Die Sprache der Mediationsschulen
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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.
Die Terminologische Zuordnung
Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.
Die Examensdatenbank wird ständig erweitert. Sie können helfen. Sollten Sie einen Begriff vermissen oder anders definieren, geben Sie bitte einen Hinweis, wenn Sie die Änderung nicht selbst einbringen.
| Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|
| Sachlage | Die Sachlage bietet einen Maßstab für den Informationsbedarf. Informationen zur Sachlage umfassen alle Tatsachen, die den Charakter einer bestimmten Lage bestimmen oder dazu beitragen, den augenblicklichen Stand der Dinge korrekt einschätzen zu können. |
| Beratungshinweis | Der Mediator ist nach §2 Mediationsgesetz gegebenenfalls verpflichtet auf Beratung hinzuweisen. Diese Pflicht betrifft nicht nur die anwaltliche Beratung. Auch wenn ein Krankheitsverdacht besteht, muss der Mediator darauf hinweisen, dass die Partei die Möglichkeit hat, Hilfe in Anspruch zu nehmen. |
| Beratungszeitpunkt | Der Beratungszeitpunkt bezeichnet den Moment, wann die Partei in der Mediation einer Beratung bedarf. Der Zeitpunkt hängt natürlich von der Art der Beratung ab. §2 Mediationsgesetz verpflichtet den Mediator spätestens vor dem Zustandekommen der Abschlussvereinbarung auf die Möglichkeit einer fachlichen Beratung hinzuweisen. |
| Gerichtsintervention | Es ist kein Verfahren, sondern eher eine Verfahrensstrategie. Sie soll zeigen, dass und inwieweit das Gericht als Intervention innerhalb einer Mediation zum Einsatz kommen kann. |
| Anerkenntnisurteil | Das Anerkenntnisurteil kann ohne mündliche Verhandlung ergehen, wenn der Beklagte die Forderung anerkennt. Es ist in §307 ZPO geregelt und stellt eine kostengünstige Mögflichkeit zur Prozessbeendigung dar. |
| Anerkennung | Der Begriff Anerkennung wird zum einen synonym mit der Anerkennung einer anderen Person i.S.d. Recognition gebraucht. Andererseits hat er eine juristische Bedeutung. Die Anerkennung einer Forderung entspricht dem Zugeständnis, dass die Forderung existiert und berechtigt ist. |
| Recognition | Der Begriff Recognition (Anerkennung) hat in der Sozialwissenschaft, Philosophie und Psychologie eine zentrale Bedeutung. Er beschreibt den Prozess, in dem Individuen, Gruppen oder Gemeinschaften von anderen wahrgenommen, wertgeschätzt und in ihrer Identität bestätigt werden. Recognition spielt eine entscheidende Rolle bei der Identitätsbildung, der sozialen Integration und der Förderung von Gerechtigkeit aber auch im transformativen Konzept der Mediation. |
| Anerkennungstheorie | Die Theorie der Anerkennung von Axel Honneth stellt soziale Interaktionen in den Mittelpunkt, die zur Identitätsbildung und zum sozialen Status von Individuen beitragen. |
| transformatives Konzept | Das transformative Konzept der Mediation stellt das Empowerment und die Recognition in den Vordergrund. Es geht um die Befähigung der Partei, für sich selbst einzutreten und darum die Sichten der Gegenseite wahrzunehmen. |
| visiongeleitete Mediation | Bei dem visionsgeleiteten Konzept der Mediation soll das Problem nicht aus den Defiziten oder aus der als unzulänglich erlebten Situation heraus gelöst werden. Die Parteien werden vielmehr dabei unterstützt, eine Zukunftsvision zu entwickeln, aus der sie die Lösung konstruieren. |
| Mediationsansätze | Die Meditations Wants TAZ unterscheiden sich von den Meditationskonzepten. Sie versuchen, den breiten Rahmen auszufüllen, den die theoretisch-konzeptuelle Ausrichtung der Mediation hinterlässt. Die Mediationsansätze zeigen die Vielfalt der Sichten, die auf die Meditation möglich sind. Nicht alle erfüllen die Anforderungen des Mediationsgesetzes. |
| Reformulierungsverfahren | Das Reformulieren gilt als Basisstrategie für ein Gesprächsführungsmodell, das auf das Konzept des Aktiven Zuhörens verweist. Die vorliegende Untersuchung von Reformulierungsverfahren folgt gesprächsanalytischen Prinzipien und stellt insbesondere die sequenzielle Herstellung der Verfahren in den Fokus. |
| Informationspreisgabe | Die Informationspreisgabe entspricht der Informationsweitergabe. |
| Informationsaufnahme | Die Informationsaufnahme ist ein Teil des Prozesses der Informationsverarbeitung. Sie beschreibt das was von der Information ankommt, aber auch die Möglichkeit, die Fähigkeit und die Umstände zur Entgegennahme der Information, ihre Bewusstwerdung und ihre Kontrolle der Informationsauswahl (Selektion) im sensorischen Speicher. |
| Informationsweitergabe | Die Informationsweitergabe ist ein Teil der Informationsverarbeitung. Sie beschreibt die Weitergabe von Informationen, die darauf bezogene Rückmeldung und die Art und Weise ihrer Bereitstellung. |
| Informationswahrnehmung | Die Informationswahrnehmung ist ein Teil des Prozesses der Informationsverarbeitung. Sie ist mit der Informationsaufnahme identisch. Sie beschreibt die Möglichkeit, die Fähigkeit und die Umstände zur Entgegennahme der Information, ihre Bewusstwerdung und Kontrolle der Informationsauswahl (Selektion) im sensorischen Speicher. |
| Informationsverwendung | Die Informationsverwendung beschreibt, wie die Information innerhalb der Mediation zu verwenden ist. |
| Informationszuordnung | Nachdem die Information qualifiziert wurde, wird sie sowohl dem Prozess wie dem Fall zugeordnet. Die Zuordnung erfolgt anhand der Dimensionen. Die Dimensionen bestimmen den Ort, an dem die Information abgelegt wird. |
| Informationsqualifikation | Bei der Informationsqualifikation geht es um die Kenntnis, um welche Informationen es sich handelt. Gemeint ist die Einordnung der Information anhand der Dimensionen. |
| 9-Punkte-Problem | Das Neun-Punkte-Problem oder das Neun-Punkte Rätsel besteht aus einem 3x3-Raster von Punkten. Die Aufgabe besteht darin, alle neun Punkte mit genau vier geraden Linien zu verbinden. Eine typische Lösung erfordert, dass man „außerhalb der Box“ denkt, also über die Begrenzungen des Rasters hinaus zeichnet. Das Rätsel wird für das kreative denken genutzt aber auch für die Wirkung, die der angenommene Kontext auf unser Denken hat. |
| Hoffnung | Hoffnung ist die Erwartung, dass die Zukunft besser sein wird als heute und dass wir die Kraft haben, es zu schaffen. Sie spielt in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie wirkt sich auf die Nachfrage, die Durchführung und das Ergebnis aus. |
| Informationshandling | Das Informationshandling beschreibt, wie in der Mediation mit Informationen umzugehen ist. |
| CRAAP-Methode | Die CRAAP-Methode benennt fünf Qualitätskriterien zur Prüfung der Wissenschaftlichkeit einer Information. Das Akronym steht für: Currency (Aktualität), Relevance (Relevanz), Authority (Autorität), Accuracy (Genauigkeit) und Purpose (Zweck). Die CRAAP-Methode inspiriert die Vorgehensweise bei der Informationsbewertung in der Mediation. |
| Informationsbewertung | In der heutigen Informationsgesellschaft ist die Fähigkeit zur Informationsbewertung eine entscheidende Kompetenz, um fundierte Entscheidungen zu treffen, wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen oder einfach den Überblick in einer Flut von Daten zu behalten. Die Bewertung von Informationen spielt auch in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie unterscheidet sich von der Qualifikation der Information. |
