Mediation von A-Z

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Lexikon


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BezeichnungBeschreibung
Ich-BotschaftenKommunikation findet nach Friedemann Schulz von Thun auf 4 Ebenen statt, die er als "vier Münder" und "vier Ohren" (Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell) umschreibt. Häufig kommt es jedoch vor, dass Menschen nur einen Mund und nur ein Ohr einsetzen. Der Mediator ersetzt diese Selektion, indem er die ich Botschaften herausstellt.
Ich-ZentriertheitDie Ich-Zentriertheit oder die Ich-Zentrierung bezieht sich auf eine starke Fokussierung auf das eigene Selbst, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen. Sie kann zu einer Selbstbezogenheit führen, bei der die eigene Person und das eigene Wohlbefinden im Vordergrund stehen. Allerdings kann die Ich-Zentriertheit auch auf eine gesunde Selbstreflexion und Selbstfürsorge hinweisen, wenn sie mit einem angemessenen Bewusstsein für andere Menschen verbunden ist. Die Mediation unterstreicht die Selbstreflexion und fordert die Selbstfürsorge ein.
IdentitätDie Identität umfasst die Gesamtheit dessen, was eine Person einzigartig macht, einschließlich ihrer sozialen, kulturellen und persönlichen Zugehörigkeiten. Sie bezieht sich auf die einzigartigen Merkmale, Eigenschaften, Überzeugungen und Erfahrungen, die eine Person individuell kennzeichnen. Die Identität einer Person (einschließlich des Mediators) spielt in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie ist ein persönlichkeitsbildendes Element.
IdentitätskonfliktDas Wort deutet auf einen inneren Konflikt hin, wo die Identität mit sich im Widerspruch steht. Identitätskonflikte sind aber auch als soziale Konflikte denkbar, wo mehrere Individuen über die Identität der Gruppe oder einzelner Mitglieder streiten.
IgnoranzEin Ignorant ist jemand, der sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung bemüht und daher (absichtlich) unwissend verbleibt. In der Mediation kommt er einem Verweigerer gleich. Es ist deshalb fraglich, ob und wie die Mediation mit Ignoranten durchzuführen ist.
IgnorierenBei einem bewussten Ignorieren zeigt der Mediator, dass ein Verhalten der Partei oder ihre Aussage keine Aufmerksamkeit bekommt und keine Reaktion bei ihm auslöst.
im Kopf des anderen denkenDie Fähigkeit oder das Laster, im Kopf der anderen zu denken ist ein Anwendungsfall der Theory of Mind (ToM). Sie beschreibt die Fähigkeit, anderen Menschen mentale Zustände wie Gedanken, Überzeugungen, Absichten und Emotionen zuzuschreiben. Diese Fähigkeit ist entscheidend für soziale Interaktionen, Empathie und Kommunikation. Im Konflikt führt diese Fähigkeit oft zu Verschiebungen und Wahrnehmungsverzerrungen, die zur Eskalation beitragen.
ImaginationenImaginationen werden der Fantasie zugeschrieben. Sie meinen die Einbildungskraft und das bildhafte Denken. Die Arbeit mit Imaginationen spielt in der Mediation eine große Rolle. Sie helfen den Parteien, aus dem Problem hinauszudenken und die Begründungssemantik zu verlassen.
immanente WerkzeugeDie immanenten Werkzeuge sind die der Mediation innewohnenden Werkzeuge, also alle Werkzeuge, die den Gedankengang der Mediation verwirklichen.
ImmobilienmediationMediation in Streitigkeiten rund um Grundbesitz und Immobilien
ImplementierungDie Implementierung beschreibt die Einbindung von Prozess­abläufen wie der Mediation in einem System wie der Gesellschaft.
implizite MediationDer Begriff wird in der Schweiz verwendet. Er bezeichnet den Fall, wenn Elemente aus der Mediationslehre zur Lösung eines Konflikts eingesetzt werden, der sich nicht im expliziten Setting eines Mediationsverfahrens abspielt. Hier entspricht diese Beschreibung der sogenannten materiellen Mediation (oder kommt ihr zumindest nahe)
Impostor phenomenonDas Impostor phenomenon wird im Deutschen auch als Hochstapler-Syndrom bezeichnet. Es handelt sich um ein psychologisches Phänomen, bei dem jemand die eigenen (beruflichen) Erfolge auf äußere Umstände zurückführt statt auf eigene Fähigkeiten und Kompetenzen.
IMVIMV ist das Akronym, das für internationale Mediationsvergleiche steht. Damit wird ein Rechtsinstitut angesprochen, das mit dem Singapur-Abkommen eingeführt wurde. Abschlussvereinbarungen in der Mediation, die unter das Singapur-Übereinkommen fallen, unterliegen einem Rechtsrahmen, der die Vereinbarung vollstreckbar macht. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Vereinbarung handelt, die wirtschaftlicher Natur ist, die sich aus der Mediation ergibt und die einen internationalen Charakter hat.
