Mediation von A-Z

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Lexikon


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Zusammenstellung der in der Enzyklopädie gespeicherten Begriffe.
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BezeichnungBeschreibung
KairosDer Begriff stammt aus dem Altgriechischen. Er bezeichnet den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung, Handlung oder Vornahme. Wird dieselbe Frage beispielsweise im falschen Moment gestellt, verliert sie ihre Wirkung. Ein Vergleich mit der Entscheidungsreife im Juristischen liegt nahe. Kairos geht darüber jedoch hinaus, weil sich die Mediation auf den Prozess konzentriert, wo es nicht nur auf DIE Entscheidung ankommt, sondern auf eine Vielzahl von Aktionen und Reaktionen, die aufeinander abzustimmen sind. Das Phänomen wird in der Mediation mit dem aus dem Kampfsport stammenden Begriff Window of Opportunity beschrieben.
kalter KonfliktDer Konflikt wird indirekt ausgetragen. Die Parteien meiden den Kontakt. Die Kommunikation wird eingefroren.
Kampf-oder-Flucht-ModusSiehe Fight or Flight-Reaktion
kaputte WeltDer Begriff wird bei der Integrierten Mediation verwendet, um die unterschiedlichen Gedankenwelten zu kennzeichnen, durch die die Mediation führt. Der Terminus verdeutlicht, dass die 2.Phase dazu dient, die kaputte Welt (das Problem, was nicht stimmt, was sich nicht gut anfühlt) zu ergründen. Er umschreibt die Bestandsaufnahme.
KärtchenmethodeAbfrage unter Verwendung von Moderationskärtchen. Die Kärtchenmethode (die eigentlich eine Technik ist) wird meist bei Gruppen eingesetzt, wenn Meinungen abgefragt werden, die nicht offen geäußert werden können. Mit der Kärtchenmethode kann auch die Themensammlung durchgeführt werden.
KatharsisDer Begriff kommt aus dem Altgriechischen und bezeichnet die Reinigung von Affekten. In der modernen Psychologie wird der Katharsis die Bedeutung zum Abbau psychischer Spannungen zugeschrieben. Nach Glasl kann auch eine konstruktive Bearbeitung von Konflikten ebenso zur Genesung führen, wie ein Genesungsprozess durch Krankheit, Krisis und Katharsis zu einer Wandlung führen kann.
kathartische MediationDie kathartische oder metanoische Mediation sind von Glasl eingeführte Begriffe, mit der die Notwendigkeit und Fähigkeit der Mediation beschrieben wird, die zur Konfliktbewältigung erforderliche, innere Wandlung im Menschen herbeizuführen. Die Herangehensweise entspricht der transformativen Mediation.
KautelDie Begriffe Kautelarpraxis, Kautelarjurisprudenz, Kautelarklausur und lassen Kautel werden auf den lateinischen Ursprung cautela zurückfgeführt, was mit Schutz oder Vorsicht zu übersetzen ist. Die Kautelarjurisprudenz beschreibt deshalb ein Anwendungsformat des Rechts, das keinen Streit lösen sondern vermeiden will. Notare beispielsweise werden als Kautelarjuristen bezeichnet, weil sie rechtsgestaltend darauf hinwirken sollen, dass eine Vereinbarung rechtssicher abgeschlossen wird, die rechtliche Probleme vermeiden will. Eine Parallele findet sich in der sogenannten Gestaltungsmediation oder bei der Abschlussvereinbarung.
KillerphrasenKillerphrasen sind Aussagen, die darauf angelegt sind, ein Gespräch schnell und ohne Ergebnis zu beenden. Killerphrasen verfügen über keinen wirklichen Informationsgehalt. Meistens beinhalten sie eine Abwertung.
KillerphrasentechnikKillerphrasen sind Aussagen, die darauf angelegt sind, ein Gespräch schnell und ohne Ergebnis zu beenden. Die Killerphrasentechnik wandelt die Killerphrase in ein konstruktives Gespräch um.