| Informationskompetenz | Informationskompetenz bezieht sich auf die Fähigkeit, Informationen effektiv zu finden, zu bewerten und zu nutzen. Sie umfasst das Erkennen des Informationsbedarfs, die Informationssuche und den Informationszugang, die kritische Bewertung von Informationen, die Verarbeitung und Anwendung von Informationen. In der Mediation bezeichnet die Informationskompetenz die Fähigkeit, mit Informationen umzugehen. |
| Wunderfrage | Die Wunderfrage oder "Problem ist weg" Frage ist eine Methode der Befragung, dass ein Trainer, Therapeuten oder Berater nutzen können, um die Kunden einladen, sich vorzustellen und zu beschreiben im Detail, wie die Zukunft wird anders sein, wenn das Problem nicht mehr Gegenwart. |
| Rumpelstilzcheneffekt | Die Parteien nennen den Konflikt beim (richtigen) Namen. Wenn es gelingt, dass die Parteien sich des Namens bewusst werden, ist der Konflikt meist in dem Moment vorbei oder man hat einen Packan um ihn zu überwinden. |
| Autopoiesie | Autopoiesis (aus dem Griechischen "auto" = selbst und "poiesis" = Erzeugung) beschreibt die Eigenschaft eines Systems, sich selbst zu produzieren und zu reproduzieren. |
| Suchstrategie | Die Mediation ist stets eine SUCHE nach Lösungen. Die Strategie ist, was das Verfahren (die Vorgehensweise) anbelangt, im Groben durch die Phasenkonsistenz vorgegeben. Gesucht werden Erkenntnisse, die zu einer allseits akzeptablen Lösung führen. Die Mediation beschreibt eine gemeinsame Suche, die möglich ist, wenn von einer Gemeinsamkeit ausgegangen wird. Wichtig ist die Dimensionierung, |
| Mediationslandkarte | Die Mediationslandkarte erlaubt eine Navigation in der Mediation. Sie stellt die zu bearbeitenden Themen dar und ordnet sie den Phasen zu. |
| Verstärkungstheorie | Die Verstärkungstheorie beschreibt das Phänomen, dass durch positive Verstärkung ein bestimmtes Verhalten belohnt oder bestätigt wird, was dazu führen kann, dass es wiederholt wird, selbst wenn es langfristig negative Konsequenzen hat. |
| Konfliktklärung | Die Konfliktklärung beschreibt eine Variante der Mediation aber auch der Konfliktmoderation und der Konfliktprävention. Sie geht davon aus, dass Klarheit der natürliche Feind des Konfliktes ist. |
| Objekt- oder Personenpermanenz | Besonders Kleinkinder müssen lernen, dass ein Objekt sich nicht deshalb auflöst und verschwindet, weil es gerade nicht sichtbar ist. Die Objekt- oder Personenpermanenz bezeichnet das Wissen um das Weiterexistieren von Personen oder Gegenständen, die sich nicht mehr in unserem Wahrnehmungsbereich befinden. Die Objekt- oder Personenpermanenz stellt sich im ersten Lebensjahr etwa ab dem 8. Monat her. Das Phänomen der Objekt- oder Personenpermanenz begegnet uns im Konflikt, wo ihr Fehlen zu Beziehungsproblemen führt oder wo nicht wahrnehmbare Eigenschaften einfach weggeblendet oder vergessen werden und nicht gelernt werden können. |
| Alltagsmediation | Der Begriff steht nicht für eine besondere Form der Mediation wohl aber für Mediationen, die im Alltag verwendet werden. Die Alltagsmediation ist deshalb eine Mediastion für alltägliche Fälle. |
| Alltagskonflikt | Mit der Bezeichnung Alltagskonflikt werden die Nervigkeiten des Alltags bezeichnet. Kleinigkeiten, die durchaus belasten. Der Begriff kennzeichnet auch eine Konfliktart, die durch die Regelmäßigkeiten und Gewohnheiten des Alltags geprägt wird und auf daraus resultierende Täuschungen und Fehleinschätzungen beruht. |
| Konfliktenergie | Eine der positiven Eigenschaften des Konfliktes ist die Energiezufuhr. Sie macht die Parteien handlungsfähig. Der Energiezuwachs kann sich negativ auswirken, wenn er den Fokus auf den Gegner lenkt und die Energie nicht genutzt wird, den Konflikt zu überwinden. |
| Rhythmus der Mediation | Der Rhythmus bezeichnet die Akzentuierung und zeitliche Gliederung von Ereignissen mit einer gewissen Regelmäßigkeit. In der Mediation wird damit die unterschiedliche Betonung und die zeitliche Gewichtung im Phasenablauf angesprochen. |