Incentive ArbitrationDies ist eine non-binding Arbitration, bei der die Parteien ein Strafgeld vereinbaren, wenn sie die Entscheidung nicht annehmen oder vor das Gericht gehen.
IndeterminationDie Indetermination beschreibt das Phänomen und die Voraussetzungen zur Nichtbeeinflussbarkeit des Mediators. Es handelt sich um ein Prinzip der Mediation das über den Grundsatz der fehlenden Entscheidungsbefugnis hinausgeht. Die Indetermination Ist ausschlaggebend für das typische Kommunikationsmodell der Mediation.
IndianertaktikDie Überlieferung sagt, dass Indianer-Eltern im Tiki über die Kinder gesprochen haben, in dem Wissen, dass die Kinder das Gespräch durch die dünnen Zeltwände hören können. Dieser Trick kann auch in der Mediation sinnvoll eingesetzt werden.
InduktionDie Induktion beschreibt eine Erkenntnislogik. Sie bedeutet Herbeiführung oder Veranlassung. Sie wird auch als verallgemeinerndes Denken bezeichnet. Unter ihr versteht man die Ableitung einer allgemeinen Regel durch eine oder mehrere Bedingungen. Da aus Einzelfällen abgeleitet wird ist die Schlussfolgerung möglicherweise nicht wahr, allerdings können neue Erkenntnisse gewonnen werden.
InformationDie Information bildet den kleinsten Baustein in der Mediation, aus dem sich die zur Lösung führenden Gedanken herleiten und bilden lassen. Wie die Informationen in Gedanken zusammenzuführen sind, ergibt sich aus der Mediationslogik.
Informationsarchitektur Der Begriff Informationsarchitektur stammt aus der Informatik. Die Informationsarchitektur befasst sich mit der Organisation und der Strukturierung von Inhalten. Sie ist besonders für Designer und Webseitenbetreiber von Bedeutung. Das Konzept wird als Grundlage für die Mediationsarchitektur übernommen.
InformationsaufnahmeDie Informationsaufnahme ist ein Teil des Prozesses der Informationsverarbeitung. Sie beschreibt das was von der Information ankommt, aber auch die Möglichkeit, die Fähigkeit und die Umstände zur Entgegennahme der Information, ihre Bewusstwerdung und ihre Kontrolle der Informationsauswahl (Selektion) im sensorischen Speicher.
InformationsbeschaffungDie Mediation kennt den Grundsatz der Informiertheit. Informiertheit bedeutet das alle Informationen, die für die Entscheidungsfindung erforderlich sind vorliegen müssen. Wenn entscheidungsrelevante Informationen fehlen, wegen Informationslücken vor. Der Mediator muss darauf hinweisen. Es ist jedoch nicht eine Verpflichtung die Informationen zu beschaffen. Die Informationsbeschaffung ist eine Aufgabe der Parteien. Es obliegt also ihrer Entscheidung, ob sie die fehlenden Informationen beibringen oder nicht.
InformationsbewertungIn der heutigen Informationsgesellschaft ist die Fähigkeit zur Informationsbewertung eine entscheidende Kompetenz, um fundierte Entscheidungen zu treffen, wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen oder einfach den Überblick in einer Flut von Daten zu behalten. Die Bewertung von Informationen spielt auch in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie unterscheidet sich von der Qualifikation der Information.
InformationsdimensionenSiehe Dimensionen
InformationsfilterDamit das Gehirn die Vielzahl an Informationen überhaupt verarbeiten kann, stellt es sie immer in einen Kontext aus dem heraus es entscheidet, welche Informationen wichtig sind und welche nicht. Das Gehirn legt also einen Filter über die Informationen, den zu kennen wesentlich dazu beiträgt, die Informationen zu qualifizieren und einzuordnen und mehr noch zu erkennen, welche Informationen vorenthalten werden.
Informationsgespräch Nach § 135 FamFG kann das Familiengericht die Teilnahme der Parteien an einem kostenfreien Informationsgespräch über Mediation oder eine sonstige Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktbeilegung anhängiger Folgesachen bei einer von dem Gericht benannten Person oder Stelle anordnen. Im Grunde wird eine angepasste und ausführliche Phase eins durchgeführt, wo Ziele, Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Wege abgestimmt werden. Das Ziel ist der Abschluss eines Mediationsvertrages.
Informationshandling Das Informationshandling beschreibt, wie in der Mediation mit Informationen umzugehen ist.
InformationshierarchieDie Informationshierarchie ist ein Teil der Informationsarchitektur und von der Informationshoheit abzugrenzen. Mit dem Begriff der Informationshierarchie wird die Organisation und Strukturierung von Inhalten angesprochen. In der Mediation ergibt sich die Informationshierarchie aus der Struktur des Verfahrens.
Informationshoheit