KinderDer Begriff Kinder bezeichnet die Abkömmlinge oder gleichgestellt die Adoptivkinder. Kinder und Adoptivkinder sind rechtlich gleichgestellt, auch wenn es biologische Unterschiede gibt. Bei den Pflegekindern wird die Versorgung von Nichtabkömmlingen beschrieben. Mit dem Begriff Kind wird aber auch der Grad der Geschäftsfähigkeit bezeichnet. Ein Kind ist demnach, wer das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Jugendliche sind zwischen 14 und 18 Jahre alt.
KinderrechtDie Kinderrechte sind in einer UN-Konvention festgelegt und in das nationale Gesetz überführt. Die Kinderrechte sind von den Kindschaftssachen zu unterscheiden, wo sie im Idealfall zur Geltung kommen.
Kindesanhörung Die Anhörung von Kindern ist in manchen Verfahren (z.B. bei einer Familiensache) vorgeschriebven. Sie kann auch in der Mediation vorkommen. Dann sind jedoch besondere Regeln zu beachten, damit die Anhörung kjindgerecht erfolgen kann.
KindesunterhaltUnterhaltsansprüche bedürftiger Kinder gegen die Eltern. Geregelt in §§ 1601 ff. BGB
KindeswohlKriterium für Entscheidungen das Kind betreffend. Grob umschrieben kann unter Kindeswohl die Herstellung eines förderlichen Ausgleichs zwischen den Bedürfnissen eines Kindes und seinen Lebensbedingungen verstanden werden.
KindschaftsrechtUnter dem Begriff Kindschaftsrecht werden die Regelungen zusammengefasst, die das Kind und die Beziehungen zu seiner Familie betreffen. Hierzu gehören: das Abstammungsrecht, das Sorge- und Umgangsrecht, das Namensrecht, das Adoptionsrecht, das Kindesunterhaltsrecht und das damit zusammenhängende Recht des gerichtlichen Verfahrens. Das Kindschaftsrecht geht über die Kindschaftssachen hinaus. Letztere betreffen lediglich die an dem Familiengericht zugewiesenen Verfahren.
KindschaftssachenKindschaftssachen sind die nach §151 FamFG dem Familiengericht zugewiesenen Verfahren. Die Kindschaftssachen sind vom Kindschaftsrecht zu unterscheiden.
KinobesucherUm den Kontext nicht aus dem Blick zu verlieren, sollte der Mediator auch (und zwar zusätzlich!) die Perspektive eines Kinobesuchers einnehmen. Er hört der Partei nicht nur zu. Er beobachtet auch den Anlass, die Art des Vorbringens, das Verhalten und die Interaktion mit dem Gegner, um das Gesagte in diesen Kontext einzubeziehen. Ein Kinobesucher achtet weniger auf wörtlichen Zitate und die inhaltlichen Aussagen als auf den Gesamtzusammenhang, die Geschichte, die Eindrücke, die Rollen der Akteure und die Spannung, die das Schauspiel ihm vermittelt.
KlammerthemaBei der Themensammlung sollte darauf geachtet werden, dass ein Thema (separat) ausgewiesen wird, das den Bezug zu dem Kontext herstellt, in dem sich der Konflikt bewegt. Dieses Thema wird als Klammerthema bezeichnet. Meist wird es durch den Beziehungskonflikt ausgedrückt.
Klammerthema herausarbeitenDie Parteien sollen mit den Themen einen Bezug zum Konflikt finden. Den inhaltlichen Bezug stellen die Konfliktdimensionen her. Für eine vollständige Themensammlung sind alle Konflikte zu listen. Besonders dann, wenn die Liste nur Sachkonflikte erfasst, sollte darauf geachtet werden, dass ein Thema aufgeführt wird, das den Bezug zum Kontext herstellt und die Klammer über die anderen Themen bildet. Das ist meist der Beziehungskonflikt.
