Die Sprache der Mediationsschulen
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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.
Die Terminologische Zuordnung
Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.
Die Examensdatenbank wird ständig erweitert. Sie können helfen. Sollten Sie einen Begriff vermissen oder anders definieren, geben Sie bitte einen Hinweis, wenn Sie die Änderung nicht selbst einbringen.
| Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|
| Spannungsfelder | Widersprüche, die sich auf die Konfliktdynamik auswirken und zu ihrer Steuerung genutzt werden können. |
| SMART | SMART ist ein Akronym für die Kriterien einer Zielvereinbarung. Siehe Smart-Methode |
| Zukunft | Die Zukunft betrifft Geschehnisse, die noch nicht eingetroffen sind. Die Mediation hat einen Zukunftsbezug, weil sie eine Situation herstellen will, die hinter dem Problem liegt. Die Bedeutung dieser gedanklichen Ausrichtung wirkt sich in der Mediation auf vielfältige Weise aus. |
| Chaos | Das Chaos steht dem Kosmos gegenüber, so wie die Unordnung der Ordnung gegenübersteht. Die Auseinandersetzung mit dem Chaos hat eine Bedeutung für die Mediation, weil sie die Zukunftsplanung betrifft, aber auch die Steuerung des Verfahrens. |
| Chaostheorie | Die Chaostheorie belegt, dass kleinste Veränderungen der Anfangsbedingungen große Auswirkungen auf das gesamte System haben können. Wenn die Mediation eine Auseinandersetzung mit der Zukunft ist, muss der Mediator die Chaostheorie kennen. |
| Anfangsbedingung | Die Anfangsbedingung beschreibt den Ausgangspunkt einer in die Zukunft wirkenden Kausalkette. Nach der Chaostheorie können kleinste Veränderungen der Anfangsbedingungen extreme Auswirkungen haben. Die Mediation bietet die Möglichkeit, optimale Ausgangsbedingungen für eine Zukunftsgstaltung zu setzen. |
| Achtung | Achtung ist einerseits ein Warnhinweis und andererseits ein Begriff aus der Ethik, der die Wertschätzung einer anderen Person und den ihr gegenüber zu erbringenden Respekt beschreibt. Mangelnder Respekt ist ein Vorwurf, der häufig in der Mediation erhoben wird. |
| Präsenzstunden | Der Begriff wird in der Ausbildungsverordnung verwendet. Die Verordnung schreibt Präsenzstunden für die Ausbildung vor. Die bei persönlicher Anwesenheit des Studenten zu absolvierenden Zeiteinheiten werden in Zeitstunden gemessen |
| Zertifikat | Im Grunde ist ein Zertifikat lediglich eine Bescheinigung. Oft wird es aber mit einer Qualifikation verbunden. Besonders bei der Ausbildung zum Mediator werden an die Zertifizierung Erwartungen geknüpft. Der Beitrag Ausbildungszertifikate stellt eine Übersicht zur Verfügung. |
| Auftrag | Der Auftrag ist ein Vertragstyp im BGB. Er ist in § 662 BGB geregelt und besagt, dass sich der Beauftragte durch die Annahme eines Auftrags verpflichtet, ein ihm von dem Auftraggeber übertragenes Geschäft für diesen unentgeltlich zu besorgen. Die Mediation als Dienstvertrag erwartet eine Vergütung. Weil das Mediationsgesetz weder einen Dienstvertrag noch eine Vergütung voraussetzt, wohl aber einen Rechtsbindungswillen, kann der Mediationsvertrag auch als Auftrag erteilt werden. |
| Aufgabenermittlung | Die Frage, welche Aufgaben ein Mediator hat, ist angesichts der Flexibilität des Verfahrens nicht leicht zu beurteilen. Umso wichtiger ist es, sich der Frage zu nähern, welche Aufgaben das sein können. Die Aufgaben leiten sich aus dem Mediationsverständnis ab, aus den rechtlichen Grundlagen und den situativen Anforderungen des Falles. Manche Aufgaben sind verpflichtend, andere sind optional. |
| Aufgabe | Die Aufgabe im hier verstandenen Sinn betrifft eine Tätigkeitserwartung. Wenn sich die Erwartung an den Mediator richtet, ist auch von der Mediatorenaufgabe die Rede. Welche Aufgaben der Mediator zu erfüllen hat, ergibt sich aus dem Aufgabenverzeichnis. |
| Rhetorik | In der Mediation geht es bei der Redekunst (Rhetorik) nicht darum, andere besser überzeugen zu können. Wohl geht es darum, sich besser verständlich machen zu können. |
| Gesprächsführung | Die Art und Weise wie ein Gespräch durchgeführt wird. Die Mediation stellt Anforderungen an das Gespräch, damit sich der zur Lösung führende Gedankengang verwirklichen lässt. |