Die Informationshoheit besagt, wer die Kontrolle über die Informationen hat. In der Mediation liegt die Informationshoheit bei der Vernunft (oder der Mediation).

InformationskompetenzInformationskompetenz bezieht sich auf die Fähigkeit, Informationen effektiv zu finden, zu bewerten und zu nutzen. Sie umfasst das Erkennen des Informationsbedarfs, die Informationssuche und den Informationszugang, die kritische Bewertung von Informationen, die Verarbeitung und Anwendung von Informationen. In der Mediation bezeichnet die Informationskompetenz die Fähigkeit, mit Informationen umzugehen.
InformationslückenDie Mediation kennt den Grundsatz der Informiertheit. Informiertheit bedeutet das alle Informationen, die für die Entscheidungsfindung erforderlich sind vorliegen müssen. Wenn entscheidungsrelevante Informationen fehlen, liegen Informationslücken vor. Der Mediator muss darauf hinweisen, sodass die Informationslücken in der Mediation zu einer Information über fehlende Informationen wird. Es ist jedoch nicht die Aufgabe des Mediators die Informationen zu beschaffen.
InformationsmanagementDer Begriff bezeichnet den Umgang mit und das Verwalten von Informationen
Informationspflicht (Dienstleistung)Der Mediator hat Informations- und Offenbarungspflichten zu erfüllen. Ein Verstoß gegen diese Pflicht kann zur Haftung führen.
Informationspflicht (Mediation)Es gibt sowohl Pflichten, sich über die Mediation zu informieren, wie es auch Pflichten gibt, sich über die Mediation informieren zu lassen.
InformationspreisgabeDie Informationspreisgabe entspricht der Informationsweitergabe.
Informationsqualifikation Bei der Informationsqualifikation geht es um die Kenntnis, um welche Informationen es sich handelt. Gemeint ist die Einordnung der Information anhand der Dimensionen.
InformationstheorieDie Informationstheorie ist eng mit der Kommunikationstheorie verknüpft, wenn die Kommunikation von der Vorstellung ausgeht, dass es sich um einen Austausch von Informationen in einem Sender-Empfänger-Modell handelt. Die Informationstheorie ist ein mathematischer Erklärungsansatz, der die Defizite im Informationsaustausch festzulegen versucht.
InformationsverarbeitungDer Vorgang, wie Informationen in den verschiedenen Verfahren verarbeitet werden determiniert den Erkenntnisgewinn.
InformationsverarbeitungstheorieDie Informationsverarbeitungstheorie beschreibt die psychologische Sicht auf die Informationsverarbeitung. Sie ist ein Prozess, der aus mehreren Schritten besteht, einschließlich der Aufnahme von Informationen aus der Umgebung, der Verarbeitung dieser Informationen im Gehirn und der anschließenden Reaktion darauf.
InformationsverwendungDie Informationsverwendung beschreibt, wie die Information innerhalb der Mediation zu verwenden ist.
InformationswahrnehmungDie Informationswahrnehmung ist ein Teil des Prozesses der Informationsverarbeitung. Sie ist mit der Informationsaufnahme identisch. Sie beschreibt die Möglichkeit, die Fähigkeit und die Umstände zur Entgegennahme der Information, ihre Bewusstwerdung und Kontrolle der Informationsauswahl (Selektion) im sensorischen Speicher.
InformationsweitergabeDie Informationsweitergabe ist ein Teil der Informationsverarbeitung. Sie beschreibt die Weitergabe von Informationen, die darauf bezogene Rückmeldung und die Art und Weise ihrer Bereitstellung.
InformationszuordnungNachdem die Information qualifiziert wurde, wird sie sowohl dem Prozess wie dem Fall zugeordnet. Die Zuordnung erfolgt anhand der Dimensionen. Die Dimensionen bestimmen den Ort, an dem die Information abgelegt wird.
informelle GruppeDie informelle Gruppe grenzt sich von der formellen (sozialen) Gruppe ab. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Mitglieder keinen sozialen Bezug zueinander haben und eher zufällig zusammentreffen (Gruppe der Fußgänger).
informelle KommunikationDie informelle Kommunikation ist eine nicht durch Regelungen vorgegebene, freie Kommunikation.
InformiertheitsgrundsatzDer Mediator hat (auch) darauf zu achten, dass alle entscheidungsrelevanten Informationen erhoben werden.
InhaltsebeneDie Inhaltsebene entspricht der Sachebene in der Kommunikation.
initialisierende FrageDie initialisierende Frage zählt zu den Initialisierungsfragen. Im Singular ist die Ausgangsfrage (pro Thema) in der dritten Phase. Sie bereitet Anfängern oft Schwierigkeiten, weil sie eine Änderung des Gedankenganges bewirkt. Ziel der Fragestellung ist, die Bedeutungen und Motive hinter dem Thema herauszufinden.
InitialisierungDie erste Phase der Mediation wird entweder als Arbeitsbündnis oder als Initialisierung bezeichnet. Die unterschiedlichen Begriffe deuten die unterschiedlichen Herangehensweisen an. In beiden Fällen geht es darum, das Ziel, den Weg der Mediation und ihre Rahmenbedingungen festzustellen (bei der Initialisierung) oder zu vereinbaren (beim Arbeitsbündnis).
InitialisierungsfragenInitialisierungsfragen sind typische Fragefloskeln, mit denen der Phasenauftrag an die Parteien weitergegeben wird.

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Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2024-05-07 16:40 / Version .

Siehe auch: Lexikon