KlärungshilfeKlärungshilfe wird als eine Mediationsmethode beschrieben, die Hilfe zur Klärung von Konflikten zwischen Menschen, die miteinander arbeiten oder leben sollen, möchten oder müssen eingesetzt wird. Klärungshilfe wird für schwierige, zwischenmenschliche Konfliktsituationen eingesetzt.
klassische MediationDer Begriff der klassischen Mediation wurde mit der Begründung zum Mediationsgesetz eingeführt und synonym mit der reinen oder der förmlichen Mediation verwendet. Die genaue Abgrenzung ergibt sich aus dem Mediationsradius
KlischeeÜbersetzt bedeutet Klischee so viel wie Abklatsch. Das Klischee ergibt sich aus einer schablonenhaften Vorstellung von einer Redensart, einem Kunstwerk oder einem Stilmittel. Hinter dem Klischee verbirgt sich ein Eindruck, der gegen Stereotype und Vorurteile abzugrenzen ist.
KognitionKurz zusammengefasst sind Kognitionen mentale Ereignisse, die mit einer Bewertung verbunden sind. Mentale Ereignisse sind alle mentalen Prozesse, die wir bewusst wahrnehmen können, also beispielsweise Gedanken, Gefühle und Emotionen, aber auch Bedürfnisse, Ziele und Verhaltensweisen.
KognitionsprozessDie Mediation lässt sich als ein Kognitionsprozess beschreiben, dessen Mittelpunkt das Verstehen bildet. Das Verstehen wird durch Erkenntnisschritte herbeigeführt, die die gesamte Komplexität des Falles in Betracht ziehen können und sich in der inneren Logik an den Phasen orientiert.
kognitive DissonanzEin mentaler Widerspruch. Viele Menschen neigen dazu den Widerspruch dadurch aufzulösen, dass der Gegensatz (die widersprechende Position) geleugnet oder abgelehnt wird.
Kognitive InflexibilitätKognitive Inflexibilität beschreibt die Unfähigkeit oder Schwierigkeit, flexibel zu denken, neue Informationen zu integrieren oder alternative Perspektiven zu berücksichtigen. Diese kognitive Starre kann sich in verschiedenen Lebensbereichen manifestieren und erhebliche Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden und die zwischenmenschlichen Beziehungen haben.
kognitive MediationMediation nach dem Konzept der kognitiven Mediationstheorie. Der Begriff wird auch synonym zur Integrierten Mediation verwendet.
kognitive MediationstheorieDie kognitive Mediationstheorie ist die erste wissenschaftliche Herleitung der Mediation, die den Prozess als Ganzes in all seinen Ausprägungen beschreibt. Sie geht davon aus, dass die Mediation ein Erkenntnisprozess ist, der den Parteien zu Einsichten verhilft, mit denen sie selbst die Lösung finden können. Die Betonung des kognitiven Vorgangs und der dazu erforderlichen Gegebenheiten erlaubt es, die Mediation bis ins Detail zu beschreiben.
kognitive VerzerrungSystematische, fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen. Sie bleiben meist unbewusst und basieren auf kognitiven Schlussfolgerungen unseres Gehirns. Siehe auch Denkfehler.
kognitive VerzerrungSystematische, fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen. Sie bleiben meist unbewusst und basieren auf kognitiven Schlussfolgerungen unseres Gehirns. Siehe auch Denkfehler.
kognitive WahrnehmungDie kognitive Wahrnehmung betrifft das Erinnern, Lernen, Problemlösen oder Orientieren.
KokonverfahrenEine andere Bezeichnung für die Kooperative Praxis
kollegiale BeratungDie kollegiale Beratung wird auch Intervision genannt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass eine Gruppe (von Kollegen) die beruflichen Probleme gemeinsam bespricht und reflektiert. Im Mittelpunkt steht eine strukturierte und aufeinander abgestimmte Herangehensweise, wobei die beratenden Elemente seitens der Kollegen reihum moderiert werden.
kollektive IntelligenzSiehe Schwarmintelligenz
kollektiver EntscheidungsprozessVon einem kollektiven Entscheidungsprozess ist die Rede, wenn an der Entscheidungsfindung mehrere Personen beteiligt werden und wenn die Entscheidung von allen gemeinsam getragen wird. .
