Allgemeines Lexikon der Mediation

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In diesem Lexikon finden Sie allgemeine Fachbegriffe, die dazu beitragen, die Mediation besser kennenzulernen und zu verstehen. Zu jedem Begriff wird der Link auf die Wiki-Seite (also im Mediationshandbuch oder im Facharchiv) angezeigt, wo Sie Detailinformationen finden. Das Lexikon ist also nicht nur ein Verzeichnis von Fachausdrücken, sondern eine zusätzliche, zentrale Inhaltsverzeichnis im Mediationswiki. Bitte beachten Sie, dass das allgemeine Lexikon nur 1069 von insgesamt 2148 Einträgen in der Enzyklopädie umfasst. Die weiteren Fachbegriffe1 sind auch wegen ihres speziellen Datenformates2 in den anderen Lexikotheken gespeichert, von wo auch eine zentrale Suche möglich ist. Bitte schauen Sie dort nach, wenn Sie den Begriff hier nicht finden sollten oder nutzen Sie das Gesamtverzeichnis oder die allgemeine Suchfunktion.

Verzeichnis der Begriffe
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BezeichnungBeschreibung
TaktikTaktik ist die konkrete Umsetzung einer Strategie in bestimmten Situationen oder kurzfristigen Phasen. Sie ist kleinteiliger und konzentriert sich auf die kurzfristige Anpassung an Gegebenheiten.
TatbestandDas den rechtlich zu untersuchenden Sachverhalt oder die zu befolgende Regel beschreibende Merkmal in einer Norm (Gesetz, Verordnung).
TätigkeitsbeschränkungTätigkeitsbeschränkungen ist die Überschrift von § 3 Mediationsgesetz. Die Beschränkung ist ein Tätigkeitsverbot für Mediatoren bei Vor- oder Nachbefassung in derselben Sache.
Tätigkeitsverbot§ 3 Mediationsgesetz verbietet die Tätigkeit als Mediator falls zuvor in derselben Sache eine Tätigkeit für eine der Parteien stattgefunden hat.
TeamEin Team ist eine Gruppe von Individuen, die zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Teams unterscheiden sich von anderen Gruppen durch ihre spezifischen Merkmale wie gemeinsame Ziele, klare Rollen und Verantwortlichkeiten, Interdependenz und eine gemeinsame Identität.
TeilnahmeberechtigungEs geht um die Frage, wer überhaupt alles an einer Mediation teilnehmen muss, kann und darf.
Teilnahmebescheinigung (135 FamFG)Nach §135 FamFG kann der Richter in Familiensachen ein kostenfreies Informationsgespräch über Mediation oder eine sonstige Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktbeilegung anhängiger Folgesachen bei einer von dem Gericht benannten Person oder Stelle anordnen. Der Mediator muss hierüber eine Teilnahmebescheinigung ausstellen. Die Bescheinigung unterscheidet sich von der Erfolglosigkeitsbescheinigung nach § 15 a EGZPO.
TeilnahmeeignungSiehe Teilnahmeberechtigung. Die Frage der Eignung zur Teilnehme geht allerdings mit der Frage der Mediationsfähigkeit einher.
Temperamentenlehre

Die Temperamentenlehre hat den Charakter eines Menschen nach den vorherrschenden vier Körpersäften (rotes Blut, weißer Schleim, schwarze und gelbe Gallenflüssigkeit) wie folgt unterschieden:

  1. Sanguiniker (heiter und aktiv)
  2. Phlegmatiker (passiv, schwerfällig)
  3. Melancholiker (traurig, nachdenklich)
  4. Choleriker (leicht erregbarer, unausgeglichen, jähzornig)

Heute wird die Persönlichkeit nach dem Fünf-Faktoren-Modell oder den Big Five eingeschätzt.

Terminologie

Die Terminologie bezieht sich auf die Fachsprache oder den spezifischen Sprachgebrauch in einem bestimmten Fachgebiet oder einer bestimmten Domäne. Sie umfasst die systematische Erfassung, Benennung und Beschreibung von Fachbegriffen, die für ein bestimmtes Wissensgebiet oder eine bestimmte Fachdisziplin relevant sind. Die Terminologie dient dazu, eine einheitliche und präzise Kommunikation in einem Fachbereich sicherzustellen. Auch die Mediation verwendet eine Fachsprache. Sie ist aber noch nicht abgestimmt. Viele Begriffe werden zwar identisch verwendet aber unterschiedlich konnotiert.

Terminologie spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen Bereichen, darunter Wissenschaft, Technik, Medizin, Recht, Wirtschaft und Übersetzung.

