| Im umfassenden Kostenverständnis beschreiben die Konfliktkosten einerseits den Schaden, den der Konflikt verursacht und andererseits die Kosten für die Schadensbeseitigung. |
| Gem. §3 Abs. 1 Mediationsgesetz muss der Mediator darauf hinweisen, ob und inwieweit durch die Kostenregelung seine Neutralität und Unabhängigkeit in Frage gestellt sind. |
| Wenn der Mediator eine Information einbringt, ist er für die Richtigkeit der Mediation verantwortlich! |
| Die Einigung ist stets in der Lage, das Recht zu korrigieren! |
| Mediation ist keine Rechtsprechung. Auch nicht wenn sie im Gericht stattfindet! |
| Die Politik nimmt (unbewussten) Einfluss auf die Implementierung der Mediation, indem sie dem Konsens einen Weg bereitet - oder ihn verhindert. |
| Je mehr Raum der Konsens bekommt, umso wahrscheinlicher wird die Mediation! |
| Die Mediationspolitik ist ein Maßstab für die Entwicklung der Mediation. Sie sollte deshalb ein mediatives Vorbild sein!
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| Die Qualität der Ausbildung muss sich an der Qualität der Durchführung einer Mediation orientieren, nicht umgekehrt! |
| Die Ausbildung muss sich an den herauszubildenden Kompetenzen orientieren, die sich wiederum auf eine korrekte Durchführung der Mediation beziehen lassen! |
| Der Mediator muss stets die Bedeutung des Gesagten und des Verhaltens herausarbeiten. Er bedient sich dabei des präzisen Zuhörens. Nur so kann er seinen Auftrag der Verstehensvermittlung erfüllen! |
| Der Konflikt ergibt den Maßstab für die erforderliche Bearbeitungstiefe in der Mediation. Der Streit ist seine mögliche Ausprägung und deshalb ein Symptom. Er liefert die Indizien, den (eigentlichen) Konflikt zu identifizieren |
| Konflikt ist ein stets emotional wahrgenommener dilammatischer Widerspruch, der nicht ignoriert werden kann und deshalb zum Handlungsmotiv wird. |
| Streit und Konflikt sind NICHT dasselbe! |
| Genaues Beobachten und Zuordnen ist angesagt. |
| Auch Begriffe, die selbstverständlich erscheinen oder sich wie Füllworte anfühlen, können eine Bedeutung haben und sind zu hinterfragen. |
| Im Umgang mit schriftlichen Dokumenten ist es ratsam, den Originaltext kontextsensitiv neben den übersetzten Text zu stellen. |
| ALLES muss übersetzt werden! |
| Der Mediator sollte ein eventuelles Verständigungsgefälle thematisieren und abstimmen, wie damit umzugehen ist. |
| Nur der Mediator, der alle Benchmarks im Blick hat, ist ein Mediator, der für das Gelingen der Mediation einzustehen vermag |
| Wenn es dem Mediator darauf ankommt, den sichersten und schnellsten Weg durch das Verfahren zu finden, wird er den Bearbeitungsgegenstand in Phase 2 auf die Zielsetzung in Phase 1 beziehen und an der Nutzenbeschreibung in Phase 3 ausrichten. Die Lösungen der Phase 4 müssen den Nutzenerwartungen der Phase 3 entsprechen. Die Umsetzung in Phase 5 muss die in Phase 4 gefundene Lösung realisieren. Die Positionen müssen in den Themen aufgehen, während die Themen konkreten Konflikten zugeordnet sind. Die Positionen müssen von den Lösungen abweichen oder als Lösung in einem anderen Licht er-scheinen. Die Einigung muss die Umsetzung der Lösung sein, die wiederum die Umsetzung der Nutzenerwartung ist. Die Nutzenerwartung muss von einer Beschaffenheit sein, welche den Mangel als anzunehmende Konfliktursache beseitigt. |
| Ein präzises Verständnis der Mediation erfordert die Unterscheidung zwischen partei-, leistungs-, verfahrens- und ergebnisbezogenen Elementen, um die Parameter aufeinander auszurichten und ihre Wirkungen zu analysieren. |
| Obwohl der Gesetzgeber die Begriffe Streit und Konflikt synonym verwendet, ist ein Streit etwas anderes als ein Konflikt und von diesem zumindest hinsichtlich der Bearbeitung zu differenzieren. |
| In der Mediation würde ein Mediator darauf achten, dass die Medianden ein Bewusstsein über die durchzuführende Reise haben. Hier übernimmt der Reiseleiter diesen Job. Das Ziel, die Prinzipiengebot und die Wesenshaftigkeit der Mediation müssen den Medianden klar sein, sonst können sie nicht mitfahren. Die Parteien sollen helfen, das Boot zu manövrieren. Die Reise ist nicht zu ihrem Vergnügen gedacht. |
| Je näher Sie an den Konfliktherd herankommen, umso besser sind die Chancen, den Konflikt zu lösen. |
| Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Lösungsinhalte hängen allein vom Willen der Streitenden ab. Ein sicheres Fundament für Erfolg einer Mediation ist, wenn die Parteien bereit sind, sich vertrauensvoll auf die Mediation, den Mediator und sein Können einzulassen. |
| Die Grundsätze der interkulturellen Mediation gelten immer dann, wenn Menschen in Streit geraten, die aus unterschiedlichen Gruppen stammen, in denen unterschiedliche Werte und Verhaltensweisen charakteristisch werden. |
| Einfühlung setzt die Bereitschaft voraus, den Anderen so anzunehmen, wie er ist. Das erfordert mehr als nur Toleranz. Das erfordert Akzeptanz. Das erfordert, dass die Gefühle des anderen ernst genommen und nicht in Frage gestellt werden dürfen. |
| Sinnestäuschungen führen zu Wahrnehmungsfehlern, diese wiederum führen zu Denkfehlern und diese wiederum führen zu fehlerhaften Bewertungen! Die größte Täuschung ist die Täuschung darüber, dass der Mensch keiner Täuschung unterliegt. |
| Paradoxien sind ein wichtiges Medium der Reflexion. Sie helfen, den Gordischen Knoten zu lösen. |
| Bei Videokonferenzen ist der Mediator gut beraten, die Fragen des Sichtfeldes, der Anwesenheit Dritter und der Aufzeichnungen anzusprechen. Er muss die Vertraulichkeit soweit wie möglich sicherstellen |
| In der Mediation werden die Motive synonym mit den Interessen beschrieben. |
| Je kleiner die Denkschritte, desto präziser wird das Denken! |
| Sie schützen sich vor vorschnellen Interpretationen (Bewertungen), indem Sie mindetens zwei Hypothesen bilden, die die Situation, das Verhalten oder die Äußerung erklären können. |
| Nicht der Konflikt ist notwendig für Veränderung und Entwicklung, sondern die Spannung, die sich aus dem Widerspruch ergibt. Die Spannung erzeugt das Potenzial, aus dem sich eine Energie ergibt, die Bewegung und Entwicklung ermöglicht. |
| Ein Mediator hilft den Parteien so durch den Konflikt zu navigieren, dass eine friedliche Auseinandersetzung stets möglich ist. Dabei lässt er sich auch auf die individuellen Bedürfnisse ein, die nicht nur den Fall, sondern auch das Vorgehen betreffen |
| Die Ich-Botschaften bilden den wichtigsten Fokus des Mediators. Sie erschließen die Bedeutung und Motive des Gesagten. |
| Nicht die Kulturen sind im Konflikt, es sind immer nur Menschen, die Konflikte haben. |
| Der kulturelle Kontext ist der Schlüssel für das Verständnis des anderen Menschen. Die Neugier und der Wunsch zu verstehen geben den Anlass, nach diesem Schlüssel zu suchen. |
| Der Mediator sollte nur solche Fragen stellen, die wichtig sind und eine Antwort erfordern! |
| Es kommt immer darauf an, in welchem Kontext und auf welchem gedanklichen Unterbau die Frage aufsetzt, selbst wenn es eine offene Frage ist. |
| Menschen haben stets die Wahl wofür sie die Eskalation einsetzen. Es gibt niemals einen Grund, ihnen diese Verantwortung abzunehmen! |
| Der flüchtige Hinweis der Microexpressions ergibt einen Ausdruck des Gefühls. Warum das Gefühl in dem Gegenüber jedoch aufkommt, erklärt der Gesichtsausdruck nicht. |
| Von einem Mediator wird erwartet, dass er mit allen Intelligenzzentren (symbolisch als Kopf, Herz, Bauch bezeichnet) kommunizieren kann. |
| Die Beleidigung sagt mehr über den Beleidigenden als über den Beleidigten. Je nachdem wie der Beleidigte reagiert offenbart er auch etwas über sich. Hinter der Beleidigung und der Reaktion darauf verbergen sich Ich-Botschaften! |
| Überzeugen lässt sich nur, wer sich überzeugen lassen will. |
| Akzeptanz bedeutet in der Mediation, das Gesagte ohne Bewertung hinnehmen zu können. Die Metaebene, auf der sich der Mediator bewegen sollte, bewertet nicht. Sie muss also in der Lage sein, eine Äußerung oder ein Verhalten anzunehmen, um es einer Reflexion zuzuführen. |
| Die Frage der Geeignetheit der Mediation ist in JEDER Mediation vorweg und in jeder Verfahrenslage zu prüfen! Die Geeignetheit ist von der Durchführbarkeit zu unterscheiden, die gegebenenfalls erst in der Mediation hergestellt wird. |
| Persönliche Treffen sollten stets den Vorzug haben! |
| Bei einer schriftlichen Kommunikation ist der Mediator gut beraten, wenn er die Grenzen und Möglichkeiten dieser Kommunikation aufdeckt und abstimmt. |