KolonialisierungKolonialisierung bedeutet,dem Anderen seine Weltsicht, seine Werte und Erleben überzustülpen. Er soll den eigenen Erwartungen entsprechen.
kommunale MediationDer Begriff „kommunale Mediation“ wird zwar nicht explizit verwendet. Allerdings lassen sich indirekte Bezüge zu Mediation in kommunalen Kontexten ableiten. Der kommunale Bereich könnte ein Anwendungsfeld sein, aber kein spezifisches Konzept.
KommunikationKommunikation ist die Verständigung zwischen Menschen mithilfe von Sprache oder Zeichen. Es ist mehr als nur miteinander zu reden. Die Kommunikation ist ebenso komplex wie die Menschen und die Situationen, in denen sie geschieht. Psychologen sagen deshalb: die Kommunikation ist die Anleitung zur Rekonstruktion einer Wirklichkeit. Mit jeder Kommunikation sagt der Mensch etwas über sich und die Art wie er die Welt sieht.
KommunikationsachsenDie Kommunikationsachsen beschreiben die Fixpunkte einer Kommunikation
KommunikationsanalyseMit der Kommunikationsanalyse werden Kommunikationsmuster und -kanäle untersucht, um festzustellen, wie Informationen und Meinungen ausgetauscht werden.
KommunikationsaxiomeSiehe Axiome der Kommunikation
KommunikationsbeziehungSiehe Gesprächsbeziehung
KommunikationsbotschaftenMit dem Begriff werden die (indirekten) Botschaften der unterschiedlichen Kommunikationsaspekte wie dem Selbstoffenbarungs- und dem Beziehungsaspekt angesprochen. Der Oberbegriff umfasst deshalb die Ich-Botschaften, die Du-Botschaften und die Wir-Botschaften.
Kommunikationsdefizite erkennenWenn es darum geht, die Kommunikation einzuschätzen, hilft es, von außen auf die Kommunikation zu schauen. Die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren, deckt die Defizite der Kommunikation auf. Der Mediator muss sie erkennen und überlegen, wie er seine Kompetenz und die der Mediation nutzen kann, um die Defizite auszugleichen.
KommunikationsebenenDie Kommunikation findet auf mehreren Ebenen statt. Watzlawick unterscheidet die Sachebene von der Beziehungsebene. Auf der Sachebene, die auch Inhaltsebene genannt wird, werden objektiv überprüfbare Tatsachen rationalen Inhalts übermittelt. Auf der Beziehungsebene werden emotionale Tatsachen übermittelt, die in das emotionale Wechselspiel der Kommunikanten einfließen. Es ist wichtig, die Ebenen auseinanderzuhalten.
KommunikationskontextDer Kommunikationskontext ist vom Kommunikationsrahmen zu unterscheiden. Er bezieht sich auf die Umgebung oder Situation, in der die Kommunikation stattfindet und umfasst Faktoren wie den Ort, die Zeit, die Teilnehmer, ihre Beziehungen zueinander, ihre Kultur und ihre individuellen Erfahrungen und Hintergründe. Der Kommunikationskontext kann sich stark auf den Verlauf und den Ausgang der Kommunikation auswirken. Er kann mit dem Setting gestaltet werden.
KommunikationslandkarteStellt man sich die Kommunikationsmöglichkeiten in einem System als eine Landkarte vor, ergeben die Kommunikationswege die Verbindungen, wer mit wem wie kommunizieren kann und soll, aber nicht notwendigerweise kommuniziert.
KommunikationsmodellDas mit dem Verfahren verbundene Kommunikationskonzept. Es orientiert sich an der Rolle des neutralen Dritten.
KommunikationsquadratDas 4-Ebenen-Modell von Schulz von Thun. Jeder Mensch braucht 4 Ohren und 4 Münder, um alle Informationen einer Nachricht zu verarbeiten

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Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2024-05-07 16:40 / Version .

Siehe auch: Lexikon