| Verstehensvermittlung | Verstehensvermittlung ist ein Leistungsmerkmal der Mediation, das sich von der Lösungsvermittlung der Schlichtung unterscheidet. |
| Kindesanhörung | Die Anhörung von Kindern ist in manchen Verfahren (z.B. bei einer Familiensache) vorgeschriebven. Sie kann auch in der Mediation vorkommen. Dann sind jedoch besondere Regeln zu beachten, damit die Anhörung kjindgerecht erfolgen kann. |
| Konfliktrelation | Ein Konflikt kommt selten allein. Die Konfliktrelation beschreibt das Verhältnis der Konflikte in einem Fall zueinander. |
| Konfliktlandkarte | Eine grafische Darstellung, die eine Übersicht zu der Frage erlaubt, wer mit wem welchen Konflikt in welcher Eskalationsstufe und welcher Konfliktdimension hat |
| Konfliktbaum | Der Konfliktbaum befasst sich mit dem Unterschied zwischen strukturellen und dynamischen Faktoren und visualisiert, wie Konfliktthemen diese beiden Aspekte verbinden. In dem Bild eines Baumes werden die dynamischen Faktoren in der Baumkrone und die strukturellen Faktoren im Wurzelbereich angeordnet. |
| Konfliktrad | Das von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) entwickelte Conflict Wheel (Konfliktrad) gibt eine Orientierung, indem es nach der Konfliktdynamik, den Akteuren, Ursachen und Strukturen, sowie den Themen und Optionen/Strategien differenziert. |
| Konfliktanalyse | Die Mediation erfordert eine Konfliktanalyse, die mitunter auch als Diagnose bezeichnet wird. Einer Konfliktdiagnose bedarf es jedoch nicht, weil der Konflikt (zumindest nicht vom Mediator) zu beurteilen ist. Es geht (lediglich) darum, die Eckdaten für den Konflikt herauszuarbeiten, um den Konflikt identifizieren zu können. Die Eckdaten setzen sich aus den Parteien, der Konfliktdimension und der Eskalation zusammen. |
| Konfliktdiagnose | Der Begriff wird oft synonym mit der Konfliktanalyse verwendet. Es geht um die Identifikation des Konfliktes als Bearbeitungsgrundlage in der Mediation. |
| Vorschlag | Der Vorschlag ist mit einem Ratschlag oder einer Empfehlung gleichzusetzen. Er wird in der Mediation als (untaugliches) Abgrenzungekriterium zur Schlichtung verwendet. Der Mediator darf keine Vorschläge machen, der Schlichter durchaus, lautet die zu hinterfragende Faustregel. |
| Optimismus | Optimismus ist eine positive Denkweise, bei der man dazu neigt, das Beste zu erwarten und positive Ergebnisse oder Entwicklungen in verschiedenen Lebensbereichen anzustreben. Es ist eine innere Überzeugung, dass gute Dinge passieren können und dass Schwierigkeiten überwunden werden können. |
| Optimismus | Es handelt sich um eine Denkweise, die mit der Erwartung einhergeht, dass zukünftige Ereignisse, persönliche Beziehungen oder Situationen positiv verlaufen. Wie das positive Denken trägt der Optimismus dazu bei, Möglichkeiten auch dann noch zu erkennen, wenn Hindernisse oder Herausforderungen im Wege stehen. |
| Negativitätsverzerrung | Das menschliche Gehirn zeigt eine Neigung, negative Informationen stärker zu verarbeiten und zu speichern als positive. Dieser Mechanismus hat evolutionäre Vorteile, da er uns dazu veranlasst, auf potenzielle Gefahren oder Bedrohungen aufmerksam zu sein. Dieser Bias kann dazu führen, dass wir uns eher auf negative Nachrichten konzentrieren. |
| Nebenberuf | Eine Tätigkeit, bei der Einkünfte erzielt werden, ist eine nebenberufliche Tätigkeit, wenn sie zeitlich nicht mehr als ein Drittel einer vergleichbaren Vollerwerbstätigkeit einnimmt. Dabei wird pauschalierend von einer Wochenarbeitszeit von 14 Stunden (= 1/3 von 42 Stunden) ausgegangen. Dies gilt auch, wenn kein Hauptberuf ausgeübt wird. |
Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen