| Die Qualität der Mediation beschreibt, wie das optimalste Ergebnis mit geringstem Aufwand bei vorgegebenen Arbeitsbedingungen zuverlässig zu erzielen ist. Sie wertet alle funktionalen Parameter eines komplexen, auf vollständiger Verstehensvermittlung basierenden Vorgehens aus, um ihre Wirkungen an einem gedacht optimal verlaufenden Verfahren zu messen. |
| Je besser das Problem eingegrenzt werden kann, umso geringer wird der Streitanlass. Es macht deshalb Sinn, zwischen. dem Streit (Positionen) und dem zugrunde liegenden Problem zu unterscheiden. |
| Wenn in der Mediation überhaupt von der Führung des Mediators gesprochen. werden kann, bezieht sie sich immer nur auf den Weg, nicht auf die Lösung. |
| Wenn der Mediator bemerkt, dass die Kommunikation unter den Parteien assymmetrisch verläuft, muss er Abhilfe schaffen. Es ist wichtig, dass die Parteien auf gleicher Augenhöhe verhandeln. |
| In der Mediation gibt es kein Machtgefälle. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb der Mediation ein Machtgefälle geben darf. Die Verhandlung in der Mediatioon erfolgt auf gleicher Augenhöhe. |
| Die Mediation endet bei der neutralen Entscheidungshilfe. Individuelle Dienstleistungen, wie die Beratung oder die Hilfe bei der Umsetzung (Vollstreckung, Coaching, Therapie) können von der Mediation nicht abgedeckt werden. |
| Die Mediation besitzt eine eigene Kompetenz zur Lösungsfindung, wozu auch die Selbstregulierungskräfte beitragen. Es ist die Aufgabe des Mediators, diese Kompetenz für sich zu nutzen. Mithin besteht die Kompetenz des Mediators darin, die Kompetenz der Mediation zur Entfaltung zu bringen! |
| Der Mediator muss sicherstellen, dass die Parteien Ihr Recht auf die jederzeitige, fristlose und unbegründete Kündigung (Abbruch) des Verfahrens selbständig wahrnehmen können |
| Jede Partei muss sich so benehmen, dass die gegnerische Partei die Mediation nicht abzubrechen hat |
| Anders als in jedem anderen Verfahren hat jede Partei jederzeit das Recht, die Mediation aufzukündigen. Sie kann das Recht ausüben, ohne dass sie einem Grund anführen muss und ohne Einhaltung einer Frist. |
| Die Freiwilligkeit ist keinesfalls das Motiv für die Mediation. Sie ist ihre Bedingung und ihre Konsequenz! |
| Je weiter die Verantwortung für das Verfahren und für das Ergebnis auseinanderfallen, desto geringer ist die Bereitschaft, für das Ergebnis einstehen zu wollen. |
| Das Gesetz verbietet es dem Mediator nicht, Vorschläge zu unterbreiten, solange die Verantwortlichkeit für die Entscheidung bei dem Medianden verbleibt! |
| Die Prinzipien erfüllen keinen Selbstzweck. Sie müssen sich an den Eigenschaften orientieren, für deren Verwirklichung sie einstehen. |
| Grundsätzlich umfasst die Vorbereitung alles das was zur Anfertigung einer Konfliktanalyse und zur Prüfung der Voraussetzungen einer Mediation erforderlich ist und im Vorfeld der Mediation erledigt werden kann. |
| Anders als die Prinzipien (Bedingungen) sind die zum Wesen der Mediation gehörenden Eigenschaftsmerkmale nicht verhandelbar. Prinzipien sind verhandelbar, solange sie dem Wesen der Mediation nicht entgegenstehen. |
| Die Prinzipien müssen sich an den Eigenschaften orientieren, für deren Verwirklichung sie einstehen. |
| Es ist unbedingt erforderlich, die Eigenschaften von den Prinzipien zu unterscheiden. Die Eigenschaften definieren den Charakter der Mediation, die Grundsätze sollen die Eigenschaften verwirklichen! |
| Argumentieren ist die Kopfsprache. Die Sprache des Herzens kann mit Argumenten nichts anfangen. |
| Wer Verträge abschließt, muss geschäftsfähig sein! Das betrifft den Mediationsvertrag ebenso wie die Abschlussvereinbarung. |
| Die Mediationsfähigkeit betrifft die Farge, ob und inwieweit die Partei in der Lage ist, den Gedankengängen der Mediation zu folgen, ihre Interessen zu offenbaren und daraus eine für sie nützliche Lösung zu entwickeln. |
| Die Prüfung der Geeignetheit in der Mediation umfasst stets ein Clearing mit der Notwendigkeit, die Mediation von anderen Dienstleistungen und Verfahren abzugrenzen. Die Medianden müssen sich darüber im klaren sein, welchen Nutzen sie von der Mediation oder anderen Verfahren für ihre Konfliktbeilegung erwarten können. |
| Die Implementierung der Mediation muss sich selbst an den Grundsätzen der Mediation messen lassen. |
| Der geeignete Zeitpunkt für eine Faktenklärung in der Mediation ist gekommen, wenn sich eine Lösung abzeichnet und die Fakten herausgearbeitet werden, die zur Entscheidungsfindung zu klären sind. Das ist in der vierten Phase nach den Lösungsoptionen und der Bewertung der Lösungsoptionen der Fall. |
| In der Mediation bedarf es keiner Beweisaufnahme, weil es nicht darum geht, Positionen zu erhärten oder gegnerische Positionen zu schwächen. Es geht nicht darum, zu gewinnen. Es geht lediglich darum, die auf einem gemeinsamen Verständnis der Sachlage basierenden, entscheidungsrelevanten Unklarheiten zu beseitigen.