TerminsabbruchDer Abbruch eines Mediationstermins sollte nicht mit dem Abbruch der Mediation gleichgesetzt werden. Wenn die Partei etwa aus emotionalen Gründen aus einem Termin wegläuft bedeutet das nicht, dass sie, wenn sie sich wieder beruhigt hat, die Mediation fortsetzen wird (und will). Ein situationsbedingter Abbruch des Gesprächs ist nicht zwingend gleichzusetzen mit einer Kündigung der Mediation.
Textform§126b BGB besagt, wie die Textform rechtswirksam zu vollziehen ist. Wenn das Gesetz Textform vorschreibt, muss eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist, auf einem dauerhaften Datenträger abgegeben werden. Ein dauerhafter Datenträger ist jedes Medium, das es dem Empfänger ermöglicht, eine auf dem Datenträger befindliche, an ihn persönlich gerichtete Erklärung so aufzubewahren oder zu speichern, dass sie ihm während eines für ihren Zweck angemessenen Zeitraums zugänglich ist, und dass sie geeignet ist, die Erklärung unverändert wiederzugeben.
ThemenportaleDie Themenportale im Thinktank Mediation entsprechen den Kapiteln des Mediationshandbuchs. Die über die Entwicklungsjahre gewachsene Gliederung des Handbuchs bildet die Thematik der Mediation vollständig ab. Deshalb liegt es nahe, die Kapitel der Buchabschnitte auch als Landingpages für die Thematik der Mediation generell zu nutzten und die gesamten Inhalte des Portals auf diese Gliederung abzustimmen.
ThemenpriorisierungWenn in der Themensammlung in der zweiten Phase mehrere Themen aufkommen, müssen sich die Parteien dafür entscheiden, welches Thema als erstes angegangen wird. Dieser Vorgang wird als Themenpriorisierung bezeichnet.
Themensammlung (Phase)Die zweite Phase der Mediation wird entweder als Themensammlung oder als Bestandsaufnahme bezeichnet. Die unterschiedlichen Begriffe deuten die unterschiedlichen Herangehensweisen an. In beiden Fällen geht es darum, die Fragen herauszuarbeiten, die zu klären sind, damit das Problem gelöst werden kann.
Theorie der vier LebensanschauungenDie Theorie der vier Lebensanschauungen, auch bekannt als "Lebenspositionen", wurde von Eric Berne, dem Begründer der Transaktionsanalyse, entwickelt. Diese Theorie besagt, dass jeder Mensch eine von vier grundlegenden Lebensanschauungen hat, die seine Wahrnehmung und Interaktionen mit der Welt beeinflussen.
TitelDer Begriff hat mehrere Bedeutungen. Er bezeichnet den Namen eines Buches, im Juristischen ein vollstreckbare Gerichtsentscheidung (Urteil), eine den Rang kennzeichnende Bezeichnung, die als Zusatz vor den Namen gestellt werden kann oder den mit eben einer Ausbildung gekennzeichneten Rang als Grundlage für die Berufstätigkeit. Der Begriff Mediator stellt keinen Titel dar. Wohl aber der zertifizierte Mediator. Weil dieser Begriff aber nur Mindestanforderungen repräsentiert, ist er als Titel ungeeignet.
Toxic Posi­ti­vityDie Neigung, allem eine gute Seite zuzuschreiben und sich (oder anderen) das Leben schön zu reden. Die Positivität (nicht zu verwechseln mit dem Positivismus) ist toxisch, wenn sie zur Selbstentfremdung führt. Sie ist vom positiven Denken und dem Optimismus der Mediation zu unterscheiden.
TransaktionsmodellDas Transaktionsmodell von Eric Berne ist die Grundlage der Transaktionsanalyse. Das Modell beschreibt, wie Menschen miteinander kommunizieren und interagieren. Es geht davon aus, dass zwischenmenschliche Interaktionen in Form von Transaktionen stattfinden, bei denen mindestens zwei Personen beteiligt sind, die sich gegenseitig Nachrichten senden und empfangen. Diese Nachrichten können verbal oder nonverbal sein und können eine positive, negative oder neutrale Wirkung haben.
TransdisziplinaritätÜber die Interdisziplinarität hinausgehende Verknüpfung der Disziplinen.
transformatives KonzeptDas transformative Konzept der Mediation stellt das Empowerment und die Recognition in den Vordergrund. Es geht um die Befähigung der Partei, für sich selbst einzutreten und darum die Sichten der Gegenseite wahrzunehmen.
TransparenzprinzipDas Transparenzprinzip ist eines der Grundsätze der Mediation. Es ergibt sich aus der Notwendigkeit, alle Entscheidungen (auch die das Verfahren betreffend) im Konsens zu treffen.
Trauma In der Medizin bezeichnet ein Trauma die Verletzung eines Gewebes. In der Psychologie bezeichnet es eine seelische Verletzung. Gemeint ist eine psychische Ausnahmesituation („Psychotrauma“). Ausgelöst durch überwältigende Ereignisse ( z.B. Gewalttat, Krieg oder Katastrophe), die eine Bedrohung für das Leben oder die körperliche Unversehrtheit des Betroffenen oder einer nahestehenden Person darstellt.
Trend-Gegentrend-DialektikIn jeder Krise stellt sich bei dem Versuch, die Krise zu bewältigen, ein Wettbewerb zwischen der nicht mehr tauglichen Wiederholung des Bewährten und noch nicht tauglichen, neuen Verhaltensweisen heraus. In der Krisenentwicklung werden Trends erkennbar, die einen Widerspruch bilden. Der Widerspruch wird dialektisch durch Bildung einer Synthese meist auf einer höheren Komplexitätsebene aufgelöst. In der Mediation kommt es darauf an, die Zusammenhänge und Entwicklungslinien aufzudecken, aus denen sich die Lösung ergibt.
TrennungsphasenDie Trennung ist ein schwieriger und oft schmerzhafter Prozess, der emotionale Auswirkungen auf die Beteiligten hat. Eine Trennung kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und beinhaltet in der Regel verschiedene Phasen, die von Trauer und Wut bis hin zur Akzeptanz reichen. Die Trennungsphasen sind ähnlich zu den 5 Phasen der von Kübler-Ross entwickelten Theorie der Trauerbewältigung und zu den Phasen im Scheidungszyklus.
TrennungsunterhaltUnterhaltsansprüche getrennt lebender Ehegatten. Geregelt in § 1361 BGB.
TriebTriebe bezeichnen einen psychischen oder physiologischen Antrieb, der aus einem Spannungsverhältnis entsteht und zur Befriedigung (Ausgleich der Spannung) motiviert. Triebe werden in der Mediation im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Motiven und Motivationsmöglichkeiten angesprochen.
Triebkraft

Freud verwendet im Zusammenhang mit der Homöostase den Begriff der Triebkraft. Er meint damit einen körperlichen Spannungszustand, in dem die Störung als die Triebquelle, die Beseitigung der Störung als das Triebziel und das Mittel, das wir dazu verwenden, als das Triebobjekt bezeichnet wird.

TriebreduktionDie Triebreduktionstheorien gehen von einem physiologisch oder psychologisch erzeugten Spannungsverhältnis aus (Trieb), der das Verlangen auslöst, die Spannung abzubauen also den Antrieb zu reduzieren. Die Triebreduktion wird im Zusammenhang mit der Motivation und den Motiven in der Mediation erwähnt.
Trittbrettfahrer-EffektDer Begriff Trittbrettfahrer kommt aus dem Verkehrswesen. Er beschreibt das Phänomen, dass sich Mitfahrer auf das Trittbrett der Straßenbahn gestellt haben, um den Fahrbeitrag zu sparen. Sie kommen also ans Ziel, ohne einen eigenen Beitrag zu leisten. Genau diese Strategie schreiben sich einige Gruppen- oder Teammitglieder gerne zu. Der Effekt wird dann auch als auch soziales Faulenzen bezeichnet. Einzelne Gruppenmitglieder lehnen sich zurück, um sich auf den Leistungen der anderen auszuruhen. Der Trittbrettfahrer-Effekt ist ein von außen beobachtetes Phänomen. Es wäre hilfreich auf die Motivlage des Trittbrettfahrers und der Gruppe einzugehen, um diesen Efeeekt aufzulösen oder nutzbar zu machen.
TrostTrost zielt darauf ab, ein Leid durch Teilnahme und Zuspruch zu lindern. (Duden) Im Trost verbirgt sich Empathie und Hoffnung. Die Mediation stellt beides auf einfühlsame Weise und unter Beachtung der Neutralität zur Verfügung.
typisches TatbestandsmerkmalEin von Greger eingeführter Begriff, der eine Unterscheidung zwischen disponiblen und nicht disponiblen Tatbestandsmerkmalen in §1 Mediationsgesetz unterscheidet.


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Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2023-02-16 22:28 / Version .

Alias: Fachwörter
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