| Zweck, Einigung und Mittel | Der Zweck der Mediation ist nicht die Einigung. Die Einigung ist ihr Mittel zum Zweck. |
| Nutzenorientierung | Die Mediation stellt stets den Nutzen in den Vordergrund. Sie ist nutzenorientiert. Sie fragt nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wozu und danach, was man sich von einem Plan einer Lösung oder einem Interesse verspricht. Die Mediation schaut nicht auf das Ziel, sondern auf seine Wirkung, dem Zweck. |
| Zufriedenheit und Nutzen | Die Zufriedenheit ist das Ziel der Mediation. Der Nutzen ist ihr Fokus. |
| Einführung und Begründung der Grundsätze | Einige Grundsätze sind zwar ein logischer Bestandteil des Verfahrens. Wenn sie jedoch Handlungs- oder Unterlassungsverpflichtungen begründen sollen, müssen sie vertraglich (am besten in der Mediationsdurchführungsvereinbarung) festgelegt werden. Ihre explizite Vereinbarung hilft auch bei der Festlegung, welche Grundsätze anzuwenden sind und welche nicht. |
| Umgang mit Streit | Es ist nicht die Aufgabe der Mediation, einen Streit zu unterdrücken oder einen Streit zu verbessern, indem noch besser gestritten wird. Ihre Aufgabe ist es, den Streit überflüssig zu machen und in eine Auseinandersetzung ohne Streit zu überführen. Wie sehr ihr das gelingt zeigt sich daran, dass es den Parteien in einer Mediation nicht gelingt, zu streiten. |
| Hinderisse aus dem Weg räumen | Wenn die Mediation (nach der Mediationstheorie) dazu beitragen soll, dass die Parteien selbst die Lösung finden, mit der sie den Konflikt beilegen können, kommt die Frage auf, warum die Parteien das nicht können. Mit dieser Überlegung kommt die Frage auf, welche Hindernisse ihnen im Wege stehen und ob und wie die Hindernisse ais dem Weg geräumt werden können, damit die Parteien selbst die Lösung finden. |
| Terminvorbereitung | Ein Mediationstermin muss so gut vorbereitet sein, dass sich die Parteien auf den gedanklichen Weg der Mediation einlassen können und dass der Termin ungestört durchgeführt werden kann ohne dass es zu Unterbrechungen kommt, die bei sorgsamer Vorbereitung zu verhindern waren. |
| Vorbereitung der Mediation | Jede Mediation bedarf einer Vorbereitung, die allerdings im Umfang und in der Art und Weise ganz unterschiedlich ausfallen kann. |
| Planung und Gesprächsstrategie | So wenig Mensch und so wenig Problem wie möglich! |
| Mediator erkennen | Sie erkennen einen Mediator an der Art des Denkens. Nicht daran, dass er Ihnen Recht gibt, sondern daran, dass er Ihnen die Erkenntnis vermittelt, zu erkennen, was das Richtige ist. |
| Mediator, Person des Vertrauens | Mediatoren sind Personen, denen Sie und der Gegner vertrauen müssen. Deshalb bestimmt §2 Abs. 1 Mediationsgesetz, dass die Parteien den Mediator wählen. Sie sollten dieses Recht das mit Bedacht ausüben und (je nach Fall) vor der Wahl einen persönlichen Kontakt in einem Vorgespräch wahrnehmen. |
| Vernunft und Mediation | Vernunft kann und sollte Menschen aus der Unmündigkeit und von der Willkür befreien. Insofern hat sie die gleiche Aufgabe wie die Mediation. Die Mediation ist ein Prozess der gelebten Vernunft. Sie kommt nicht ohne Vernunft aus. |
| Werkzeugeinsatz in der Mediation | Der Einsatz von Mediationswerkzeugen erfolgt niemals zufällig. |
| Konfliktarbeit | Solange der Mangel besteht, bleibt der Konflikt virulent. |
| Was ein Mediator wissen muss | Ein Mediator sollte wissen, was er nicht weiß |
| Meinungen und ihre Bedeutung | Meinungen behaupten Wahrheit, Bedeutungen erklären Wirklichkeit |
| Meinungen und ihre Bedeutung (2) | Meinungen trennen, Bedeutungen verbinden |
| Erhellung | Die Erhellung ist der Inbegriff der Verstehensvermittlung |
| Krankheit als Grenze | Die Prinzipien der Mediation setzen die Grenzen, wenn ein Krankheitsverdacht besteht. Die betreffende Person muss mediationsfähig sein, sie muss in der Lage sein, dem Gedankengang der Mediation zu folgen und zu erkennen, worauf sie sich einlässt. Sie muss in der Lage sein Verträge abzuschließen und die Verantwortung für sich zu übernehmen. Die Mediaton darf den Krankheitszustand nicht verschlimmern. |
| Anomalieerkennung | Wenn die Mediation eine Klärung ermöglichen soll, ist alles, was nicht stimmig ist, klärungsbedürftig. |
| Verhandlungslogik | Im Streit argumentieren wir, was uns der Gegner warum geben muss. In der Mediation überlegen wir, was wir anbieten können, damit wir bekommen, was wir brauchen. |
| Ende der Mediation | Die Mediation endet stets mit der Entscheidung (Ergebnis). Sie erreicht ihren Zweck allerdings bereits mit der Lösungsfindung. Die Entscheidung wird als Manifestation betrachtet, die den ersten Schritt in die Umsetzung der Lösung festhält. |
| Wahl der Konflikthilfe | Die Wahl der Unterstützung beeinflusst den Weg in die Konfliktbeilegung. Deshalb sollte man sich über die erforderliche Hilfe stets bewusst sein und prüfen, ob sie wirklich hilfreich und erforderlich ist. |
| Mediationsverbote Abgrenzung | Mediationsverbote sind von der Geeignetheit, der Zulässigkeit und der Durchführbarkeit von Mediationen zu unterscheiden. |
| Hypothesen | Keine vorschnellen Bewertungen |
| Verfahrenswahl und Strategie | Mit der Strategie entscheiden die Parteien zugleich über die Verfahrenswahl, so wie die Wahl des Verfahrens die Strategie ergibt und mit der Konfliktstrategie einher geht. |
| Wahrheit | Die Mediation hinterfragt die Wahrheit nicht um sie zu begründen, sondern um sie einvernehmlich neu gestalten zu können. |
| Verstehenskompetenz | Die zentrale Qualifikation eines Mediators ist seine Verstehenskompetenz. Je mehr er versteht, umso mehr kann er vermitteln! |
| Verfahrenskosten - Verfahrensnutzen | Fragen Sie nicht: "Welches Verfahren ist am billigsten?" Fragen Sie stattdessen: "Welches Verfahren bringt mir den größten Nutzen".
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| Reflexion und Metaebene | Ohne Reflexion gibt es keine Metaebene – und ohne Metaebene keine Mediation. |
| Rolle, Position und Funktion | Jede Rolle ist an eine (Verfahrens-)position geknüpft, aus der ihre eigene Funktion und ihre eigene Betroffenheit entsteht. Jede Rolle prägt das Verhalten im Verfahren auf ihre eigentümliche Weise. |
| Bestandteile der Visionierung | Visionierung = Verstehen + Vermitteln + Sinngebung |
| Ziel und Weg abgleichen | Wer den gleichen Weg gehen will, muss zumindest das gleiche Ziel verfolgen. Es gibt Schnittstellen, wie mehrere zu koordinierende Vorgänge auf ein Ziel ausgerichtet werden können. Damit dies gelingt, müssen die Vorgänge auseinandergehalten werden, sodass zwischen der Kausalität des Streites, des Konfliktes und der des Verfahrens unterschieden werden kann! |
| Sinnoptionen | Wenn der Sinn die Bedeutung des Nutzens ist, ist der Wert der Maßstab, nach dem diese Bedeutung bewertet wird. |
| Sinnesvarianten | Sinnzuschreibung ermöglicht Bedeutung, Sinnfindung entdeckt sie, Sinnstiftung stabilisiert sie, Sinngebung beschreibt ihre soziale Aggregation und Sinnhaftigkeit bewertet den Prozess, in dem all dies geschieht. |
| Eskalationsverlauf | Die Eskalation verläuft von einer kooperativen Win–Win-Phase über eine kompetitive Win–Lose-Phase bis hin zu einer destruktiven Lose–Lose-Dynamik. |
| Eskalation - Konfliktintensität | Eskalation beschreibt den Prozess eines Konflikts, Konfliktintensität dessen Ausmaß. |
| Logikintegration | Die Wirksamkeit der Mediation beruht auf der Fähigkeit zur Integration unterschiedlicher Logiken in einem kohärenten Prozess. |
| Logikintegration - Steuerung | Der Mediator steuert nicht die Lösung, sondern die Logik, aus der sich die Lösung ergibt. |
| Krieg und Einigung | Krieg ist der mangelnde Wille sich zu einigen |
| Startproblem-Inhalte | Je weniger Zustimmung, desto weniger Inhalt. Je mehr Inhalt, desto mehr Zustimmung erforderlich. |
| Wirkung der Kündigung der Mediation | Die Kündigung der Mediation sagt nichts darüber aus, ob und wie der Konflikt insgesamt gelöst werden kann. |
| Beendigung der Mediation | Das Ende der Mediation bedeutet nicht zwingend das Ende der gesamten Auseinandersetzung oder der Kommunikation zwischen Ihnen und der anderen Konfliktpartei. Die Mediation ist ein Angebot – nicht der einzige Weg. |
| Kündigung | Es gibt ein Recht zur Kündigung und keine Pflicht! Wer übt das Recht aus? Die Partei, die kündigt oder die Partei, die den Anlass liefert. Hier verwirklicht sich der Grundsatz der Freiwilligkeit. |
| Bedeutung Bewusstsein und Konflikte | Konflikte entstehen nicht aus Fakten, sondern aus erlebter Bedeutung. Mediation arbeitet daher nicht primär mit Erklärungen, sondern mit dem bewussten Zugang zum inneren Erleben. |
| Pseudodifferenzierung | Wo der Kunde mehr wissen muss als der Dienstleister, liegt kein Angebot, sondern ein Orientierungsproblem vor. |
| Parteien | Die Qualität der Mediation hängt wesentlich davon ab, wie klar Parteien, Themen, Rollen und Verantwortlichkeiten unterschieden und zugeordnet werden. |
| Kostenentscheidung | Bei der Berechnung der Prozesskosten muss beachtet werden, wer im Falle des Unterliegens die Kosten zu tragen hat. Es gibt Verfahren, bei denen die Kostenentscheidung des Gerichts unabhängig von der Frage des Obsiegens oder des Unterliegens getroffen wird. |
| Validierung leiser Beiträge | Nicht jede leise Stimme ist konfliktarm – oft ist sie konflikttragend. |
| Umgang mit Konflikttypen | Konflikttypen erklären Verhalten – sie entschuldigen es nicht und bestimmen es nicht. |