| Gesprächsgrundsätze | Grundsätzliche Anforderungen an die Art und Weise der kooperativen Gesprächsführung, damit sich der zur Lösung führende Gedankengang verwirklichen lässt. Die Gesprächsgrundsätze sind von den Gesprächsregeln zu unterscheiden. |
| Dreiecksmarketing | Das Marketing wird über Bande (also über Multiplikatoren) ausgeführt. Es ist eine Möglichkeit, die Mediation zunächst nicht interessierte Parteien nahezubringen. |
| Startprobleme | Es gibt Hindernisse, die dem Beginn der Mediation bzw. dem Abschluss eines Mediationsvertrages im Wege stehen. Die Startprobleme listen die Hindernisse auf und geben Hinweise, wie sie zu überwinden sind. |
| Mediationsmarketing | Das Mediationsmarketing beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Mediator seine Leistungen anzubieten hat, so dass der Kunde im Bedarfsfall darauf zurückgreifen kann. Die Mediation stellt an das Marketing eigenwillige Anforderungen, sodass das Angebot zur Mediation passt. |
| Kundenkommunikation | Die Kundenkommunikation beschreibt die Anforderungen an die Kommunikation mit Interessenten und Kunden, damit sie das Angebot ihrem Bedarf zuordnen können. Der Anbieter muss sich auf die Sicht des Kunden, seine Vorstellungen und gegebenenfalls auf seine Denkweise einlassen können. Bei einem erklärungsbedürftigen Produkt wie die Mediation bedarf die Kundenkommunikation einer besonderen Aufmerksamkeit. |
| Mediationsangebot | Juristisch ist ein Angebot eine auf Vertragsabschluss gerichtete Willenserklärung. (z.B. Angebot zum Abschluss eines Mediationsvertrages). Im ökonomischen Verständnis zielt das Angebot auf die Nachfrage. Ein Mediationsangebot ist die Offerte oder der Vorschlag zur Durchführung einer Mediation. |
| Fallaufkommen | Eignung und Zustandekommen von Mediationen |
| Cölestinische Vergebungsfeier | Das Cölestinische Vergebungsfest in Italien gehört zum UNESCO immateriellen Kulturerbe. Es beschreibt eine Feierlichkeit, die lokale Partnerschaften stärken soll. |
| Konfliktentscheidungen | Vorgangs- oder verfahrensbezogene Entscheidungen, die im Konflikt zu treffen sind. |
| Konflikthindernisse | Konflikthindernisse sind die Hürden, die es den Parteien erschweren, sich dem Konflikt zu stellen. Die Hindernisse müssen gegebenenfalls überwunden oder aus dem Weg geräumt werden, damit eine ordentliche Konfliktbearbeitung möglich wird. |
| Worte und Gefühle | Starke Gefühle brauchen starke Worte. Beschwichtigung und Schönreden führen an der Wirklichkeit vorbei. |
| Sachverhalt | Zusammenstellung aller Umstände und Hergänge, die für eine Fragestellung relevant sind. Der Sachverhalt ist nicht mit Fakten gleichzusetzen. |
| Design Thinking | Design Thinking wird als ein (Denk-)Ansatz nicht als Methode beschrieben. Er beruht auf den Grundprinzipien Team, Raum und Prozess. Menschen kommen zusammen, um gemeinsam Fragen zu entwickeln, die auf die Interessen und Bedürfnisse eingehen. Das Denken wird der Herangehensweise von Designern angepasst, die ihre Ideen aus dem Verstehen, der Beobachtung, der Perspektive, der Aufgabenstellung und dem Testen entwickeln. |
| Dunning-Kruger-Effekt | Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, wie inkompetente Menschen gerade wegen ihrer Inkompetenz nicht in der Lage sind, ihre Inkompetenz zu begreifen. |
| Gaslighting | Gaslighting bezeichnet eine Tatsachenverdrehung, die meist aus einem Vertrauensverhältnis heraus erfolgt und als eine psychische Gewalt beschrieben wird, weil sie derart starke Irritationen beim Opfer bewirkt, dass dessen Selbstvertrauen Stück für Stück abgebaut wird. |
| Arousal | Arousal ist ein englisches Wort, das auf Deutsch Erregung bedeutet. Es beschreibt die Aktivierungsbereitschaft des Zentralnervensystems, das beim Auftreten von Reizen mit Lebensrelevanz erhöht wird. |
| Verfahrenskompetenz | Die Verfahrenskompetenz der Mediation grenzt sich von der Mediatorenkompetenz ab. Beide Kompetenzen zusammengenommen sind erforderlich, um eine Mediation durchzuführen. Die Verfahrenskompetenz beschreibt dabei die Fähigkeit des Verfahrens zur Selbstregulierung. |
| Resonanzgesetz | Das Resonanzgesetz besagt, dass der negative Fokus am Negativen festhält, während positive Gedanken andere positive Gedanken anziehen, sodass sich daraus ein Weg ergibt, der ein konstruktives Handeln ermöglicht |
| Bestandsaufnahme | Die Phase zwei der Mediation wird auch als Bestandsaufnahme bezeichnet. Es geht darum den Streit der Parteien genau zu identifizieren. Die alternative Bezeichnung lautet Themensammlung. |
| Initialisierung | Die erste Phase der Mediation wird entweder als Arbeitsbündnis oder als Initialisierung bezeichnet. Die unterschiedlichen Begriffe deuten die unterschiedlichen Herangehensweisen an. In beiden Fällen geht es darum, das Ziel, den Weg der Mediation und ihre Rahmenbedingungen festzustellen (bei der Initialisierung) oder zu vereinbaren (beim Arbeitsbündnis). |
| Kognitionsprozess | Die Mediation lässt sich als ein Kognitionsprozess beschreiben, dessen Mittelpunkt das Verstehen bildet. Das Verstehen wird durch Erkenntnisschritte herbeigeführt, die die gesamte Komplexität des Falles in Betracht ziehen können und sich in der inneren Logik an den Phasen orientiert. |
| Wirtschaftsmediation | Streitigkeiten mit wirtschaftlichem Bezug. Gegebenenfalls: Mediation im Unternehmen, zwischen Unternehmen, mit Gesellschaftern und Inhabern, Rechtsnachfolge und Unternehmensübernahme, Verbraucherstreitigkeiten. |
| Lösung | Der gefundene Weg bzw. die Entscheidung, wie der Konflikt beigelegt wird. Die Lösung grenzt sich von der Position ab, die als die verdichtete Lösungsvorgabe angesehen werden kann. |
| Mediationskompetenz | Die Mediationskompetenz oder die mediative Kompetenz beschreibt das Zusammenspiel von der Verfahrenskompetenz und der Mediatorenkompetenz. |
| Nachphase | Die sechste Phase der Mediation ist die Nachphase. Sie dient der Kontrolle und dem Qualitätsmanagement. |
| Mediationsergebnisvereinbarung | Diesen Begriff verwendet die Evaluierung zum Mediationsgesetz anstelle des im Gesetzes gebrauchten Begriffes der Abschlussvereinbarung. |
| Fachberatung | Siehe Beratung. Die Beratung ist fachorientiert |
| narrative Mediation | Narrativ bedeutet erzählend. Der narrative Mediator nimmt eine Perspektive ein, die dem „Kinobesucher“ der integrierten Mediation entspricht. Er achtet auf die persönlichen Geschichten der Parteien und den Kontext, in dem diese Geschichten eingebettet sind. Das Zuhören und das Eingehen auf die in den Geschichten wiederzufindenden Rollen und Bilder ist sein Arbeitsschwerpunkt, mit dem er die verborgenen Anliegen der Parteien herausarbei-tet . |
| Beweissicherungsverfahren | Gerichtliches Verfahren zur Sicherung von Beweisen für einen evtl. nachfolgenden Prozess |
| Adjudication | Dispute Adjudication ist ein außergerichtliches Streitbeilegungsinstrument für Baukonflikte aus dem angelsächsischen Rechtskreis. Der Adjudicator trifft innerhalb kürzester Frist für alle aufkommenden Konflikte eine Entscheidung, die aber innerhalb eines Gerichtsverfahrens überprüfbar ist. Sie wird daher als vorläufig bindend bezeichnet. |
| Versöhnung | Das deutsche Wort "Versöhnung" leitet sich von Sühne/sühnen ab. Wer Sühne tut, leistet eine Wiedergutmachung für Schäden und Verletzungen. Die Versöhnung kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie geht weit über eine materielle Entschädigung hinaus und spielt in der Mediation eine wichtige Rolle. |
| Streitvermittlung | Vermittlung (Ausgleich von Gegensätzen) im Streit. Siehe auch Streitvermittlungsverfahren. |
| Settlement | Siehe Vergleich |
| Facilitation | Facilitation heisst übersetzt so viel wie Ver-einfachen. Es ist ein Verfahren, bei dem ei-ne dritte Person, nämlich der Facilitator, die Parteien unterstützt, effiziente(re) Verhand-lungen zu führen. |
| Ombudsmann | Auch als Ombudsverfahren oder Ombudsperson bnezeichnet. Obwohl Ombud Vollmacht bedeutet, ist der Ombudsmann zwar oft ein Vermittler, nicht aber bevollmächtigt. Ombudsmänner gibt es überall auf der Welt mit unterschiedlichen Funktionen. So wird ein Ombudsmann auch als unparteiische Schiedsperson bezeichnet. |
| early Settlement | Öffentliche Einrichtungen bieten oft die Möglichkeit, freiwillig Streitigkeiten beizulegen, bevor sie in teure und oft langwierige Gerichtsverfahren ausarten. |
Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen