche Kommunikation analoger und digitaler Modalitäten. Der digitale Inhalt ist das Wort. Der analoge Inhalt ist die Art und Weise wie es gesagt wird. Die Kommunikation erschließt sich aus dem einen und dem anderen. Die analoge Kommunikation ergibt die Bedeutung für die digitale Kommunikation wie umgekehrt.
analoge KommunikationDie sinnlich wahrnehmbare, non-verbale Kommunikation. Sie wird in der Mediation mit dem Spiegeln bzw. mit der Technik des Verbalisierens digitalisiert (also ansprechbar gemacht).
HybridausbildungDer Begriff wurde eingeführt, um die Frage der Präsenzpflicht in der Ausbildung zu konkretisieren. Weil eine reine Onlineausbildung in der Mediation als unzureichend angesehen wird, bezeichnet die Hybridausbildung die Kombination von Onlinepräsenz und realer Präsenz. Sie ist vom Fernstudium abzugrenzen.
digitale KompetenzDie digitale Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, die Onlinetechnik zur Verwirklichung der Mediation einzusetzen. Ihr Hauptanwendungsfall ist die Online-Mediation.
Online-MeetingDer Begriff bezeichnet in der Regel Gespräche, die virtuell über das Internet stattfinden. Online-Meetings ist also ein Oberbegriff. Hier meinen die Meetings meist spontane Treffen mit nur wenigen Teilnehmern. Das Format würde auf ein Einzelgespräch zutreffen. Es ist von den Online-Workshops, den Online-Konferenzen, den Online-Mediationen und den Online-Supervisionen abzugrenzen.
MediationsfähigkeitAnalog zur Prozessfähigkeit die Fähigkeit der Partei an einer Mediation teilzunehmen
TeilnahmeeignungSiehe Teilnahmeberechtigung. Die Frage der Eignung zur Teilnehme geht allerdings mit der Frage der Mediationsfähigkeit einher.
TeilnahmeberechtigungEs geht um die Frage, wer überhaupt alles an einer Mediation teilnehmen muss, kann und darf.
RecherchenverzeichnisRecherchen spielen in der Mediation eine wichtige Rolle. Das Recherchenverzeichnis stellt den Recherchebedarf in der Mediation zusammen und die dazu angebotenen Hilfsmittel bei Wiki to Yes.
RechercheRecherchen spielen in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie sind das Mittel um sich intensiv zu bemühen, etwas herauszufinden, sich zu informieren oder Kenntnisse anzueignen. Sachverhaltsrecherchen obliegen den Parteien. Die Recherchen des Mediators konzentrieren sich auf Fragen zur Herangehensweise in der Mediation, zur Aneignung von Hintergrundwissen und zur Einschätzung von Situationen und Verhaltensweisen als Grundlage für eine Verfahrensentscheidung. Wiki to Yes bietet dafür viele Hilfestellungen an.
NutzenkriterienDie in der Mediation zu erarbeitenden Nutzenkriterien sind mit den Erfolgskriterien der Mediation gleichzusetzen. Sie werden in der dritten Phase erarbeitet.
RollenklärungEine Partei oder ein Beteiligter können in der Mediation unterschiedliche Rollen einnehmen. Die Klärung und Zuweisung der Rolle ist außerordentlich wichtig, um die dem Status der Person zugeschriebenen Verhaltens- und Bedeutungsmerkmale festzulegen. Was für die Mediation wichtig ist, betrifft auch andere Verfahren und Beziehungen, wo Menschen in unterschiedlichen Rollen auftreten.
RolleEine Rolle im soziologischen Verständnis beschreibt die dem Status einer Person zugeschriebenen Verhaltens- und Bedeutungsmerkmale.
ZukunftsprinzipDie Mediation sucht Lösungen für die Zukunft in der Gegenwart.
VertraulichkeitDie Vertraulichkeit ist eine Bedingung, die die Gesprächsoffenheit sicherstellen soll. Sie wird auch als ein Prinzip beschrieben.
TransparenzprinzipDas Transparenzprinzip ist eines der Grundsätze der Mediation. Es ergibt sich aus der Notwendigkeit, alle Entscheidungen (auch die das Verfahren betreffend) im Konsens zu treffen.
OffenheitDer Grundsatz der Offenheit betrifft die Gesprächsoffenheit und die Lösungsoffenheit.
KonsensprinzipDas Konsensprinzip zählt zu den theoretischen Grundlagen der Mediation. Es kann aber durchaus auch als einer der Grundsätze der Mediation herangezogen werden. Der Grundsatz besagt, dass alle Entscheidungen in der Mediation im Konsens zu treffen sind. Niemand hat das Recht Anweisungen zu geben.
InformiertheitsgrundsatzDer Mediator hat (auch) darauf zu achten, dass alle entscheidungsrelevanten Informationen erhoben werden.
IndeterminationDie Indetermination beschreibt das Phänomen und die Voraussetzungen zur Nichtbeeinflussbarkeit des Mediators. Es handelt sich um ein Prinzip der Mediation das über den Grundsatz der fehlenden Entscheidungsbefugnis hinausgeht. Die Indetermination Ist ausschlaggebend für das typische Kommunikationsmodell der Mediation.
EigenverantwortlichkeitEigenverantwortlichkeit ist die Übernahme der Sorge für und durch sich selbst.
AugenhöheAugenhöhe ist nicht nur der Augenstand im Gesicht, sondern meint im übertragenen Sinne als gleiche Augenhöhe auch auf gleichem Rang oder gleicher Verhandlungsposition befindlich. Der Mediator hat darauf zu achten, dass es den Parteien gelingt auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln.
ErgebnisoffenheitDie Mediation ist lösungsoffen. Nur so ist es möglich, die Parteien zu einer Lösungssuche zu bewegen.
NeutralitätSie wird oft mit der Allparteilichkeit gleichgesetzt. Die Neutralität ist ihre Bedingung. Sie besagt, dass der Mediator beide Parteien in gleicher Weise verstehen kann und keine Partei bevorzugt. Die Neutralität muss aus der Sicht der Parteien und der des Mediators beachtet werden. Er muss darauf hinweisen, wenn Bedenken gegen seine Neutralität bestehen.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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