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| Der Umfang der Vertraulichkeit kann und muss vom Mediator und den Medianden und gegebenenfalls den Vertragsparteien genau festgelegt und, falls erforderlich, vertraglich abgesichert werden. |
| Damit die Mediation grundsätzlich nicht zu einem Instrument der Konfrontation missbraucht werden kann, muss sie den offenen Gesprächsraum so weit wie möglich schützen. |
| Es geht darum, den Parteien einen Gesprächsraum zur Verfügung zu stellen, in dem es ihnen erlaubt ist, ihre Motive offen zu legen, ohne dass sie sich um Konsequenzen sorgen müssen, so dass ihre Gedanken freien Raum gewinnen können. |
| Die Vertraulichkeit unterstreicht die strategische Funktion der Mediation, die einen geschützten Gesprächsraum schaffen will, in dem eine Kooperation möglich ist. |
| Das Verfahren bilden den Rahmen und stellt den Weg zur Verfügung, mit dem die vereinbarten Ziele methodisch zu erreichen sind. |
| Die Schlichtung ist ein Verfahren der Lösungsvermittlung. Der Schlichter hilft den Parteien als neutrale dritte Person, sich auf die ein- oder andere vorzuschlagende Lösung zu einigen. |
| Supervision kann dem Mediator helfen, in schwierigen Fällen seine Gedanken zu ordnen. Der neutrale Expertenblick von außen hilft ihm, seine Methodik zu verbessern, weshalb die Supervision in der Ausbildung ein zwingender Bestandteil ist. |
| Die Anfertigung von Protokollen ist mit der Mediation nicht kompatibel, wenn sie zum Streiten benutzt werden können. |
| Das Sorgerecht entspricht der elterlichen Sorge, die sich aus Rechten und Pflichten zusammensetzt, ohne die Elternschaft in Frage zu stellen. |
| Gegenüber diesen differenzierenden Sichten ist es ebenso bedauerlich wie fehlerträchtig, wenn in der Praxis stets und schlicht von „der Mediation“ die Rede ist. |
| Die Dimensionen sind die Parameter einer Information. Sie repräsentieren die gedanklichen Eckpunkte, die in ihrer Summe den Prozess einerseits und die Fallrealität andererseits abbilden. |
| Die Mediationslogik beschreibt, wie die Verhandlungslogik, die Wegmarken, die Themenlogik, die Phasenkonsistenz und die Konfliktdynamik zusammenzuführen sind, damit sich die Mediation verwirklichen kann |
| Die Bewältigung der Komplexität beginnt damit, dass sie erkannt und eingestanden wird. |
| Der erste Schritt zur Bewältigung der Komplexität ist ihre Akzeptanz! |
| Dimensionen sind Variablen und Merkmale, die zur korrekten Einordnung der Information benötigt werden um die Information einerseits innerhalb der durch den Prozess vorgegebenen Struktur zu verwenden und andererseits, um die Information in der Komplexität des Falles korrekt einordnen zu können. Die Dimensionierung beschreibt den Vorgang, wie welche Dimensionen herausgebildet werden. |
| Starke Gefühle brauchen starke Worte. Es wäre kontraproduktiv, den offen gezeigten Hass als ein Missverständnis zu bezeichnen, um die Parteien zu beschwichtigen. |
| Die Kunst der Mediation besteht darin, die Bausteine des Verfahrens und des Falles zu erkennen, auseinanderzuhalten und korrekt zusammenzusetzen. |
| Die Parteien sollen die Lösung finden. Also müssen sie die Erkenntnisse gewinnen, damit dies möglich wird. Die im Verfahren generierten Lösungen müssen ausreichen, um sich ein Angebot zu unterbreiten, das die gegnerische Partei anzunehmen bereit ist. |
| Die Mediation darf nicht als formelles Verfahren (also als ein Container) angeboten werden. Ihre Methodik und Kompetenz ist aber in anderen Verfahren und Vorgängen (Containern) verwertbar! |
| Verstehen ist immer möglich. Wenn die Mediation als eine Vermittlung verstanden wird, entfaltet sie ihre Wirkung auch außerhalb der Mediation im Verständnis eines formellen Verfahrens. |
| Der Mediator versucht, die wirksamste Intervention herauszufinden. Zeigt sie nicht die gewünschte Wirkung, wertet er die Reaktion darauf aus, um Erkenntnisse für eine wirkungsvollere Intervention zu gewinnen. Aus diesen Erkenntnissen heraus wählt er ein anderes, besser greifendes Werkzeug (Intervention) aus. |
| Eine Intervention ist nur dann und insoweit erforderlich, wo die Mediation den Gedankengang der Parteien nicht aus eigener Kraft herstellen kann. Wenn eine Intervention in Betracht kommt, richtet sich das Aktionsziel lediglich auf den Prozess und niemals auf das Ergebnis! |
| Die Mediation ist ein Verfahren der Erkenntnisgewinnung, das auf den Verstand der Parteien angewiesen ist. |
| Wenn es zu Störungen kommt, ist zunächst zu prüfen, ob der Prozess (die Mediation) korrekt durchgeführt wurde. Sind keine Fehler erkennbar, lenkt sich der Fokus auf den Konflikt und die Frage, was die Störung (das Verhalten oder Unterlassen der Partei) für den Konflikt bedeutet. |
| Die Qualität des Vertrages ist daran festzumachen, ob die gefundene Lösung 1:1 umgesetzt wurde. Die Qualität der Mediation ist daran festzumachen, ob die Parteien eine Lösung gefunden haben, die beide akzeptieren können. |